18. März 2013

Endless Winter?

Ich mache mal auf Meteorologe und versuche das Phänomen Winter 2012/2013 aus Sicht eines Radfahrers zu erklären. Denn Jammern bringt ja nichts, das Wetter kann man sowieso nicht ändern!

Es ist ja nicht aussergewöhnlich, dass es Mitte März im Flachland schneit. Auch im April und Mai hat es in der Vergangenheit immer mal wieder Schnee gegeben. Was aber eher ungewöhnlich ist, dass der erste Schnee bereits Ende Oktober 2012 fiel und uns seither hartnäckig begleitet. Das ist immerhin schon fast 5 Monate seither bzw. beinahe die Hälfte eines ganzen Jahres! Okay, positiv erwähnen muss man den Dezember 2012, der relativ trocken und mild war und mir so Rennradtouren von über 100 km zum Jahresende ermöglichte.

Rennradtour Volketswil 30. Oktober 2012


Was heisst das nun für uns Radfahrer? Ganz einfach: Auf die Zähne beissen und trotzdem fahren gehen! Irgendwie muss man seine Form ja behalten und wenn man nicht in den warmen Süden fliehen kann, dann bleibt nichts anderes übrig, als sich warm einzupacken und trotzdem aufs Bike zu steigen. Gut, es gibt noch das Training auf der Rolle oder im Fitnessstudio, aber das ist sowas von langweilig, dass es mich doch lieber nach Draussen in die Kälte zieht. Natürlich macht das nicht immer Spass... Was fluche ich jeweils, bis ich nur schon sämtliche Kleidungsschichten an- und wieder ausgezogen habe, dieser Prozess dauert fast länger als die eigentliche Biketour. Und geschweige denn vom ganzen Dreck, den man jeweils nach der Rückkehr mit in die warme Wohnung bringt. So gesehen ist es eigentlich besser, wenn es sehr kalt ist, dann ist wenigstens der Boden komplett gefroren und Bike und Fahrer bleiben sauber.

Quervelotour Wangen 8. Dezember 2012


Ein bisschen einfacher machen es Ausfahrten in der Gruppe. Dort kann man gemeinsam leiden und lachen und es macht die Touren kurzweiliger und interessanter. Wobei es auch hier nicht immer lustig ist, wenn man das salzige Regenwasser oder den ganzen Schlamm vom Vordermann an den Kopf gespritzt bekommt... Den ultimativen Kick geben Ausfahrten in der Nacht mit Licht, egal auf dem Rennrad oder auf dem Mountainbike (ich weiss, das sollte man nicht tun wegen den Wildtieren...). Man nimmt die Landschaft ganz anders war und selbst Strassen und Trails, die man eigentlich auswendig kennt, kommen einem auf einmal fremd vor.

Biketour Tessin 10. Februar 2013


Wo ich allerdings ein Problem sehe ist bei den Böden, die nach so langer Kälte und Niederschlag jetzt schon in ziemlich schlechtem Zustand sind. Teerstrassen weisen viele Löcher auf und mit dem Rennrad muss man oft zick-zack fahren, um nicht vom Sattel gerüttelt zu werden. Noch schlimmer ist es auf den Forst- und Waldwegen, die viele tiefe Furchen und Spurrillen haben. Man muss sich allerdings nicht wundern, schliesslich wollen die Leute im März einfach raus in die Natur, seien es Biker, Wanderer, Reiter oder Waldarbeiter mit Maschinen. Und da denkt man sich halt nichts dabei und hinterlässt seine Fuss- und Reifenabdrücke im tiefen, weichen Boden... Darum wäre es jetzt wichtig, dass die Temperaturen endlich steigen und Sonnenschein und Wind die Untergründe zum Trocknen bringen!

Biketour Meinrad 24. Februar 2013

Quervelotour Wangen 15. März 2013



In diesem Sinne: Auf einen heissen, trockenen Sommer 2013!

12. März 2013

On the road again...

Auch ein Mountainbikeguide muss sich jedes Jahr wieder um seinen Formaufbau kümmern und dies geht am einfachsten auf dem Rennrad.

Das Schöne am Frühlingstraining ist, dass es primär darum geht, seine Position auf dem Rad wieder zu finden und in lockerem Tempo die ersten Kilometer zurückzulegen. Ich fahre die ersten 500 km bewusst nur im kleinen Kettenblatt, dies hilft für einen runden Tritt und schont die Gelenke. Alles ohne Stress, die Saison ist lang und man sollte sich nicht schon im Frühjahr verheizen.

Ein Klassiker in meiner Region ist die Runde um den Zürichsee. Bis auf die beiden Hügelübergänge zum Zürichsee und wieder zurück ins Glatttal, ist die Strecke topfeben. Ich starte in Schwerzenbach und fahre jeweils am Greifensee entlang Richtung Mönchaltorf, Esslingen, Oetwil am See, Hombrechtikon. In Feldbach kommt man dann direkt ans Zürichseeufer und fährt nach Rapperswil-Jona. Von dort gehts es über den Damm nach Pfäffikon SZ. Nun folgt eine klassische Zeitfahrstrecke! Von Pfäffikon nach Zürich sind es ziemlich genau 30 km, alles flach und fast nur geradeaus. Ehrlich gesagt, eher langweilig und eintönig... Einziger Gegner ist oft der starke Gegendwind. Für ein Lachen im Gesicht sorgen immer wieder die Triathleten, welche mit ihren sündhaftteuren Carbonhobeln und Zeitfahrhelmen die grössten Gänge drücken. In der Stadt Zürich wird es dann wieder spannend, man muss sich durch dichten Verkehr und zwischen Fussgängern durchschlängeln und die Ampeln laden immer wieder zu Start-Stop Sprints ein.

Von der Stadt Zürich stehen die Möglichkeiten dann offen für die Rückfahrt zu mir nach Schwerzenbach. Die Region Zürichberg und Pfannenstiel bietet unzählige Strassen, welche den Zürichsee und das Glatttal verbinden. Je nach Lust und Laune fahre ich weiter dem See entlang bis nach Meilen und überwinde dort dann noch den Pfannenstiel. Oder ich wähle die flachste Variante und rolle nach Schwammendingen und via Dübendorf nach Hause.

Je nach Streckenwahl beträgt die Gesamtdistanz zwischen 80 km bis 100 km.

Blick von Pfäffikon SZ Richtung Rapperswil-Jona

10. März 2013

Fahrbericht: Trek Fuel EX 8 2013

Beim ersten Testbericht wird mein aktuelles Arbeitsgerät unter die Lupe genommen. Nachdem ich die letzten Jahre immer auf exklusiven Intense Bikes unterwegs gewesen bin, habe ich mich nun für ein Trek Fuel EX 8 entschieden. Ein Grund dafür ist, dass mein Arbeitgeber in der Toscana, die Colle Cavalieri Bikestation, auch Trek Bikes zur Vermietung anbietet. Und so ist es sinnvoll, wenn der Guide vor Ort das gleiche Material fährt. Ein weiterer Grund war, dass ich einfach wieder mal Lust auf einen Markenwechsel hatte und ein Bike "ab der Stange" ausprobieren wollte.

Ausstattung:


Nachdem Trek zu Lance Armstrong Zeiten vor allem die Rennräder gepusht hat, ist es nun schön zu sehen, dass sie sich in den letzten Jahren wieder vermehrt ums Mountainbike kümmern und eine schöne Palette auf die Beine gestellt haben. Zudem hatten sie mit den Flückiger Brüdern und Aaron Gwin auch im Worldcupzirkus die stärksten Fahrer unter Vertrag.
 
Die Fuel EX Reihe besteht aus 8 verschiedenen Modellen, wahlweise mit Carbon- oder Aluminiumrahmen und mit Ausstattungen für jedes Budget. Alle Bikes haben 26" Räder und 130 mm Federweg vorne und hinten. Wie erwähnt, habe ich mich für das Fuel EX 8 entschieden, welches zum fairen Preis von CHF 2'999.00 erhältlich ist.

Das Fuel EX 8 bietet einen schön verarbeiteten Alu-Rahmen, welcher mit einer Fox 32 CTD Gabel und mit einem Fox Float CTD Dämpfer bestückt ist. Speziell bei den Fox Federelementen ist die nur für Trek gemachte DRCV Technologie, welche dank zwei Luftkammern für ein noch besseres Ansprechsverhalten sorgen soll. Die Schaltung, die Bremsen und der Antrieb kommen von Shimano, wo ein Mix von Deore XT, SLX und Deore verbaut ist. Alles bewährte Teile, welche absolut zuverlässig funktionieren. Die Anbauteile, Laufräder und Reifen liefert die Trek Zubehörmarke Bontrager. Auch hier gibt es nichts zu meckern, die Parts machen einen soliden Eindruck und sind farblich auf den rot/schwarzen Rahmen angepasst.

Mein Bike entspricht nicht mehr ganz dem Original. Da ich noch viele Shimano XT Teile und einen Fulcrum Redzone Laufradsatz rumliegen hatte, habe ich dieses Material kurzerhand verbaut und das Bike so noch ein bisschen aufgepimped und leichter gemacht. Hier ein erster kleiner Kritikpunkt, das Bike ist mit dieser Ausstattung und Pedalen stolze 12,7 kg schwer. Ein doch etwas hohes Gewicht, auch im Vergleich zu meinem alten Intense 5.5, welches mit ähnlicher Bestückung nur 12,2 kg auf die Waage brachte. Da es an den leichten Anbauteilen nicht liegen kann, bedeutet das wohl, dass der Rahmen selbst sehr schwer ist.

Trek Fuel EX 8 rot/schwarz (Foto: Trek)


Fahrbericht:  


Ich habe das Bike im letzten November erhalten und hatte so die Möglichkeit, es bei Trockenheit, bei Schlamm und Nässe und sogar im Schnee zu testen.

Das Bike fährt sich bergauf und bergab sehr gut, der Mehrgelenker-Hinterbau verrichtet die Arbeit tadellos und bietet viele Reserven. Der tiefe Schwerpunkt und der flache 68 Grad Lenkwinkel geben dem Bike viel Spurtreue und so liegt es wie ein Brett auf dem Trail. Bei Uphills saugt sich der Hinterbau förmlich am Boden fest und auch sehr steile Steigungen lassen sich problemlos meistern. Bei Downhills fühlt man sich sehr sicher, da das Bike sehr feinfühlig arbeitet und auf jede Lenkbewegung schnell reagiert. Besser könnte es nur noch sein, wenn folgende zwei Punkte nicht wären...

Was mich schon beim Lesen des Geometrieblattes beunruhigt hatte, bestätigt sich auch in der Praxis: das Bike hat ein sehr langes Oberrohr. Bei meiner 18.5" Rahmengrösse sind es 60,5 cm, bei 19.5" sogar 62,2 cm! Das ist definitiv zu lang für ein Bike, das offiziell als Trailbike verkauft wird. Dies kann auch der kurze 80 mm Vorbau (ich fahre sogar 70 mm) nicht kompensieren. Das lange Oberrohr sorgt für eine zu gestreckte Sitzposition und gerade bei sehr verwinkelten, steilen Downhills liegt der Körperschwerpunkt zu weit vorne.

Auch enttäuscht bin ich vom Active Braking Point System (ABP), welches ein Verhärten der Federung beim Bremsen verhindern sollte. Bei mir funktioniert das schlichtweg nicht... Trotz verschiedenen ausprobierten Setups verhärtet die Federung spürbar, sobald man den Bremshebel zieht und noch Schläge von unten kommen. Wie schon erwähnt, solange man das Bike schnell über den Trail bewegt arbeitet das Fahrwerk genial und dann wirkt auch das ABP wie gewollt. Sobald man aber langsam über wurzeliges Gelände rollt oder tretet und gleichzeitig mit der Bremse spielt, dann kommt der ungeliebte Pedalrückschlag.

In Action im Tessin!

 

Fazit:


Alles in allem ein tolles Bike, welches mit einem guten Fahrwerk, einer coolen Optik und einem guten Preis-/Leistungsverhältnis punkten kann, und mir hoffentlich noch viele schöne Erlebnisse auf den Trails schenken wird.


Positiv:
+ gutes Fahrwerk
+ solide Ausstattung
+ gutes Preis-/Leistungsverhältnis
+ schön verarbeitet und optisch ansprechend

Negativ:
- langes Oberrohr
- ABP ist wirkungslos
- schwerer Rahmen

Preis: 
CHF 2'999.00

Infos:
Trek Schweiz

6. März 2013

Der Fit for Trails Blog ist online!

Der Fit for Trails-on tour! Blog dient als Ergänzung zur statischen Fit for Trails Website!

Es werden hier in regelmässigen Abständen Beiträge gepostet über von mir getestetes Material, zurückgelegten Touren und sonstigen Neuigkeiten rund um den Radsport. Alles ehrlich, authentisch und aus erster Quelle!

Kommentare sind natürlich herzlich willkommen. Das Ziel ist, dass hier eine Community entsteht, welche rege über den schönsten Sport der Welt diskutiert und fachsimpelt!

Viel Spass beim Lesen!