15. April 2019

Testbericht: RockShox Pike Ultimate 2020

Am 04.04.2019 wurde sie offiziell präsentiert und am 08.04.2019 hatte ich sie montiert! Die Rede ist von der neuen RockShox Pike Ultimate, Modelljahr 2020. Die Trailgabel vom Federungspionier war die letzten zwei Jahre unverändert, daher war es nur eine Frage der Zeit, bis hier nachgelegt wird.

Nun ist es soweit, im April 2019 wird eine 2020 Gabel präsentiert. Verrückte Bikewelt… Die Vorfreude war gross bei mir, im März waren erste Bilder im Internet aufgetaucht, die auf eine neue Pike hindeuteten. Einige Wochen später also die Bestätigung, die Pike ist nun für jedermann lieferbar. Übrigens, auch die SID, Lyrik und Boxxer sind in einer neuen Ultimate Version erhältlich.

Ich war schon die letzten fünf Jahre ein treuer Pike-Fahrer und das obwohl meine Rocky Mountain Bikes jeweils mit Fox Gabeln ausgeliefert wurden. Aber irgendwie kam ich mit 34 und 36 nie wirklich klar und als ich das erste Mal eine Pike eingebaut hatte, war das wie eine Offenbarung. Seither habe ich immer gleich die Gabel ausgewechselt, als ich wieder ein neues Bike aus dem Karton zog.

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Die RockShox Pike Ultimate mit 150 mm am Rocky Mountain Thunderbolt BC mit 140 mm Federweg.

Neue Pike Ultimate RC2 vs. alte Pike RCT3.


Was ist neu?


Rein äusserlich muss man genau hinschauen, um einen Unterschied zum Vorgänger festzustellen, mal abgesehen von der auffälligen Farbe im geilen Oldschool-Silber (die Pike ist auch noch in Schwarzglanz erhältlich). Die Neuheiten sind vor allem im Innern der Gabel zu finden.

Die Dämpferkartusche hat jetzt die Bezeichnung Charger 2.1 und es wurden die High- und Lowspeed Compression überarbeitet. Gemäss RockShox gibt das ein lineareres Ansprechverhalten und gleichzeitig steht die Gabel höher im Federweg. Es gibt ein RC2 und ein RCT3 Modell. Ich habe die RC2 Version gewählt, bei der man Highspeed mit 5 Klicks und Lowspeed sogar mit 20 Klicks verstellen kann.

Der Rebound hat einen optimierten Ölfluss und sorgt für konstante Dämpfung.

Die Federung übernimmt die bewährte DebonAir Technologie.

Ein neues Gabelöl von Maxima und SKF Schmutzabstreifer sollen die Reibung verringern und die Serviceintervalle erhöhen.

Alles in allem versprechen diese Änderungen weniger Ermüdung bei langen Abfahrten und bessere Traktion.

Das Gewicht liegt fahrfertig bei 1940 g, damit ist sie rund 30 g schwerer, als die alte Pike.

Erhältlich ist die neue Pike Ultimate für 27.5" (Offset 37 oder 46 mm) und 29" (Offset 42 oder 51 mm) und mit 120-160 mm Federweg.

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Die Charger 2.1 Dämpferkartusche ist das Herzstück der neuen RockShox Federgabeln.


Fahrbericht auf dem Trail


Ich war gespannt, ob sich diese kleinen Verbesserungen tatsächlich auch auf dem Trail bemerkbar machen. Um einen möglichst authentischen Vergleich zu haben, wählte ich das gleiche Setup wie bei meiner alten Pike: 65 PSI Luftdruck, 1 Token, Compression voll geöffnet. Mein Bike ist ein Rocky Mountain Thunderbolt BC Edition 2019 mit 140 mm am Heck und die Pike habe ich mit 150 mm Federweg bestellt. Ich bin 69 kg schwer und habe einen verspielten und leicht aggressiven Fahrstil.

Zuerst musste ich den Hügel hochstrampeln, im Wiegetritt zeigt sich die Gabel stabil, auch bei voll offener Compression wippt sie nur leicht. Das RC2 Modell lässt sich nicht blockieren, aber diese Funktion vermisse ich überhaupt nicht, ich fuhr schon früher meine Gabeln immer offen.

Im Downhill kam dann gleich ein erster "Aha-Effekt".  Obwohl der Boden leicht feucht ist, gleitet das Vorderrad wie auf Schienen durch die Kurven und bügelt die Wurzeln einfach glatt. Beim ersten Sprung zog ich ab und hatte sofort einen hohen Luftstand, irgendwie hat die Gabel viel "Pop". Kann das wirklich sein?

Unten angekommen fuhr ich gleich nochmals den Hügel hoch und wählte einen anderen Trail für die Abfahrt. Und wieder hatte ich das Gefühl, dass das Vorderrad sehr viel Grip aufbaut und Bunny Hops und Sprünge leicht von der Hand gehen.

Es scheint sich also zu bewahrheiten, was RockShox verspricht. So gut fühlten sich diese Trails noch nie an! Die Gabel gibt Sicherheit und verleitet zu hohen Geschwindigkeiten.

Ein Blick auf den Federweg zeigte allerdings, dass ich die ganzen 150 mm Federweg aufgebraucht hatte. Das bestehende Setup war also zu weich. Zuhause schraubte ich die Gabel auf, setzte einen zweiten Token ein, machte die Highspeed Compression einen Klick zu und erhöhte minim den Luftdruck auf 70 PSI. Auch hier behält RockShox recht, die neue Pike ist tatsächlich linearer, als das alte Modell.

Eine kurze Testfahrt zeigte, dass die neue Einstellung funktioniert, auch nach Sprüngen habe ich nun einen kleinen Restfederweg zur Verfügung. Jetzt experimentiere ich noch ein bisschen mit der High- und Lowspeed Compression, um das perfekte Setup zu finden.

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Stufen werden locker weggesteckt und die Gabel bleibt hoch im Federweg.

Durchschlag Test...


Fazit


Die neue RockShox Pike Ultimate überzeugt auf der ganzen Linie. Es ist erstaunlich, wie es die Ingenieure immer wieder schaffen, ein super Produkt noch besser zu machen. Mit den vielen verschiedenen Einstellmöglichkeiten kann die Gabel perfekt auf die eigenen Bedürfnisse eingestellt werden. Hinzu kommt die coole Optik, die silberne Gabel zieht die Blicke der anderen Biker auf sich (zumindest vorläufig, wo ich einer der Ersten damit bin).

Wer ein bisschen Geld übrig hat und seinem bestehenden Bike mehr Federkomfort gönnen will, dem kann ich die Pike Ultimate wärmstens empfehlen. Der Spassfaktor und die Sicherheit auf dem Trail steigen spürbar!


Preis


CHF 1'129.00

Informationen


RockShox
Amsler Bike & Parts

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Die Pike Ultimate geht wie auf Schienen um die Kurven!

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