11. Mai 2017

Singletrails der Superlative im Mendrisiotto

Schon seit vielen Jahren zieht es mich und meine Kollegen regelmässig ins schöne Tessin, in den Süden der Schweiz. Warum? Dafür gibt es gleich mehrere Gründe:
  • Das Tessin ist die Sonnenstube der Schweiz und einer der Vorteile ist das milde Wetter, selbst im Winter. So lässt es sich auch zwischen November und Februar meistens auf trockenen Trails biken. Schnee gibt es normalerweise erst ab 1'600 m.ü.M.
  • Die Trails im Tessin sind naturbelassen, wild, einsam, steil und anspruchsvoll. Hier kann man noch auf natürlichen Wanderwegen und Trampelpfaden fahren, welche gespickt sind mit vielen Wurzeln und grossen Steinen. Es bietet alles, was der ambitionierte Biker liebt! Und es ist vor allem ein schöner Gegensatz zu den vielen künstlichen (und langweiligen) Flowtrails, die man in immer mehr Bikedestinationen findet. Im Tessin ist eine gute Fahrtechnik gefragt und dann macht es extrem viel Spass!
  • Vor allem das Mendrisiotto, der südlichste Zipfel des Tessins hat es uns angetan. Der Hausberg Monte Generoso ist die perfekte Ausgangslage für Biketouren in verschiedene Richtungen. Man kann auf der Schweizer oder auf der Italienischen Seite fahren und erlebt so die unterschiedlichen Charaktere der Trails, der Dörfer und der Einwohner.
  • Und noch ein angenehmer Nebeneffekt, es gibt sehr wenig Wanderer und Fussgänger auf den Wegen. Selbst an einem schönen Wochenende hat man immer freie Fahrt!

Einsame Trails und offene Laubwälder sind typisch für das Mendrisiotto.

Darum ist für mich das Tessin die beste Region der Schweiz, wenn es um anspruchsvolle Biketouren geht. Oder eben, man findet Singletrails der Superlative!

Kürzlich waren wir wieder dort, um uns für unser Bikeweekend im Mendrisiotto am 22.-24.09.2017 vorzubereiten. Obwohl wir die Gegend schon sehr gut kennen, haben wir wieder neue Trails entdeckt und wir waren einmal mehr beeindruckt von dieser wunderschönen und verlassenen Gegend.

Seit diesem April fährt die Monte Generoso Bahn wieder, was den langen Anstieg ein bisschen angenehmer macht. Von Mendrisio bis auf den Gipfel sind es stolze 1'400 Höhenmeter am Stück. Für sportliche Fahrer ist es ein gutes Training, vor allem der erste Teil führt über eine gleichmässig ansteigende Strasse bis nach Bellavista. Aber auch die Bahnfahrer werden nicht ganz geschont, denn bei der Mittelstation Bellavista heisst es für Biker aussteigen und selber weitertreten. Es sind dann noch knapp 500 Höhenmeter, die auf einem steilen Schotterweg entlang dem Bahngleis führen.

Dieses Mal fuhren wir zweimal hoch, einmal bis zum Top und einmal bis nach Bellavista. Die erste Tour von ganz oben führte uns auf die westliche Seite des Berges, wo es zuerst durch offenes Gelände und später durch dichten Laubwald ging. Eine insgesamt steile und anspruchsvolle Abfahrt, die uns bis ins Dorf Melano führte, wo es zurück zur Talstation ging.

Bei der zweiten Tour folgte ein erstes Highlight gleich am Anfang, die Abfahrt ins Valle di Muggio ist ein langer und sehr schneller Singletrail, der einem nur durch einige Spitzkehren zum Bremsen zwingt. Im Talboden angekommen begann der anstrengende Teil, ein knackiger Anstieg brachte uns wieder auf die Anhöhe des Dorfes Muggio. Von dort ging es gleich weiter, via Cabbio hoch zur Alpe Loasa. Der ganze Weg ist technisch anspruchsvoll und verbraucht einige Körner. Aber die Schinderei lohnte sich, oben wurden wir mit einem tollen Panorama belohnt und vor allem wartete der nächste lange Downhill auf uns. Der Trail führte durch viele Steinfelder und man musste immer konzentriert bleiben und gleichzeitig die beste Linie wählen. Auf der ganzen Abfahrt vernichteten wir fast 1'000 Höhenmeter am Stück, bis wir im Dorf Vacallo ausgespuckt wurden.

Vorher noch ganz alleine im dichten Wald und nun zurück in der Zivilisation, mit viel Verkehr rund um den Zoll von Chiasso. Was für ein Kontrast...

Die neue, imposante Bergstation von Mario Botta auf dem Monte Generoso.

Schöner und flüssiger Singletrail vom Gipfel des Monte Generoso.

Willkommene Pause...

Unterwegs ins Valle di Muggio.

Vor der letzten Abfahrt noch kurz den Sonnenuntergang geniessen...

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