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16/06/2021

Die Macht des Gleichgewichts

Wir alle benötigen ein gutes Gleichgewicht, damit wir nicht durchs Leben stolpern. Und noch viel wichtiger ist ein gutes Gleichgewicht für uns Mountainbiker, damit wir unser Sportgerät jederzeit sicher beherrschen. Ich komme hier gleich auf den Punkt: Mangelndes Gleichgewicht in schwierigem Gelände kann zu tödlichen Unfällen führen.

An meinen Fahrtechnikkursen lege ich grossen Wert darauf, dass die Teilnehmer*innen die Notwendigkeit von einem guten Gleichgewicht kennen und wissen, wie man es verbessert. Viele haben sich bis dahin nicht mit diesem Thema auseinander gesetzt und unterschätzen diese Komponente komplett. Eine gute Balance wird aber benötigt, um überhaupt gewisse Techniken anwenden zu können, um anspruchsvolle Trails zu fahren und natürlich um Stürze zu vermeiden.

Wie entscheidend ein gutes Gleichgewicht ist, das kann man auch bei den Spitzensportlern von koordinativen Sportarten beobachten. Man muss sich nur mal deren Trainingsvideos anschauen, dann sieht man wie viel Zeit dort in die Balanceübungen investiert wird. Was für die Profis wichtig ist, das gilt auch für uns Hobbyfahrer!

Die gute Nachricht: Das Gleichgewicht kann man ganz einfach trainieren und verbessern. Du musst dafür nicht mal weit weg fahren, du kannst direkt vor der Haustüre oder in der Tiefgarage loslegen. Es braucht am Anfang ein wenig Geduld, bis sich die ersten Erfolge einstellen. Bleib aber auf jeden Fall dran und lass dich nicht entmutigen, wenn es nicht gleich funktioniert. Kümmere dich in jeder Situation um dein Gleichgewicht, je mehr du daran arbeitest, desto schneller wirst du besser werden.

E-Mountainbiker*innen sollten sich über das hohe Gewicht ihres Bikes bewusst sein. Wenn man zur Seite kippt, drückt eine 25 kg schwere Masse zusätzlich nach unten, die muss man auffangen können. Leider habe ich immer wieder Kursteilnehmer*innen, die unter ihrem E-Bike begraben werden. Auf dem flachen Kursplatz nicht so schlimm, im abschüssigen Gelände kann das aber tragisch enden.

Nachfolgend findest du viele hilfreiche Tipps und Tricks in Bild und Video, damit du eine Idee hast, wie du deine Balance stärken kannst. Wenn du noch unsicher bist, dann solltest du dich auf eine Wiese begeben und die Übungen dort machen. Bei einem Sturz fällst du so ein bisschen weicher. Klickpedal-Fahrer*innen müssen jederzeit auf beide Seiten ausklicken können. Es empfiehlt sich, die Manöver allenfalls nicht eingeklickt oder mit Flat Pedals zu üben.

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Herzlich Willkommen zur grossen Gleichgewichtsshow!


Enge Kurven fahren

Eine gute Basisübung ist das langsame und enge Kurven fahren. Versuche in einem möglichst kleinen Feld Kreise zu drehen oder in einer Acht zu fahren. Das kannst du auch in einem eingezeichneten Parkfeld oder auf einem Schotterweg machen, ohne dass du die Seitenränder berührst. Trainiere unbedingt beide Richtungen, jeder von uns hat eine starke und eine schwache Kurvenseite.

Bleib auf dem Sattel sitzen und wähle einen möglichst leichten Gang, damit du jederzeit Treten kannst. Eine hohe Trittfrequenz sorgt für Stabilität und Vortrieb. Der Lenkeinschlag sollte so gross wie möglich sein, damit du enge Kurven fahren kannst. Drehe den Kopf in Kurvenrichtung mit, der Blick geht über die Schulter. Die Knie bleiben beim Oberrohr, du musst sie nicht nach aussen stellen. Die Zeigefinger sind an den Bremsen dran, damit du die Geschwindigkeit kontrollieren kannst.

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Enge Kurven fahren auf kleinem Raum. Starkes Einlenken und Blickrichtung sind entscheidend.


Trinkflasche aufheben und abstellen

Stelle eine Trinkflasche auf den Boden und hebe sie beim Vorbeifahren auf. Ein tiefer Sattel hilft, damit du einfacher nach unten greifen kannst. Versuche es mit der linken und der rechten Hand. Nach dem Auflesen kannst du die Flasche auch wieder auf den Boden zurückstellen.

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Sattel runter und lang machen, um die Flasche vom Boden aufzuheben.


Seitlich an Wand anlehnen

Wenn du frei balancieren möchtest, dann kannst du zuerst eine Hauswand zur Hilfe nehmen. Fahre seitlich zur Wand, so dass du dich mit dem Ellenbogen abstützen kannst. Stehe parallel auf den Pedalen und zentral im Bike drin. Ziehe die Bremshebel, damit dein Bike nicht wegrollt. Der Blick geht nach vorne, schaue nicht runter auf den Boden. Lass dich leicht auf die Seite kippen und versuche frei zu stehen. Du kannst dich immer wieder zurück zur Wand fallen lassen. So erhältst du ein Gefühl für die Balance und für die richtige Position auf dem Bike.

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Aufstehen und mit dem Ellenbogen an der Wand abstützen, um die richtige Position zu finden.


Vorderrad an Hindernis anstellen

Die fortgeschrittene Variante zur obigen Übung ist, dass du nur das Vorderrad an einer Wand oder einem Hindernis anstellst. So hast du noch eine Kontaktfläche und musst nicht komplett frei stehen. Fahre stehend leicht seitlich zum Hindernis an und stelle das Vorderrad an. Der Blick geht auch hier nach vorne. Versuche das Vorderrad vom Hindernis zu lösen, damit du kurz frei stehst. Du kannst jederzeit wieder das Rad zurückdrehen, um dich wieder abstützen zu können.

Eine weitere Möglichkeit ist, dass du frontal mit dem Vorderrad ans Hindernis fährst, dieses kurz berührst und mit einer kurzen Körperbewegung nach hinten wegrollst.

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Das Vorderrad schräg zum Hindernis anstellen und die Balance finden.

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Frontal mit dem Vorderrad zur Wand fahren und diese kurz berühren.


Trackstand lernen

Der Klassiker ist der sogenannte Trackstand, das Stehenbleiben an Ort und Stelle. Fahre stehend an und bringe das Bike mit beiden Bremsen zum Stillstand. Das Vorderrad sollte links oder rechts eingeschlagen sein, damit du einen Winkel im Bike hast, das erhöht die Stabilität. Die Beine sind gestreckt und die Pedalen sind parallel. Du kannst auch einen leichten Pedaldruck geben, damit sich die Federelemente und Reifen mehr komprimieren. Der Blick geht nach vorne, fokussiere einen Punkt in der Ferne. In dem du das Bike leicht hin und her kippst oder mit den Hüften nach aussen gehst, kannst du die Balance kontrollieren. Es hilft zusätzlich, einen Oberschenkel an den Sattel zu drücken, so hast du einen weiteren Kontaktpunkt, der das Bike hält.

Das Ziel ist, dass du locker still stehst, ohne dass du dich noch bewegen musst. 10 Sekunden solltest du sicher schaffen, je länger, desto besser. Es braucht ein bisschen Geduld, bis du den richtigen Punkt und die Position gefunden hast, um wirklich stehen bleiben zu können. Diese Zeitinvestition lohnt sich aber, das ist der Grundstein, um ein guter und sicherer Mountainbiker zu werden!

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Der Trackstand. Aufstehen, Rad schräg einschlagen, Blick nach vorne und locker bleiben.


Wheelie fahren

Ein cooles Manöver, welches auch viel Gleichgewicht verlangt, ist Wheelie fahren. In diesem YouTube Video erkläre ich die einzelnen Schritte, wie du das Vorderrad erfolgreich in die Höhe bekommst.

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Das Leben ist schöner auf dem Hinterrad!


11/06/2021

Erfahrungsbericht: Kärcher RM 44 G Zweiradreiniger

Wer sein Zweirad liebt, der pflegt es regelmässig und verleiht im neuen Glanz. Als Mountainbiker*innen sind wir oft im Matsch unterwegs, welcher in jeder Ritze hängen bleibt. Auch Kettenschmiere und Bremsstaub kleben hartnäckig am Antrieb und an der Bremsanlage. Um diese Verschmutzungen lösen zu können reicht Wasser alleine nicht. Da braucht es zusätzlich ein Putzmittel, welches mit den geeigneten Inhaltsstoffen dem Dreck an den Kragen geht.

Vom Reinigungsspezialisten Kärcher habe ich den Zweiradreiniger RM 44 G erhalten, mit welchem ich seit einigen Wochen meine Mountainbikes und Rennräder putze. Erhältlich ist er in einer 500 ml Sprühflasche, welche angenehm in der Hand liegt. Auf dem Gebinde ist zwar ein Motorrad abgebildet, aber selbstverständlich lassen sich damit auch Velos reinigen. Die Gebrauchsanweisung, Zusammensetzung und Warnhinweise sind auf der Innen- und Aussenseite des Etiketts in allen möglichen Sprachen aufgedruckt. Der RM 44 G ist biologisch abbaubar und kann auch auf natürlichem Boden eingesetzt werden.

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Kärcher RM 44 G, Kärcher OC 3 Plus und ein dreckiges Bike. Los geht's!

Die Bedienung ist denkbar einfach und schnell. Das ganze Bike mit dem RM 44 G einsprühen, rund 5 Minuten einwirken lassen und dann abwaschen. Bei starker Verschmutzung lohnt sich übrigens eine Vorwäsche nur mit Wasser, damit der grösste Dreck mal weg ist, danach den Reiniger einsetzen. Die Gelformel sorgt dafür, dass die Flüssigkeit gut am Rahmen und an den Teilen haften bleibt und nicht einfach runterläuft. Der Duft sorgt für ein Frischegefühl in der Nase. Die Schaumbildung ist ziemlich stark, was aber in der Badewanne Spass macht, das sorgt auch beim Bike putzen für Freude.

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Den Kärcher RM 44 G zuerst einsprühen und einige Minuten einwirken lassen.

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Die Gelformel sorgt für gute Haftung und viel Schaum.

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Wasser marsch!

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Man kann förmlich zuschauen, wie der Dreck geht und die Sauberkeit kommt.

Die Reinigungskraft ist sehr gut, ein Waschvorgang genügt, damit das Zweirad wieder aussieht wie neu. Ich benutze meinen Kärcher OC 3 Mobile Cleaner und der Wasserstrahl reicht, um den Dreck erfolgreich zu entfernen. Um besonders stark verschmutzte Teile sauber zu kriegen, könnte man auch noch eine Bürste einsetzen, damit alles blitzblank wird.

Nach der Wäsche empfiehlt es sich, das ganze Fahrrad mit einem Mikrofasertuch (Kärcher Bestellnummer: 2.643-872.0) zu trocknen für eine schlierenfreie Optik. Die Kette und die beweglichen Teile wie Schaltung und Lagerdrehpunkte sollten mit einem geeigneten Öl geschmiert werden. 

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Antrieb und Bremse sind sauber und das ohne eine Bürste anzuwenden.

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Nach der Wäsche mit einem Mikrofasertuch nachpolieren und die Kette schmieren.


Fazit:

Der Kärcher Zweiradreiniger RM 44 G macht, was er machen soll. Die Sprühflasche liegt angenehm in der Hand und die Flüssigkeit lässt sich gezielt auftragen. Die Gelformel haftet gut am Material und entfernt auch hartnäckigen Schmutz, damit das Zweirad schnell wieder in neuem Glanz erstrahlt. WOW!

Preis:

UVP CHF 16.00/500 ml Flasche

Informationen/Bestellung:

Website Kärcher RM 44 G