11. Mai 2017

Den E-MTB Gegnern gehen die Argumente aus

Dieser Blog bezieht sich auf einen Beitrag über E-Mountainbiker, welcher kürzlich auf der Website von Ride erschienen ist (zum Beitrag). Wenn man heute etwas über E-MTB schreibt, dann muss man damit rechnen, dass Kommentare von Gegnern und Befürwortern nicht lange auf sich warten lassen. Auch jener Beitrag wurde online x-fach kommentiert, und zum Teil muss man über seine bikenden Kollegen schlicht den Kopf schütteln... Auch ich habe in einem früheren Blog schon versucht, die Situation zu erklären (zum Blog). Warum diese Arroganz, diese Ignoranz und sogar Hass gegenüber E-Bikern?

Die früheren Argumente stechen heute nicht mehr


Mit dem Boom der E-Mountainbikes ist natürlich auch die Skepsis gegenüber dieser neuen Art des Bikens gestiegen. Viele Horrorszenarien wurden prognostiziert (mehr Unfälle, mehr Ärger, mehr Verkehr, mehr Trailbeschädigungen), nichts davon ist bis jetzt eingetroffen. Das Jahr 2016 kann man wohl als offiziellen Startschuss der E-Mountainbikeszene sehen. Das erste Mal wurden wirklich viele E-Bikes verkauft und E-Mountainbiker waren in grosser Anzahl auf den Trails unterwegs. Schön zu sehen ist, dass die negativen Schlagzeilen ausgeblieben sind. Keine E-Mountainbiker mussten von irgendwelchen Berggipfeln gerettet werden, keine Wanderer wurden über den Haufen gefahren und die Trails wurden auch im normalen Rahmen beansprucht.

Das haben wohl auch die Gegner gespürt und daher wird die Luft für überzeugende Argumente gegen E-Biker immer dünner. So waren auch beim Ride Beitrag einige Kommentare drin, die sich auf Stammtischniveau bewegen und weit weg von der Realität sind. Ein Schreiberling hat sich sogar auf den Ehrenkodex der IMBA (International Mountain Bicycling Association) bezogen, dass Mountainbikes aus natürlicher Kraft bewegt werden müssen. E-MTB werden aber aus eigener Muskelkraft vorangetrieben, denn ohne Treten geht gar nichts vorwärts. Und genau dieser Textverfasser, den ich persönlich kenne, fährt jeweils im Winter mit seinem Fatbike quer durch den verschneiten Wald und schreckt die Wildtiere auf, was gemäss IMBA aber eigentlich verboten wäre...

Meine E-MTB Kunden haben ihr Sportgerät im Griff und fahren auf gutem Niveau.


E-Mountainbiker sind sehr rücksichtsvolle und freundliche Biker


Meine Erfahrung mit E-Mountainbikern war bis jetzt durchwegs positiv. Als Bikeguide und Fahrtechnik-Experte freue ich mich über eine wachsende Kundschaft von Bikern mit Motor. Und eines kann gesagt werden, alle sind sehr freundlich und rücksichtsvoll auf den Trails unterwegs. Die wahren Rowdies und schwarzen Schafe sind definitiv die Biker ohne Motor...

Als ich meinen ersten E-MTB Fahrtechnikkurs durchgeführt hatte, da war ich erstaunt, wer am Morgen alles auf dem Kursgelände aufgetaucht war. Jung und Alt, Frau und Mann, ein buntes Grüppchen Biker, die keine der üblichen Klischees erfüllten. Alle wollten einfach ihre Biketechnik verbessern und lernen, wie sie mit ihrem Sportgerät sicherer und mit mehr Spass herumfahren können. Genauso, wie es die "normalen" Biker auch möchten.

Ich war überrascht, wie vorsichtig und langsam gefahren wurde, als wir nach dem Techniktraining auf die Trails wechselten. Ich musste die Teilnehmer sogar dazu zwingen, dass sie mal den Turbo-Modus aktivieren und den steilen Aufstieg mit voller Power hinauffahren. Um Strom zu sparen und um Ärger zu vermeiden, waren alle mit der tiefsten Motorunterstützung unterwegs und fuhren völlig unauffällig durchs Gelände.

Auch bei unseren Biketouren in der Toscana haben wir das festgestellt. Die E-Biker haben sich problemlos integriert und fuhren jeweils passiv am Schluss der Gruppe mit. Die Stimmung untereinander ist immer gut, man akzeptiert die Kollegen mit Motor und es gibt zusätzlich neue Themen, die am Esstisch diskutiert werden können.

Egal ob mit oder ohne Motor, wir sind alle Mountainbiker! Wir müssen zusammenhalten und wir müssen unseren Ruf stärken und uns nicht gegenseitig schlecht machen. Lasst uns alle gemeinsam diesen schönen Sport ausüben und geniessen!

Das soll eine Gefahr sein? Nein. Abgesehen vom Motor sieht alles ganz normal und kontrolliert aus.

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