10. März 2013

Fahrbericht: Trek Fuel EX 8 2013

Beim ersten Testbericht wird mein aktuelles Arbeitsgerät unter die Lupe genommen. Nachdem ich die letzten Jahre immer auf exklusiven Intense Bikes unterwegs gewesen bin, habe ich mich nun für ein Trek Fuel EX 8 entschieden. Ein Grund dafür ist, dass mein Arbeitgeber in der Toscana, die Colle Cavalieri Bikestation, auch Trek Bikes zur Vermietung anbietet. Und so ist es sinnvoll, wenn der Guide vor Ort das gleiche Material fährt. Ein weiterer Grund war, dass ich einfach wieder mal Lust auf einen Markenwechsel hatte und ein Bike "ab der Stange" ausprobieren wollte.

Ausstattung:


Nachdem Trek zu Lance Armstrong Zeiten vor allem die Rennräder gepusht hat, ist es nun schön zu sehen, dass sie sich in den letzten Jahren wieder vermehrt ums Mountainbike kümmern und eine schöne Palette auf die Beine gestellt haben. Zudem hatten sie mit den Flückiger Brüdern und Aaron Gwin auch im Worldcupzirkus die stärksten Fahrer unter Vertrag.
 
Die Fuel EX Reihe besteht aus 8 verschiedenen Modellen, wahlweise mit Carbon- oder Aluminiumrahmen und mit Ausstattungen für jedes Budget. Alle Bikes haben 26" Räder und 130 mm Federweg vorne und hinten. Wie erwähnt, habe ich mich für das Fuel EX 8 entschieden, welches zum fairen Preis von CHF 2'999.00 erhältlich ist.

Das Fuel EX 8 bietet einen schön verarbeiteten Alu-Rahmen, welcher mit einer Fox 32 CTD Gabel und mit einem Fox Float CTD Dämpfer bestückt ist. Speziell bei den Fox Federelementen ist die nur für Trek gemachte DRCV Technologie, welche dank zwei Luftkammern für ein noch besseres Ansprechsverhalten sorgen soll. Die Schaltung, die Bremsen und der Antrieb kommen von Shimano, wo ein Mix von Deore XT, SLX und Deore verbaut ist. Alles bewährte Teile, welche absolut zuverlässig funktionieren. Die Anbauteile, Laufräder und Reifen liefert die Trek Zubehörmarke Bontrager. Auch hier gibt es nichts zu meckern, die Parts machen einen soliden Eindruck und sind farblich auf den rot/schwarzen Rahmen angepasst.

Mein Bike entspricht nicht mehr ganz dem Original. Da ich noch viele Shimano XT Teile und einen Fulcrum Redzone Laufradsatz rumliegen hatte, habe ich dieses Material kurzerhand verbaut und das Bike so noch ein bisschen aufgepimped und leichter gemacht. Hier ein erster kleiner Kritikpunkt, das Bike ist mit dieser Ausstattung und Pedalen stolze 12,7 kg schwer. Ein doch etwas hohes Gewicht, auch im Vergleich zu meinem alten Intense 5.5, welches mit ähnlicher Bestückung nur 12,2 kg auf die Waage brachte. Da es an den leichten Anbauteilen nicht liegen kann, bedeutet das wohl, dass der Rahmen selbst sehr schwer ist.

Trek Fuel EX 8 rot/schwarz (Foto: Trek)


Fahrbericht:  


Ich habe das Bike im letzten November erhalten und hatte so die Möglichkeit, es bei Trockenheit, bei Schlamm und Nässe und sogar im Schnee zu testen.

Das Bike fährt sich bergauf und bergab sehr gut, der Mehrgelenker-Hinterbau verrichtet die Arbeit tadellos und bietet viele Reserven. Der tiefe Schwerpunkt und der flache 68 Grad Lenkwinkel geben dem Bike viel Spurtreue und so liegt es wie ein Brett auf dem Trail. Bei Uphills saugt sich der Hinterbau förmlich am Boden fest und auch sehr steile Steigungen lassen sich problemlos meistern. Bei Downhills fühlt man sich sehr sicher, da das Bike sehr feinfühlig arbeitet und auf jede Lenkbewegung schnell reagiert. Besser könnte es nur noch sein, wenn folgende zwei Punkte nicht wären...

Was mich schon beim Lesen des Geometrieblattes beunruhigt hatte, bestätigt sich auch in der Praxis: das Bike hat ein sehr langes Oberrohr. Bei meiner 18.5" Rahmengrösse sind es 60,5 cm, bei 19.5" sogar 62,2 cm! Das ist definitiv zu lang für ein Bike, das offiziell als Trailbike verkauft wird. Dies kann auch der kurze 80 mm Vorbau (ich fahre sogar 70 mm) nicht kompensieren. Das lange Oberrohr sorgt für eine zu gestreckte Sitzposition und gerade bei sehr verwinkelten, steilen Downhills liegt der Körperschwerpunkt zu weit vorne.

Auch enttäuscht bin ich vom Active Braking Point System (ABP), welches ein Verhärten der Federung beim Bremsen verhindern sollte. Bei mir funktioniert das schlichtweg nicht... Trotz verschiedenen ausprobierten Setups verhärtet die Federung spürbar, sobald man den Bremshebel zieht und noch Schläge von unten kommen. Wie schon erwähnt, solange man das Bike schnell über den Trail bewegt arbeitet das Fahrwerk genial und dann wirkt auch das ABP wie gewollt. Sobald man aber langsam über wurzeliges Gelände rollt oder tretet und gleichzeitig mit der Bremse spielt, dann kommt der ungeliebte Pedalrückschlag.

In Action im Tessin!

 

Fazit:


Alles in allem ein tolles Bike, welches mit einem guten Fahrwerk, einer coolen Optik und einem guten Preis-/Leistungsverhältnis punkten kann, und mir hoffentlich noch viele schöne Erlebnisse auf den Trails schenken wird.


Positiv:
+ gutes Fahrwerk
+ solide Ausstattung
+ gutes Preis-/Leistungsverhältnis
+ schön verarbeitet und optisch ansprechend

Negativ:
- langes Oberrohr
- ABP ist wirkungslos
- schwerer Rahmen

Preis: 
CHF 2'999.00

Infos:
Trek Schweiz

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