8. September 2018

Downhill Training WM Lenzerheide 2018

Eine Mountainbike-Weltmeisterschaft im eigenen Land! Logischerweise ein Pflichttermin für jeden Schweizer Mountainbiker. Die Titelkämpfe um die Regenbogen-Trikots finden dieses Jahr vom 05.09.-09.09.2018 auf der Lenzerheide statt.

Als alter Downhiller verfolge ich natürlich mit besonderem Interesse, wie die abfahrtsorientierten Athleten unterwegs sind. Wie an den Worldcup-Rennen in den Jahren zuvor, habe ich mir das freie Training der Downhiller am Donnerstag, 06.09.2018 angeschaut. An diesem Tag kann man nahe an der Strecke sein und die Fahrer genau beobachten, wie sie sich ans Gelände herantasten und mit den verschiedenen Linien spielen. Zudem läuft immer was, die Sportler schiessen im Sekundentakt an einem vorbei.

"How can you ride a bike that fast!", hörte ich eine Dame am Streckenrand sagen. Es ist tatsächlich eindrücklich, mit welch hoher Geschwindigkeit die Fahrer unterwegs sind. Aber es ist auch schön zu sehen, dass auch bei den Cracks nicht alles auf Anhieb gelingt. Viele Passagen werden mehrmals gefahren, bis die Linie und der Speed stimmen. Es ist also fast wie bei uns Normalbikern, nur wer genug übt, wird besser und schneller!

Als Fahrtechnik-Instruktor kann ich selber auch immer wieder etwas von den Profis abschauen, sei es bei der Technik oder im Fahrerlager bei den Bikeeinstellungen. Von diesem Wissen können dann auch die Fit for Trails Kunden wieder profitieren.

Nebst dem Sport ist so ein Grossanlass auch immer ein Meet & Greet. Ich habe wieder ganz viele Freunde getroffen, mit alten Rennfahrerkollegen diskutiert und mit den Branchenvertretern interessante Gespräche geführt. Die Bikeszene ist eine einzig grosse Familie!

Da ich am Morgen zu viel rumgeplaudert hatte, habe ich leider das Training der Damen verpasst. Es gibt daher nur Fotos von den Jungs. Sorry!

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Der Ober-Styler! Whip it like Danny Hart.

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Mick Hannah geht auf die Strecke.

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Der Unterschied zwischen Downhill und Cross Country? Die Aussicht an der Startlinie!

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Kurz nach dem Start kommt schon die erste Steinpassage.

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Der Rockgarden ist die Schlüsselstelle der Strecke.

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Materialtest in Natura...

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Auch einer der Grössten aller Zeiten schaut sich den Rockgarden ganz genau an.

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Der amtierende Weltmeister Loic Bruni spart seine Kraft...

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... und lässt sein Bike vom Helfer den Berg hochschieben.


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Gee Atherton in T-Shirt und Jeans? Der 2-fache Weltmeister wurde vom Verband nicht selektioniert...

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Der 2018 Overall Worldcup Gewinner Amaury Pierron kümmert sich zuerst ums Panorama.

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Den ganzen Tag auf der Matte liegen. Fotograf sollte man sein...

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Loic Bruni lehnt weit zurück... Es ist steil auf der Lenzerheide!

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Vollgas! Der schnellste Streckenabschnitt bevor es über den Step-Up geht.

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Der Step-Up lädt zum Stylen ein.

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Kaum vom Step-Up gelandet kommt schon der nächste Double.

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Wer sieht die Landung? Ein 6-Meter weiter Bunny Hop braucht es für diese Passage...

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... da muss auch Aaron Gwin mehrmals Anlauf nehmen, bevor er abspringt.

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Jack Moir zeigt wie es geht.

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Was geht ab da oben?!

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Oops, da fehlt noch ein Meter bis zur Landung...

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Coole Off-Camber Kurve im untersten Waldstück.

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Die Legende ist selbstverständlich auch hier! Steve Peat hilft den Santa Cruz Fahrern beim Training.

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Peaty - 23 Jahre World Cup Racing!

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Send it!

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British DH Champion Matt Walker pflügt durch den Waldboden.

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Greg Minnaar im Gespräch mit seinem südafrikanischen Teamkollegen.

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Fels im Weg? Kein Problem für Loris Vergier!

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Links oder rechts? Welche Linie ist wohl schneller?

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Der Step-Down geht sehr weit, wenn man will.

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Hoch über den Baumwipfeln fliegt man Richtung Ziel.

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Welche Downhiller werden am Sonntag wohl als Schnellste über die Ziellinie rasen?

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Das Regenbogentrikot ist das Objekt der Begierde für alle Athleten.

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Komponentengigant Shimano hat sich direkt neben dem Ziel ausgebreitet.

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Bei Mitbewerber Sram ist man ebenfalls fleissig am Schrauben.

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Fanshop von Aaron Gwin beim YT Fahrerlager. Holt er endlich den Weltmeistertitel?

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Für die, die es interessiert: Mulally fährt XL und Suarez XXL Rahmen.

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Blick ins Lager von Commencal.

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Die Mondraker Rennmaschinen von Laurie Greenland und Brook Macdonald.

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Blingbling bei Specialized.

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Mein Bremsensponsor SwissStop ist auch vor Ort.

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Schöne Rocky Mountain Präsentation im Sportshop Pesko.

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Scott zeigt die Bikes von heute und gestern.

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Auf ihm liegen alle Hoffnungen. Go for it Nino!!

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Das Zielgelände von oben.

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Forza Italia!

8. August 2018

Testbericht: Fox Transfer Sattelstütze

Versenkbare Sattelstützen (oder Vario-Stützen, Teleskop-Stützen, Dropper Posts, oder wie man sie auch immer nennen will) gehören zu den wichtigsten und besten Entwicklungen, die der Bikesport in den letzten 15 Jahren hervorgebracht hat. Sie machen das Biken einerseits sicherer und vor allem hat man viel mehr Spass, wenn man mit tiefem Sattel über die anspruchsvollsten Trails jagen kann.

Die Auswahl an verschiedenen Produkten ist mittlerweile riesig, fast jeder Zubehörhersteller und auch immer mehr Bikemarken haben eine eigene Vario-Sattelstütze im Programm. Bei vielen Bikes gehört sie mittlerweile zur Standardspezifikation, sicher eine sinnvolle Entwicklung. Ich war von Anfang an beim Spiel dabei und begann mit der legendären Maverick Speedball, die mit dem Hebel unter dem Sattel. Später folgten Modelle von Crank Brothers, Kind Shock, Rock Shox, Race Face und zuletzt Fox.

Die Fox Transfer fahre ich seit nun 12 Monaten an meinen Rocky Mountain Altitude und Slayer. Es ist die erste Sattelstütze, die so lange durchgehalten hat ohne Defekt. Dieser Punkt ist auch heute noch das grösste Problem, nach wie vor sind Vario-Stützen defektanfällig und kündigen immer mal wieder ihren Dienst. Die Fox Transfer hat mich also in dieser Hinsicht schon mal begeistert. Schliesslich gehört für mich als professioneller Bikeguide die Zuverlässigkeit zum wichtigsten Kriterium, ob mich ein Produkt überzeugt oder nicht.

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Die Fox Transfer Performance mit 150 mm Hub.

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Und in eingefahrenem Zustand.


Spezifikationen


Die Fox Transfer gehört zu den mechanischen Modellen, welche via normalem Schaltzug eine hydraulische Kartusche ansteuert. Eine Änderung des Luftdrucks, wie dies bei anderen Herstellern möglich ist, ist hier nicht vorgesehen. Das ist aber auch gar nicht nötig, die Transfer funktioniert in der Werkseinstellung einwandfrei.

Erhältlich ist die Sattelstütze in zwei Ausführungen, die Factory Version mit goldener Kashima Beschichtung und die Performance Version komplett in schwarz. Die Kabelführung gibt es innen- oder aussenverlegt. Die Höhe ist stufenlos via Remote-Hebel vom Lenker aus verstellbar. Der Hub beträgt wahlweise 100, 125 oder 150 mm und somit sollte sie in jede Rahmengrösse passen. Der Stützendurchmesser ist für 30,9 oder 31,6 mm Sitzrohre vorgesehen. Das Gewicht beträgt je nach Modell ca. 550 g inkl. Remote.

Die Montage ist kinderleicht und schnell erledigt. Zuerst die Schaltkabelhülle durch den Rahmen ziehen und ablängen, dann den Schaltzug an der Sattelstütze einhängen und ebenfalls durch den Rahmen ziehen, am Remote-Hebel befestigen und zum Schluss noch die Kabelspannung einstellen.

Für Race Face Fans gibt es übrigens mit der Turbine R eine baugleiche Sattelstütze, welche mit Race Face Beschriftung und einem sehr guten Remote-Hebel erhältlich ist.

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Die Montage ist einfach und schnell. Schaltkabelhülle und Zug ablängen und einhängen - fertig.

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Die Markierung an der Rückseite sorgt für ein exaktes Einstellen der Höhe.

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Die Sattelklemmung hat zwei Schrauben und ist stufenlos einstellbar.


Auf dem Trail


Wie erwähnt fahre ich die Sattelstütze seit genau 12 Monaten und sie ist fast täglich im Einsatz. Nach Tausenden von Hoch und Runter bei Regen, Schnee und Sonnenschein verrichtet sie immer noch zuverlässig ihren Dienst. Das seitliche Spiel ist minim und man sieht der Stütze keine Abnützung an. Sie läuft sehr geschmeidig und lässt sich mit wenig Druck am Hebel stufenlos bedienen. Beim Ausfahren ertönt eine lautes «Klack», so weiss man gleich, dass die Stütze wieder in der Ausgangsposition ist.

Kritik gibt es einzig für den Remote Hebel. Der Kabelzug läuft über einen unnötigen Bogen, welcher den Zug abknickt. Das Resultat ist ein ausgefranstes Kabel, welches alle paar Monate gewechselt werden muss… Abhilfe schaffte bei mir ein Remote-Hebel von Wolftooth. Dieser lässt einfach unter den Shimano Bremshebel klemmen und er hat ausserdem eine schön grosse Auflagefläche für den Daumen.

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Der Fox Remote-Hebel ist eine Fehlkonstruktion und killt regelmässig das Schaltkabel...

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Problemlöser ist ein Remote-Hebel von Wolf Tooth.

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Auch bei Schnee und Kälte funktioniert die Fox Transfer einwandfrei.


Fazit


Die Fox Transfer überzeugt in allen Punkten. Sie ist sehr zuverlässig, läuft geschmeidig und ist schnell montiert. Abzug gibt es nur für den Remote-Hebel, dieser hat Verbesserungspotenzial. Für mich ganz klar die beste Vario-Sattelstütze, die momentan auf dem Markt erhältlich ist.


Informationen


Race Face


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Je anspruchsvoller das Gelände, desto mehr Spass macht es mit einer Vario-Sattelstütze.