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27 Juli 2020

Testbericht: Pirelli Scorpion MTB-Reifen

Von meinem Partner und Schweizer Pirelli Vertrieb CHRIS sports habe ich die neuen Pirelli Scorpion MTB-Reifen zum Testen erhalten.

Die Marke Pirelli kennt wohl jeder. Die italienische Firma wurde bereits 1872 gegründet und gehört zu den grössten Reifenproduzenten weltweit. Schon 1894 wurden die ersten Fahrradreifen hergestellt. Später konzentrierte man sich auf Auto- und Motorradreifen und es wurde auch viel in den Rennsport investiert. Pirelli ist aktueller Ausrüster der Formel 1 und gewann über 460 Meistertitel im Automobil- und Motorradsport. Und dann gibt es da noch den berühmten Kalender, mit welchem man sich auch einen Namen in der Glamourwelt machte.

2017 präsentierte Pirelli neue Rennradreifen und sie waren wieder zurück im Geschäft. Kurze Zeit später folgten weitere Gummis für MTB, Gravel und Urban. Das zeigt, dass selbst für grosse Konzerne das Fahrrad an Bedeutung gewinnt. Eine erfreuliche Entwicklung!

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Der Pirelli Scorpion Enduro S 29x2.60" an meinem Mondraker Chaser 29.



Die Palette der MTB-Reifen reicht von Cross-Country bis Enduro. Es wird grundsätzlich in vier Kategorien unterteilt: XC, Trail, Enduro und E-MTB. Die Reifen werden in verschiedenen Grössen und Breiten und mit unterschiedlichen Profilen und Karkassen angeboten. Die Auswahl ist so umfangreich, dass man fast ein bisschen den Überblick verliert...

Die Modelle heissen alle Scorpion, werden aber mit zusätzlichen Buchstaben versehen für die verschiedenen Untergründe:
  • "RC" für Racing (Renneinsatz)
  • "H" für Hard (harter Untergrund)
  • "M" für Mixed (wechselnder Untergrund)
  • "S" für Soft (loser und weicher Untergrund)
  • "R" für Rear (ein Profil speziell für das Hinterrad)
Dabei ist zu beachten, dass z.B. mit Soft nicht eine softe Gummimischung gemeint ist, sondern ein softer Boden. Die Gummimischung ist immer der SmartGRIP Compound, welcher bei trockenen und nassen Bedingungen die optimale Traktion bieten soll. Das Profil ist aber je nach Untergrund verschieden.

Bevor man sich für Pirelli MTB-Reifen entscheidet, sollte man also ungefähr festlegen, auf welchem Boden man hauptsächlich unterwegs ist.

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Welcher Scorpion darf es sein? Die Auswahl ist gross und es fehlen hier noch die E-MTB Modelle.



In diesem Test nehme ich die Modelle Scorpion Enduro S und Scorpion Enduro R in 27.5"x2.40" und Scorpion Enduro S in 29"x2.60" unter die Lupe. Ich fahre sie tubeless auf einer Felge mit 30 mm Innenbreite an meinem Rocky Mountain Thunderbolt und Mondraker Chaser 29 E-MTB.

Zugegeben, als ich die Reifen das erste Mal in der Hand hielt, war ich skeptisch. Vor allem der Scorpion S erinnert mit dem sehr groben und pfeilförmigen Profil an die Klassiker der 90er Jahre (Panaracer Smoke Dart, Tioga Psycho, IRC Mythos, usw.). Was aber vor 30 Jahren gut war, das hat auch heute noch Berechtigung, dazu später mehr.

Die Montage ging problemlos, trotz der stabilen Seitenwände konnte ich die Reifen mit blossen Händen auf die Felgen ziehen. Beim Aufpumpen brauchte es allerdings einige Versuche, bis die Reifen richtig im Felgenbett sassen. Dann blieben sie aber dicht, selbst ohne Milch ging die Luft über Nacht nicht raus. Ich befüllte sie nachträglich mit 80 ml Flüssigkeit.

In der Grösse 27.5"x2.40" bringen der Scorpion Enduro S 1150 g und der Enduro R 1090 g auf die Waage. Der Scorpion Enduro S in 29"x2.60" wiegt stolze 1250 g (alle Reifen nachgewogen). Das sind keine Leichtgewichte, aber wie erwähnt, gibt es diese Reifen auch noch in leichteren Versionen. Da ich keine Rennen mehr fahre, ist für mich das Gewicht sowieso zweitrangig. Viel wichtiger sind mir die Traktion und die Zuverlässigkeit.

Der Enduro S hat ein pfeilförmiges Profil mit hohen und weit auseinander stehenden Stollen. Damit soll bei losem, weichem und rutschigem Untergrund grösstmögliche Traktion erreicht werden. Der Enduro R ist speziell für das Hinterrad gedacht und hat die typischen Querstollen in der Mitte, welche für Grip beim Hochfahren und Bremsen sorgen sollen. Die Mittelstollen sind ein wenig tiefer als die Seitenstollen, was zusätzlich den Rollwiderstand verringert. Beide Reifen haben eine Breite von knapp 59 mm, das ist eher schmal für 2.40". Wem das zu wenig ist, der kann die Breite 2.60" wählen, welche mit 67 mm sicher genügend Auflagefläche bietet.

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Die Profile von Scorpion Enduro S und Scorpion Enduro R.



Ich konnte die Reifen in den letzten drei Monaten ausgiebig bei allen möglichen Bedingungen testen. Das launische Wetter im Mai und Juni sorgte für viel Regen und die Trails waren oft nass und schlammig. Besonders häufig habe ich den Scorpion S 29x2.60" am E-MTB über die Trails gejagt. Die 2.40" habe ich mit 1,6 bar und die 2.60" mit 1,2 bar Luftdruck gefahren.

Der Scorpion S überraschte mit sehr viel Grip am Vorderrad, vor allem auch bei Nässe. Der Reifen beisst sich richtiggehend in den Boden und sorgt für eine messerscharfe Kurvenführung. Damit nicht das schwere E-Bike dafür verantwortlich gemacht werden kann, hatte ich den gleichen Trail umgehend auch unmotorisiert gefahren und auch mit dem 2.40" gab es das gleiche Resultat. Der Reifen bietet selbst im Grenzbereich eine sehr hohe Traktion, was für viel Sicherheit und Vertrauen sorgt.

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Der Scorpion S am Vorderrad bietet hervorragenden Grip bei allen Bedingungen. (Foto: spitznagel.ch)

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Am E-MTB habe in den Scorpion S vorne und hinten montiert. Funktioniert super!



Der Scorpion R am Hinterrad bietet guten Grip im Uphill bei trockenen und nassen Bedingungen. Im Downhill konnte er mit dem Vorderrad aber nicht ganz mithalten, wegen dem flachen Profil kommt er schneller ins Rutschen, als der grobe Scorpion S. Die Haftgrenze ist aber durchaus definiert und man kann kontrolliert um die Kurven driften. Hier fragt es sich wieder einmal, ob es überhaupt nötig ist, einen speziellen Hinterradreifen zu entwickeln. Auf dem E-MTB habe ich den Scorpion S vorne und hinten montiert und das funktioniert super. Der Vorderreifen bietet auch am Hinterrad genügend Traktion beim Bremsen und Hochfahren.

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Der Scorpion R am Hinterrad pflügt sich erfolgreich durch den Schlamm.

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Bei hohen Geschwindigkeiten neigt das Hinterrad zum (kontrollierten) Rutschen.



Der Rollwiderstand ist, trotz des hohen Gewichts, erstaunlich gut. Man gewinnt aber mit diesen schweren Reifen keinen Bergsprint. Da diese in die Kategorie Enduro gehören, ist auch klar, dass sie vor allem in der Abfahrt punkten müssen.

Probleme gibt es bis jetzt keine, die Scorpions verrichten zuverlässig ihre Arbeit. Trotz tiefem Luftdruck sitzen sie fest in der Felge und dank den stabilen Seitenwänden gibt es kaum Durchschläge. Das Profil zeigt kleine Gebrauchsspuren, die Stollen sind aber alle noch intakt.

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So sehen die Scorpions übrigens von unten aus.



NACHTRAG 05.08.2020: Kürzlich habe ich das Bike meiner Partnerin auch auf Pirelli umgerüstet. Da sie eher gemächlich unterwegs ist, habe ich ihr den Scorpion XC M 29"x2.40" montiert. Ich liess es mir nicht nehmen und habe mit ihrem Bike ein paar Tage in der Toscana verbracht. Italienische Reifen auf italienischem Boden, das kann ja nur gut kommen!

Die toscanischen Trails waren sehr trocken, staubig, steinig und rutschig. Aufgrund dieser Bedingungen habe ich einen eher tiefen Luftdruck gefahren, vorne 1,4 und hinten 1,5 bar. Beim XC merkt man das geringe Gewicht, mit 830 g pro Reifen geht es zügig vorwärts. Die Beschleunigung und das Rollverhalten sind gut und der Reifen hat eine angenehme Eigendämpfung.

Der Grip ist auch bei diesem Modell wieder eine kleine Überraschung. Im Uphill und Downhill beisst sich der Gummi regelrecht in den harten Boden und sorgt für viel Traktion. Der Kurvenhalt ist hervorragend, man muss nur den Mut haben, um das Bike voll reinzulegen. Der Grenzbereich ist gut spürbar, selbst ein Drift über beide Reifen kann man gezielt kontrollieren. Top!

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Der Pirelli Scorpion XC M auf dem trockenen, steinigen Boden der Toscana.

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Das Profil besteht aus vielen kleinen Klötzchen.

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Es ist rutschig, aber der Scorpion XC M hält die Spur.

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Im harten Gelände bietet der Reifen eine gute Eigendämpfung.



Fazit


Ein neuer Geheimtipp? Pirelli hat die Hausaufgaben gemacht. Sie haben nicht einfach MTB-Reifen auf den Markt gebracht, um das Sortiment abzurunden, sondern sich ernsthaft mit dem Thema auseinander gesetzt. Vor dem Kauf muss man sich einige Gedanken über den Einsatzzweck machen, damit man sicher den passenden Reifen wählt. Dann erhält man aber Gummis, die bei jeder Biketour für viel Traktion und Sicherheit sorgen. Vor allem der Scorpion S überzeugt mit hervorragendem Grip an Vorder- und Hinterrad und hat klar eine Kaufempfehlung verdient.


Preis


ab CHF 67.90


Informationen



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Vollgas durchs Unterholz! Die Pirelli Reifen sorgen für Sicherheit und Vertrauen. (Foto: spitznagel.ch)

20 Juli 2020

6 Tipps gegen Geräusche am Mountainbike

Mit einem Mountainbike sollte man lautlos über die Trails gleiten können, nur das Surren des Freilaufs darf die Ruhe stören. Leider ist das aber nicht immer so, an einem MTB befinden sich jede Menge Teile, die nervtötende Geräusche verursachen können.

Je wilder und länger man über Stock und Stein jagt, desto grösser ist die Chance, dass es irgendwo und irgendwann knarzt, knackst, klappert, schlägt und klingelt. Teilweise ist es schwierig, die Lärmquelle zu finden, wenn diese aber lokalisiert ist, dann gibt es auch immer eine Lösung dafür. Hier findest du alle Tipps, wie du die Lärmverursacher erfolgreich beseitigen kannst.


1. Die Kette schlägt an den Rahmen


Der Klassiker ist die Kette, welche an den Rahmen schlägt. Das geht akustisch auf die Nerven und hinterlässt hässliche Lackschäden.

Da das ein bekanntes Problem ist, haben moderne Mountainbikes meistens schon vorgeformte Plastikschützer an der Kettenstrebe oder sogar Kettenführungen montiert. Bei einigen Herstellern sind sie fix verschraubt und halten bombenfest, bei anderen sind sie lediglich geklebt. Die geklebten Produkte sind oft nicht allwetter- und putzmitteltauglich und lösen sich früher oder später vom Rahmen. Auch bei meinem Rocky Mountain und Mondraker war dies leider der Fall und ich habe deshalb selber etwas gebastelt.

Damit du deine Kette ruhig stellen kannst, gibt es verschiedene Möglichkeiten und Produkte:

Neopren


Der gute, alte Neoprenüberzieher mit Klettverschluss ist auch heute noch eine günstige, leichte und langlebige Lösung. Er kann gut gereinigt werden und lässt sich immer wieder verwenden. Vor dem Kauf unbedingt die Kettenstrebe messen, es gibt verschiedene Durchmesser und Längen.

Bei meinem Rocky Mountain Thunderbolt läuft die Kette sehr knapp über die Kettenstrebe und selbst der verbaute Plastikschutz konnte ein Klappern nicht verhindern. Ich habe darum einen Neopren von Race Face montiert und seither ist Ruhe.

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Der Neoprenüberzug schützt die Kettenstrebe und sorgt für Ruhe.


Slapper Tape


Slapper Tape ist der Name für ein Klebeband von MarshGuard. Das Band lässt sich einfach zuschneiden, ist sehr flexibel und klebt auch zuverlässig auf Kanten und Rundungen. Das MarshGuard ist allerdings ziemlich teuer (ca. CHF 20.00 für 1 Meter) und darum empfehle ich als Alternative das günstigere 3M Scotch 2228 Ruber Mastic Tape (kostet ca. CHF 20.00 für 3 Meter und ist meines Wissens genau das gleiche Produkt). Erhältlich ist es in vielen Online-Shops.

Gute Erfahrungen machte ich auch mit dem Kettenstrebenschutz von BBB, Artikel BBP-21. Es ist ebenfalls ein dickes und breites Klebeband von 3M, welches bereits im richtigen Mass für die Kettenstrebe daherkommt.

geraeusche am mountainbike
Das Scotch 2228 Ruber Mastic Tape oder Slapper Tape. Zuverlässig, stark und flexibel.

geraeusche am mountainbike
Das BBB BBP-21 ist ein fixfertiger Kettenstrebenschutz.


Klebefolie


Die Klebefolie ist wahrscheinlich zu dünn, um wirksam Geräusche zu dämmen. Aber immerhin schützt sie den Rahmen vor Lackschäden durch die schlagende Kette. Die Folie kann man auch an Stellen anbringen, wo die Kabel am Rahmen scheuern.

geraeusche am mountainbike
Die einfache Klebefolie schützt vor allem vor Lackschäden.


Kette kürzen


Es kann auch einfach sein, dass die Kette zu lang ist und darum an den Rahmen schlägt. Falls das der Fall ist, können 1-2 Glieder entfernt werden und das Problem ist vielleicht schon gelöst.

geraeusche am mountainbike
Die Kette muss einiges mitmachen, wenn es auf dem Trail richtig abgeht...



2. Die Scheibenbremsen quietschen


Scheibenbremsen sollten normalerweise leise und kräftig zubeissen. Nur bei Regen und Kälte kann es vorkommen, dass die Bremse quietscht, damit muss man einfach leben können.

Wenn die Bremsen auch bei Sonne und Wärme lärmen, ist oft eine Verschmutzung an Scheibe oder Belag der Auslöser. Gleichzeitig geht auch meistens die Bremskraft verloren. Es kann vorkommen, dass Rückstände von Putzmittel, Öl und Fett auf die Bremsen gelangen. In diesem Fall Bremsscheibe und Bremsbeläge mit einem speziellen Brake Cleaner reinigen. Ein Anschleifen der Beläge mit einem feinen Schleifpapier kann ebenfalls helfen.

Grundsätzlich neigen die metallischen Sinterbeläge eher zum Quietschen, als die weicheren organischen Beläge. Es gibt auch Belags- und Scheibenkombinationen, die einfach nicht zusammenarbeiten wollen. Es ist daher ratsam, Bremsbelag und Bremsscheibe vom gleichen Hersteller zu verwenden.

geraeusche am mountainbike
Es quietscht, wenn Bremsscheiben und Bremsbeläge nicht sauber sind.



3. Der Akku im E-Bike wackelt


Bei E-Mountainbikes kann der Akku wackeln und Klappergeräusche verursachen. Vor allem bei älteren Modellen, wo der Akku noch auf dem Unterrohr aufgesetzt ist, ist das ein weitverbreitetes Problem. Bei den neuen E-Bikes mit integriertem Akku kommt es eher selten vor.

Abhilfe kann auch hier das Slapper Tape schaffen, in dem man einen kleinen Streifen auf den Rahmen oder direkt auf den Akku klebt. Auch die Filzgleiter für Möbel sind dafür gut geeignet.

geraeusche am mountainbike
Slapper Tape hilft auch gegen Akkuklappern im Rahmen.



4. Die Ventile klappern in der Felge


Ventile, die in den Felgen klappern können ebenfalls ziemlich nerven. Dies hat man oft bei Rennrädern mit hohen Carbonfelgen. Aber auch beim Mountainbike kann es vorkommen, dass die Ventile zu lose in den Löchern stecken.

Die Ventilmutter, welche bei den meisten Ventilen dabei ist, möglichst fest anziehen. Oder allenfalls komplett weglassen. Es gibt auch spezielle Aufkleber, welche man über die Ventile stülpen kann, dann braucht es die Mutter nicht. Bei Tubeless muss die Mutter immer montiert werden.

geraeusche am mountainbike
Auch ein kleines Ventil kann für Lärm sorgen. Die Mutter muss richtig fest angezogen sein.



5. Die Kabel scheuern aneinander


Auch Schalt- und Bremskabel können aneinander scheuern oder an den Rahmen schlagen und so Geräusche verursachen. 

Da helfen 1-2 Kabelbinder, sobald die Kabel miteinander verbunden sind geben sie Ruhe. Man kann sich auch die Mühe machen und die Kabel komplett mit einem Bündelschlauch einwickeln.

geraeusche am mountainbike
Kabelbinder oder Bündelschlauch stellen die Kabel ruhig.



6. Es knackst und knarzt irgendwo


Knacksen, knarzen und klappern wird früher oder später jedes Mountainbike. Schuld daran sind immer Schraubverbindungen, Drehpunkte und Lager. Sobald diese verdreckt sind, oder durch das häufige Putzen trocken laufen, melden sie sich. Die Schwierigkeit ist, dass man die Ursache dafür findet. Carbonrahmen wirken oft wie ein Resonanzkörper, da hört man ein Knacken vorne, das Problem ist aber hinten oder umgekehrt.

Lärm machen können: Tretlager, Schwingendrehpunkte, Dämpferaufnahmen, Steuersatz, Gabelschaft, Kettenblätter, Pedalen, Kassette, Freilauf, Radlager, Vorbauklemmung, Sattelklemmung, Wechselauge, Flaschenhalter, usw. Also so ziemlich jedes Teil am Mountainbike...

Das Bike sollte man Stück für Stück durchchecken, bis man die fehlerhafte Stelle gefunden hat. Vorderrad zwischen die Beine klemmen und den Lenker hin und her bewegen. Bremsen ziehen und Bike nach vorne und zurück bewegen. Am Hinterrad rütteln. Mit dem Fuss seitlich auf das Pedal stehen und das Bike nach unten drücken.

Wenn man das lärmende Teil gefunden hat, muss man es ausbauen und reinigen. Normalerweise hilft eine grosse Portion Fett, damit es wieder ruhig und geschmeidig läuft. Oft ist auch eine Schraubverbindung lose, diese mit den nötigen Nm wieder anziehen kann und gut ist.

Wenn Steuerlager, Radlager und Tretlager ein Spiel aufweisen, dann können sie vorsichtig nachjustiert werden, damit sie wieder ruckelfrei funktionieren. Defekte Kugellager oder Buchsen müssen gegen Neuteile ersetzt werden.

geraeusche am mountainbike
Drehpunkte sorgen oft für Knackgeräusche. Fetten und richtig anziehen hilft.

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Die Sattelklemmung wird oft vergessen, sie ist aber ständiger Belastung ausgesetzt.

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Das Steuerlager muss spielfrei und gut gefettet sein.