23. November 2017

Fahre im Regen und werde ein besserer Mountainbiker

Viele Mountainbiker sind Schönwetter-Fahrer und betreiben ihren Sport nur bei trockenen Bedingungen. Einerseits verständlich, andererseits schadet es nicht, auch mal bei Regen eine Ausfahrt zu machen.

Um mich als Beispiel zu nehmen: Warum beherrsche ich mein Mountainbike in jeder Situation sicher, stürze sehr selten und fahre auf konstant hohem Niveau? Weil ich in meiner langen Laufbahn als Rennfahrer und Bikeguide Tausende von Kilometern im Regen und auf nassen und schlammigen Trails zurückgelegt habe.

Darum gilt: Ein richtig guter Mountainbiker wird nur, wer immer wieder mal freiwillig im Regen fährt!

Bei Rennen kann man sich das Wetter nicht aussuchen... Aber dank guter Fahrtechnik kein Problem!

Man kann sich das Wetter nicht aussuchen und es kann durchaus sein, dass man während einer Biketour oder an einem Rennen von einem Unwetter überrascht wird. Wenn das der Fall ist, dann zeigt sich, wer sein Sportgerät wirklich im Griff hat und wer nicht. Da hilft nur Training!

Zugegeben, es braucht Überwindung, sich in die Bikekleider zu werfen und raus in den Regen zu gehen. Aber wenn man mal unterwegs ist und den ersten Trail unter den Rädern hat, dann ist alles vergessen. Und das „Dräckle“ macht super viel Spass! Man surft durch Pfützen, pflügt durch den Dreck und hat den Adrenalinkick auf nassen Wurzeln und Steinen.

Es braucht Überwindung... Aber sobald man auf dem Trail ist, dann ist Spass angesagt!

Und jetzt kommt der wichtigste Punkt: So ganz nebenbei kann man hervorragend seine Fahrtechnik verbessern. Das Fahren im Schlamm und auf nassen Trails bringt dir:

  • mehr Selbstvertrauen auf rutschigem Boden
  • mehr Gefühl für das Bike
  • mehr Gefühl für die Bedienung der Bremsen
  • mehr Gefühl für die Traktion der Reifen
  • mehr Gefühl für das Gleichgewicht
  • mehr Spass auf den Trails
All das bringt dich auch auf bei trockenen Bedingungen weiter!

Tönt gut, oder? Das Fahren bei Nässe erfordert mehr Feingefühl, was Körperhaltung, Bremsen und Treten betrifft. Aber du wirst sehen, wenn du das regelmässig trainierst, dann bist du schon bald sehr souverän im Schlamm unterwegs. Auch nasse Wurzeln und Steine solltest du genauso fahren, wie wenn es trocken ist. Du musst allerdings ein bisschen Druck von den Rädern nehmen und geschmeidig wie eine Katze über die Hindernisse rollen. Die Geschwindigkeit darf hoch bleiben, der Dreck bremst meistens sowieso automatisch.

Beim Bike-Setup muss man eigentlich nichts ändern. Man kann mit dem Reifendruck experimentieren, ein bisschen weniger Luftdruck bringt mehr Grip. Wenn man regelmässig bei schlammigen Bedingungen fährt, dann sollte man sich allerdings einen Reifen zulegen, der ein hohes und offenes Profil hat und den Dreck nicht zu fest sammelt.

Zwei Dinge gibt es zu beachten, wenn man seine Schlammkarriere starten will:

Man wird unweigerlich dreckig. Je nach Boden so richtig dreckig. Das heisst, dass nach der Ausfahrt das Bike und die Kleidung gewaschen werden müssen. Am besten geht das, wenn der Dreck noch feucht ist. Die Kleider sollte man vorher noch mit dem Gartenschlauch abspritzen, damit später nicht die Waschmaschine verstopft.

Bei der Auswahl der Tour sollte man schauen, dass man Trails fährt, die einen festen Untergrund haben. Je weicher der Boden, desto tiefer werden die Spuren, die man hinterlässt. Gerade bei künstlich gebauten Strecken ist das oft ein Problem, dass der Trail nach einer längeren Regenperiode und vielen Fahrten stark leidet. Hier ist Vernunft angesagt, schliesslich will ja jeder Mountainbiker gut gepflegte Trails fahren.

Lieber eine andere Strecke wählen! Solche Trails sollte man meiden, damit sie nicht zu fest zerstört werden.

Also, statt beim nächsten Regen faul auf dem Sofa rumliegen, Mountainbike schnappen und raus auf die Trails! Viel Spass und Erfolg im Dreck!!



Hier noch zwei Videos, die eindrücklich zeigen, wie schnell man im Regen fahren kann...



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen