28. Juli 2016

Plus eine weitere Reifengrösse...

Sicher hast du schon von den neuen Plus-Reifen (auch B+ genannt) gehört, welche an immer mehr Mountainbikes zu finden sind. Wir reden hier von einer Reifenbreite, die sich zwischen dem klassischen Mass und den Fatbikes einordnet. Die Grösse ist meistens 27.5 Zoll (29 Zoll und sogar 26 Zoll gibt es auch vereinzelt) und die Breite liegt zwischen 2.8 und 3.25 Zoll.

Das neue Rocky Mountain Pipeline mit Plus-Reifen.


Was bringen Plus-Reifen?


Bikes mit Plus-Reifen sind seit diesem Jahr bei den meisten grossen Marken im Portfolio zu sehen. Die Hersteller versprechen sich (wie immer) mehr Bikeverkäufe, und dass neue Leute den Weg in den Bikesport finden. Verkauft werden die Plus-Bikes mit den Argumenten, dass breite Reifen mehr Traktion und Sicherheit bringen und dadurch auch mal einen Fahrfehler verzeihen. Das ist richtig, aber als Fahrtechnikexperte bin ich weiterhin der Meinung, dass auch hier eine gute Fahrtechnik Voraussetzung ist, erst dann ist man sicher und mit viel Freude unterwegs.

Auf dem Trail merkt man den Unterschied sofort. Ich hatte die Möglichkeit und konnte das neue Rocky Mountain Pipeline mit Plus-Reifen und mein geliebtes Rocky Mountain Thunderbolt mit 2.4" Reifen direkt auf dem Trail vergleichen. Die "normalen" Reifen vermitteln ein direktes, agiles und definiertes Fahrgefühl. Die Plus-Reifen bieten viel Grip, geben zusätzlichen Federweg, sind gutmütig und ein bisschen schwammig im Grenzbereich. Und ich holte mir schon nach wenigen Metern einen Plattfuss damit... Aber die Plus-Reifen machen Spass, und um Spass geht es schlussendlich beim Biken!

Der Rollwiderstand ist übrigens überraschend gut. Trotz viel Volumen und Breite rollen die Plus-Reifen auch berghoch ziemlich leicht, sie gleiten geschmeidig über Hindernisse und man kommt rasch vorwärts.

Der Grössenvergleich: links Plus mit 2.85" und rechts klassisch mit 2.4".


Pannenschutz und Profiltiefe müssen verbessert werden!


Das momentan grösste Problem an Plus-Reifen ist der sehr schlechte Pannenschutz. Da man nur mit einem Luftdruck zwischen 1,0 und 1,5 bar fährt, sind Durchschläge an der Tagesordnung. Wenn man mit Schläuchen fährt, wird man sich schon beim ersten grossen Stein einen Snakebite holen. Die Lösung wäre also Tubeless, aber hier hat man das Problem, dass die jetzigen Reifen viel zu schwache Seitenwände haben. Da man eigentlich immer "auf der Felge" fährt, geht jeder Durchschlag direkt auf die Felge und diese wird nach einer gewissen Zeit vermutlich zertrümmert sein. Weitere Optionen wären das Schwalbe Procore System, welches zumindest die Felge schützt und den Reifen von innen gut abstützt. Oder einfach stabilere Seitenwände. Beides geht aber zu Lasten des Gewichts und beim Laufrad spürt man das bekanntlich besonders stark. Ein Teufelskreis...

Was auch noch Verbesserungspotenzial hat, ist das Reifenprofil. Die derzeit erhältlich Reifen haben alle ein sehr feines Profil und sind eigentlich nur für trockene Bedingungen geeignet. Wahrscheinlich haben sich die Hersteller gedacht, dass sie den Rollwiderstand möglichst klein halten müssen, dabei wurde aber vergessen, dass ein Reifen in erster Linie sehr gute Traktion bieten muss.

Aber gemäss Gerüchten sind die Reifenproduzenten bereits an den Verbesserungen dran, wir dürfen gespannt sein auf die Zukunft!



Kann man Plus-Reifen am bestehenden Bike nachrüsten?


Nein. Die Plus-Reifen verlangen ein komplett neues Bike, dessen Geometrie und Anbauteile dafür ausgelegt sind. Gefahren werden sie an Hardtails und Fullsuspension Bikes mit Felgen ab 35 mm Maulweite und mehr. Dementsprechend müssen auch die Gabel und der Hinterbau breiter werden, damit alles passt. Die Naben haben den Boost-Standard, damit das Rad stabiler wird und die Kräfte besser aufgenommen werden. Ein Vorteil an dieser Konfiguration ist, dass man bei den meisten Bikes auch herkömmliche 29 Zoll Laufräder montieren kann. So muss man das Bike nicht gleich in die Ecke stellen, wenn man mit dem Plus-Format nicht klarkommt.



Sind Plus-Reifen die Zukunft im Bikesport?


Schwer zu sagen, wohin uns die Plus Grösse führt. Momentan sind die Reifen noch zu wenig ausgereift, um wirklich schnell und aggressiv auf den Trails gefahren zu werden. Es wird aber wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis die Reifen gut genug dafür sind. Interessant wird zu sehen sein, ob und wann der Downhillsport sich für die Plus-Reifen entscheidet. Sobald die Reifen im Rennzirkus gefahren werden, dann wird sich auch der Normalbiker überlegen, ob das nicht doch eine gute Alternative wäre.

Sicher sinnvoll ist die Spezifikation an E-Mountainbikes. Bei den E-MTB braucht man vor allem am Hinterrad die bestmögliche Traktion und da spielen die Plus-Reifen ihre Vorteile ganz klar aus. Wie bei einer Motocross-Maschine, bringt man so die ganze Power auf den Boden und hat in den Aufstiegen und natürlich auch in den Abfahrten immer alles unter Kontrolle.

Mal schauen, wie sich die Situation und die Nachfrage entwickelt. Sind wir vielleicht schon bald alle mit den dicken Gummis unterwegs?

In Action auf dem Rocky Mountain Pipeline.

27. Juli 2016

Testbericht: K-Edge Garmin GPS-Halterung

Immer wieder werde ich von meinen Kunden gefragt, was ich denn da für eine GPS-Halterung auf meinem Vorbau montiert habe. Die Antwort lautet: K-Edge Fixed Garmin Stem Mount.

K-Edge Fixed Garmin Stem Mount - so sieht das aus.


Alle, die ein Garmin GPS-Gerät haben, werden sich auch schon über die schlechte Originalhalterung aus Plastik mit den Gummis geärgert haben. Früher oder später sind die Gummis ausgeleiert und das GPS hält nicht mehr auf dem Vorbau oder am Lenker. Oder wenn man einen Vorbau fährt, der kürzer als 80 mm ist, dann gibt es gar keine Möglichkeit für eine Montage darauf.

Die K-Edge Halterung ist da die Lösung! Sie wird auf den Vorbau gelegt, und je nach Höhe mit einigen Spacern versehen, damit der Niveauausgleich stimmt. Geklemmt wird sie ganz einfach mit der bestehenden Vorbaukappe. Alles ist perfekt eingemittet und bietet eine aufgeräumte Optik. Und sie ist nur 21 Gramm schwer.

Mit Spacern kann die Höhe individuell eingestellt werden.


Ich fahre die Halterung mittlerweile seit gut 2 Jahren und habe über 10'000 ruppige Bikekilometer zurückgelegt und nie hat sich mein GPS bewegt oder geklappert. Es hält alles bombenfest!

Es gibt verschiedene Ausführungen und Farben der Halterung. Auf der K-Edge Website sind sie alle zu finden. Erhältlich im guten Fachhandel oder direkt über den Online-Shop.

Aufgeräumte Optik und bombenfester Halt für dein Garmin GPS.


Positiv:
+ GPS-Gerät hält bombenfest
+ aufgeräumte Optik
+ einfache Montage
+ leicht
+ hochwertige Verarbeitung

Negativ:
es gibt überhaupt nichts zu bemängeln

Infos:
K-Edge

26. Juli 2016

Doppelt so viele Mountainbike Unfälle...

Eine alarmierende Statistik, die neuen Unfallzahlen von der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt SUVA. Die Anzahl der verletzten Mountainbiker hat sich in den letzten Jahren verdoppelt! Dies ist einerseits auf die stetig wachsende Anzahl Biker (mehr Biker=mehr Unfälle...) und andererseits aber auch auf Selbstüberschätzung und schlecht eingestelltes Material zurückzuführen.

Wir bei Fit for Trails sind darum bestrebt, mit unseren Fahrtechnikkursen für Biker und E-Biker das Sturzrisiko auf ein Minimum zu reduzieren. Bei uns wird immer zuerst dein Bike-Setup kontrolliert und korrekt eingestellt, es werden alle offenen Fragen beantwortet und du lernst die nötigen Techniken, damit du dein Sportgerät in jeder Situation unter Kontrolle hast.

Wir möchten auch erwähnen, dass unsere Fahrtechnikkurse immer auf (rutschigen) Kiesplätzen stattfinden, damit ein möglichst realitätsnahes Empfinden für das Bike entsteht. Wir sind ganz klar der Meinung, dass Bikekurse auf Asphalt- und Hartplätzen sinnlos sind, da durch die gute Traktion ein verfälschtes Fahrgefühl entsteht, welches auf den Trails so niemals anzutreffen ist.

Was auch hilft um Unfälle zu vermeiden, ist ein aktuelles Mountainbike. Die heutigen Bikes sind so gut wie noch nie und dank moderner Geometrie, kurzem Vorbau, breiten Reifen, usw. verzeihen sie auch mal einen Fahrfehler. Mehr dazu in diesem Blogeintrag.

Wir sehen es als unsere Aufgabe, dass wir den Bikesport sicherer machen und aktiv dazu beitragen, dass jeder Biker unfallfrei unterwegs sein kann. Dafür garantieren wir!


Schwierige Trails? Kein Problem mit der richtigen Fahrtechnik!

Bei einem Bikekurs holst du dir alle nötigen Tricks und Tipps.

In der Gruppe an der Technik feilen macht Spass und Lust auf mehr. 

Kauf dir jetzt ein neues Mountainbike!


Fährst du ein Mountainbike, welches:

- älter als 5 Jahre ist?
- weniger als 70 cm Lenkerbreite hat?
- einen Vorbau hat, der länger als 90 mm ist?
- Reifen mit weniger als 2.2 Zoll Breite hat?
- weniger als 100 mm Federweg hat?
- nicht vollgefedert ist?
- keine Vario-Sattelstütze hat?
- 26 Zoll Laufräder hat?

Wenn du eine dieser Fragen mit Ja beantwortest, dann ist es Zeit für ein neues Mountainbike oder zumindest für einige Anpassungen am Setup! Ausser du bist Vollblut-Rennfahrer, dann gelten ein bisschen andere Regeln.

Ich weiss, du denkst jetzt wahrscheinlich, dass dein aktuelles Mountainbike, welches du dir vor ein paar Jahren für sehr viel Geld gekauft hast, immer noch völlig ausreichend ist. Da muss ich dich leider enttäuschen... Bei Mountainbikes gilt der Spruch "früher war alles besser" ausnahmsweise nicht. Hier ist es gerade umgekehrt, die Bikes werden von Jahr zu Jahr besser! Vor allem bieten sie dank moderner Geometrien, kurzen Vorbauten, viel Federweg und breiten Reifen sehr viel Sicherheit und verzeihen auch mal einen Fahrfehler, ohne, dass man gleich stürzt.

Ein aktuelles Bike, die Veränderungen stecken im Detail.


Die Industrie arbeitet unaufhaltsam an neuen Technologien und Standards und versucht die Bikes immer sicherer und schneller zu machen. Vieles sieht man von aussen gar nicht, die Details sind verborgen und man bemerkt sie erst, wenn mal ein aktuelles Bike fährt oder einen Blick auf das Geometrieblatt wirft. Probier es aus, du wirst staunen!

Zugegeben, die Entwickler legen momentan ein Tempo vor, dass selbst der eingefleischte Bikefan langsam den Überblick verliert... Nicht alles, was jetzt auf den Markt kommt ist sinnvoll und nicht jeder Trend muss mitgemacht werden. Aber nochmals, die aktuell erhältlichen Bikes sind absolut top! Zudem sehen die heutigen Bikes auch super aus, ein schönes Sportgerät macht einfach mehr Spass zum Fahren. Und nur auf einen Neukauf zu verzichten oder abzuwarten, weil man nicht weiss, was man kaufen soll, wäre sicher falsch.

Wenn du dich nicht zu einem Neukauf zwingen kannst, dann gibt dir ein früherer Blogeintrag einige Tipps, damit du dein jetziges Bike aufrüsten kann. Es lohnt sich auf jeden Fall. Und an alle anderen, kauft euch jetzt ein neues Bike, ihr werdet es sicher nicht bereuen!

Breite Reifen - Grip und Traktion sind alles!

Ein breiter Lenker und kurzer Vorbau bringen mehr Kontrolle und Sicherheit.

Versenkbare Sattelstütze, die beste Erfindung in den letzten Jahren.