7. Januar 2019

Stoppt die Zweifingerbremsung!

Es ist ein Relikt aus den Ursprungszeiten des Bikesports, welches sich bis heute hartnäckig hält: Die Zweifingerbremsung (oder sogar Dreifingerbremsung).

Was bei alten Mountainbikes mit schwachen und harzigen Felgenbremsen noch nötig war, gehört seit der Einführung von starken und leichtgängigen Scheibenbremsen der Vergangenheit an. Es gibt keinen einzigen Grund, um mit mehr als dem Zeigefinger zu bremsen!

An meinen Fahrtechnikkursen lautet immer eine der ersten Fragen an die Teilnehmer, mit wie vielen Fingern sie die Bremshebel bedienen. Meistens kommt die Antwort zwei oder drei. Wenn ich dann die Leute frage, warum sie das tun, dann kommt nur ein Schulterzucken. Es ist also einfach eine Fehlhaltung, die man sich irgendwann angeeignet hat. Die gute Sache daran ist, dass sich das problemlos abgewöhnen lässt. Die Einfingerbremsung musst du nicht lernen, du musst sie einfach konsequent anwenden und schon funktioniert es.

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Nur die Zeigefinger gehören an die Bremshebel!

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Zwei Finger am Bremshebel und der Lenker zu breit... Viel Verbesserungspotenzial bei diesem Biker.


Die Vorteile der Einfingerbremsung


Warum sollst du nur mit dem Zeigefinger bremsen? Um Stürze zu vermeiden, um die Bremsen gefühlvoller zu bedienen und um mehr Lockerheit zu erreichen.

Wer mit zwei oder drei Fingern bremst, der ist ein Grobmotoriker. Du hast überhaupt kein Gefühl an der Bremse, es gibt nur ein ganz offen oder ganz zu. Gewisse Scheibenbremsen sind heute so bissig, dass man geradeaus über den Lenker fliegt, wenn man mit zwei Fingern voll am Bremshebel zieht. Im steilen und rutschigen Gelände ist ein dosiertes Bremsen besonders wichtig, sonst führt es zu blockierten Rädern, unkontrollierbarem Bike und schlussendlich zu Ausrutschern und Stürzen. Als Bikeguide musste ich leider schon einige Unfälle von meinen Kunden miterleben, die Ursache ist meistens das falsche Bremsen...

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Falsch gebremst und schon geht es ab in die Büsche...


Ein gefühlvolles und dosiertes Bremsen ist erst möglich, wenn nur der Zeigefinger am Hebel ist. Mit einem Finger an der Bremse hast du zudem einen viel besseren Halt am Lenkergriff. Die anderen vier Finger umfassen den Griff und der Lenker kann locker gehalten werden. Bei langen und anspruchsvollen Abfahrten ein wesentlicher Punkt, um weniger schnell harte Arme zu bekommen und zu ermüden.

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Wenn es richtig zur Sache geht, dann braucht man die Finger am Lenkergriff.


Die Bremshebel richtig einstellen


Bevor du mit der Einfingerbremsung loslegst, solltest du die Bremshebelposition richtig einstellen. Im Normalfall lässt du einen Abstand zwischen Hebel und Lenkergriff, damit du mit dem Zeigefinger den Bremshebel am äussersten Ende fassen kannst. Gleichzeitig ist der Handballen bündig mit dem Lenkerende. Weitere Tipps zur Cockpit-Einstellung gibt es in diesem Blog.

Hier eine Bitte an die Bikeshops: Nehmt euch doch nach dem Bikeverkauf noch einige Minuten Zeit und stellt euren Kunden die Bremshebel und das Cockpit gleich richtig ein.

Und auch die Bikehersteller könnten aufhören, auf gewissen Modellen noch extralange Bremshebel zu spezifizieren. Niemand braucht das. Wenn alle Leute richtig bremsen würden, dann müsste z.B. die Firma Bosch nicht so sinnlose Dinge wie eine ABS-Bremse entwickeln...

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Die Bremshebel so montieren, damit sie bequem gefasst und bedient werden können.


Starte heute mit der Einfingerbremsung


Warte nicht länger zu, sondern starte noch heute mit der Einfingerbremsung. Heute! Zu Beginn gehört der gelegentliche Blick auf den Lenker dazu, um zu kontrollieren, ob du nicht versehentlich wieder mehrere Finger am Bremshebel hast. Und wie jedes Körperteil, kannst du auch die Kraft in den Fingern und Unterarmen trainieren, damit du auch in langen Abfahrten nicht ermüdest. Es ist alles reine Übungssache.

Schon nach kurzer Zeit wirst du deine alten Gewohnheiten ablegen und das Biken auf einem neuen Level geniessen! Viel Spass!

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Unser Champion Nino Schurter zeigt, wie es richtig geht! (Foto: lavocedeltrentino.it)

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