11. Mai 2017

Testbericht: SwissStop Catalyst Bremsscheibe und EXOTherm Bremsbelag

Seit gut 10 Monaten bin ich mit den neuen SwissStop Catalyst Bremsscheiben und den EXOTherm Bremsbelägen an meinen Rocky Mountain Bikes unterwegs. Ich freute mich sehr, als ich im Juli 2016 von SwissStop angefragt wurde, ob ich für sie als Testfahrer unterwegs sein möchte. Ich sagte selbstverständlich zu, denn als Bikeguide, der über 6'000 Bikekilometer im Jahr zurücklegt, bin ich sicher die ideale Person, um ein Produkt ehrlich und seriös zu bewerten.

Die Schweizer sind schon seit vielen Jahren ein führender Produzent von Bremsbelägen für Mountainbikes und Rennräder. Viele bekannte Erstausrüster im Bremsen- und Laufradbereich setzen auf die hochwertigen Produkte aus dem Kanton Tessin. Gut möglich, dass auch du schon SwissStop Produkte fährst, auch wenn diese mit einem anderen Label versehen sind.

Catalyst Bremsscheibe


Im letzten Jahr kam SwissStop mit einer eigenen Bremsscheibe, der Catalyst, auf den Markt. Sicher ein sinnvoller Schritt, denn jetzt kann der eigene Bremsbelag perfekt auf die eigene Scheibe abgestimmt werden, was für eine zuverlässige Bremsleistung sorgen soll. Die Bremsscheibe wurde bewusst für höchste Haltbarkeit und Hitzeableitung konstruiert. So hat sie mehr Material dran und ist darum auch ein bisschen schwerer, als das jeweilige Original. Die Catalyst Bremsscheibe ist in den üblichen Durchmessern 140 mm, 160 mm, 180 mm und 203 mm erhältlich. Aufnahme ist der internationale Standard mit 6 Schrauben (kein Center-Lock!).

SwissStop Catalyst Bremsscheibe (Foto: SwissStop Website)


EXOTherm Bremsbelag


Daneben wurde auch noch der EXOTherm Bremsbelag entwickelt, welcher auf einer Aluplatte mit Kühlrippen angebracht ist, damit die Hitze an der Bremse gut abgeleitet wird. Auch der Belag wurde darauf ausgelegt, dass er möglichst lange haltbar ist und kein Fading (Wandern des Bremshebels bei grosser Hitze) entsteht. Erhältlich sind die Beläge für alle aktuellen Bremskörper der gängigen Bremshersteller.

SwissStop EXOTherm Bremsbelag (Foto: SwissStop Website)


Testfahrt


Die Montage der Scheibe und Beläge ist wie üblich und geht sehr schnell. Wichtig ist, dass die Bremsbeläge zuerst sorgfältig eingefahren werden, bevor sie für den Ernstfall gebraucht werden. Eine genaue Anleitung dafür ist auf der SwissStop Website zu finden.

Mit meiner neuen Bremsanlage fuhr ich Mitte Juli 2016 nach Davos, da ich noch Vorbereitungen für ein Bikeweekend treffen musste. Dabei erlebte ich gleich die übelsten Verhältnisse, es war kurzfristig der Winter zurückgekehrt und meine ersten Fahrten fanden bei Schneefall, Regen und Schlamm statt...

Härteste Testbedingungen gleich bei der ersten Ausfahrt in Davos im Juli 2016...

Was mir gleich auffiel war, dass meine Shimano XT M785 Bremse trotz Kälte und Nässe deutlich stärker zupackte, als mit dem alten Setup. Shimano ist bekannt für ihre zuverlässigen, aber eher gutmütigen Bremsen. Mit den SwissStop Scheiben und Belägen wird die Bremse tatsächlich aggressiver und bissiger. Dennoch bleibt sie gut dosierbar und macht unauffällig ihren Job.

Die Hitzeableitung ist sehr gut, selbst bei langen Abfahrten von über 1'000 Höhenmetern am Stück gibt es kein lästiges Fading, der Druckpunkt bleibt immer gleich. Ein wenig Kritik gibt es, bei Nässe und Kälte beginnt die Bremse zu quietschen. Das habe ich aber mit anderen Herstellern und Belägen auch schon oft erlebt, damit muss man wohl einfach leben. Im Trockenen funktioniert alles leise und geräuschlos.

Übrigens, nach einigen Kilometern verfärbt sich die Scheibe leicht und es macht den Anschein, als ob der Belag nicht auf der ganzen Scheibe aufliegt. Der Grund dafür ist, dass die SwissStop Catalyst Scheibe ca. 3 mm höher ist, als z.B. eine Original Shimano Bremsscheibe. Da SwissStop für alle Bremshersteller nur eine Scheibe anbietet, müssen die verschiedenen Höhen der Bremsbeläge der Hersteller berücksichtigt werden (z.B. hat Magura höhere Beläge als Shimano). Das ist also alles gewollt und ganz normal.

Hier gut zu sehen ist der unbenutzte Teil der Scheibe, wo konstruktionsbedingt kein Bremsbelag aufliegt.


Fazit


Wie eingangs erwähnt, hatte ich schon vor dem offiziellen Verkaufsstart die Beläge und Scheiben für meine beiden Rocky Mountain Bikes erhalten. Mittlerweile habe ich total ca. 3'000 km bei allen möglichen Bedingungen zurückgelegt und bin sehr zufrieden damit. Es ist bis jetzt noch kein Schleifen aufgetreten und ich musste die Bremse noch nie neu ausrichten.

Die Haltbarkeit der Beläge ist ebenfalls sehr gut, mit einem Paar habe ich schon weit über 1'500 km gefahren und es hat immer noch Material dran. Ich mag mich nicht erinnern, dass ich mit anderen Bremsbelägen jemals eine solch hohe Kilometerleistung erreicht habe.

Vor allem für Shimano Fahrer ist das ein lohnenswertes Upgrade. Die Shimano Ice-Tech Bremsscheiben sind leider für ihre sehr kurze Lebensdauer bekannt, da lohnt sich besonders die Investition in die Catalyst Bremsscheiben. Und zusammen mit den EXOTherm Bremsbelägen erhält man eine Kombo, die erst noch viel mehr Bremskraft liefert. Top!

Positiv:
+ mehr Bremskraft
+ sehr lange Haltbarkeit der Beläge
+ kein Brems-Fading
+ kein Schleifen der Scheibe

Negativ:
- Quietschen bei Nässe und Kälte (vernachlässigbar, da kein Einfluss auf Bremsleistung)

Preise:
Catalyst Bremsscheibe ab CHF 69.00
EXOTherm Bremsbeläge CHF 39.90

Informationen:
SwissStop Website

5 Tipps um ein besserer Mountainbiker zu werden

Eine neue Bikesaison steht vor der Türe! Du hast dir hoffentlich wieder Ziele gesetzt, die du dieses Jahr erleben oder erreichen möchtest. Wo auch immer dich das Mountainbike hinführt, schaue, dass du dein Sportgerät möglichst gut beherrschst. Nachfolgend 5 Tipps, damit du rasch Fortschritte bei deiner Fahrtechnik und Kondition machen kannst.

1. Finde die perfekte Einstellung für dein Bike


Ein Mountainbike ist wie ein Kleidungsstück – es sollte perfekt passen! Wenn die Grösse nicht stimmt, wenn es irgendwo zwickt und du dich nicht wohl fühlst, dann sind das schon mal schlechte Voraussetzungen.

Die wichtigsten Einstellungen können relativ schnell und einfach vorgenommen werden: Reifendruck prüfen, Einstellung der Federelemente und Anpassungen am Cockpit (Vorbaulänge, Lenkerbreite, Sattelhöhe) genügen, damit du schon sicherer und komfortabler unterwegs bist. Tipps dazu findest du auf meiner Website. Im Zweifelsfall den Fachhändler aufsuchen und dich dort beraten lassen.

Sollte dein Bike schon älter als 5 Jahre sein, dann überlege dir einen Neukauf. Die heutigen Mountainbikes sind besser als je zuvor und sie helfen dir, damit du automatisch kontrollierter über die Trails fährst und mehr Freude am Bikesport hast.

Die richtigen Einstellungen am Cockpit helfen, damit du dich auf dem Bike wohl fühlst.

2. Fahren, fahren, fahren


Wenn du Zuhause faul auf dem Sofa rumliegst, dann wirst du keine Fortschritte beim Biken erzielen. Darum heisst es fahren, fahren und nochmals fahren! Je mehr du dich auf den Trails aufhältst, desto besser wird deine Kondition und deine Fahrtechnik. Beides wichtige Punkte, damit du Erschöpfung und Stürze vermeiden kannst.

Plane deine Termine so, damit du sicher 2-3 Mal in der Woche genügend Zeit findest, um längere Ausfahrten zu unternehmen. Du kannst entweder alleine gehen, so kannst du dein eigenes Tempo fahren oder dich einer Gruppe anschliessen, dann ist der Spassfaktor noch grösser. Wichtig ist, dass du gehst!

Du wirst selber sehen, wenn deine Kondition und Muskulatur stärker werden, dann läuft auf einmal alles wie geschmiert. Du ermüdest weniger schnell, du hast keine Krämpfe, du hast mehr Kraft und du bist länger konzentriert. Tönt gut, oder?

Regelmässiges Fahren in der Gruppe oder alleine stärkt deine Kondition und Fahrtechnik.

3. Fahrtechnik laufend schulen


Ganz nach dem Fit for Trails Motto "man hat nie ausgelernt" solltest du regelmässig an deiner Fahrtechnik arbeiten. Du brauchst das nicht? Komm schon! Selbst die Weltmeister feilen an ihrer Biketechnik, damit sie noch souveräner unterwegs sind. Was für den Profi gilt, das sollte für den Hobbybiker erst recht gelten.

Helfen kann dir selbstverständlich einer unserer zahlreichen Bikekurse. Dort lernst du unter fachkundiger Aufsicht die verschiedenen Techniken und vermeidest, dass du dir Fehler aneignest.

Oder warst du schon mal auf einer BMX-Bahn oder einem Pumptrack unterwegs? Auch wenn das jetzt vielleicht mit dem klassischen Touren fahren nichts gemeinsam hat, diese künstlichen Hindernisse sind das perfekte Ausgleichstraining. Dort lernt man mit dem Bike und Körper zu arbeiten und wie man geschmeidig, sauber und kontrolliert Kurven, Wellen und kleine Sprünge meistert. Versuchs mal, das macht ganz viel Spass!

Die BMX-Bahn - Ein Spielplatz und perfektes Gelände für die Verbesserung der Bikebeherrschung.

4. Motivation aufbauen und Erfolge feiern


"Das Ziel ist der Weg". Bewusst wird der bekannte Spruch umgedreht. Du sollst dir Wege bzw. Trails suchen, die du irgendwann fahren willst und dir somit eigene Ziele setzen. Nur wenn du über dich hinauswächst, dann kannst du "Mutproben" bewältigen und persönliche Erfolge feiern.

Mountainbiken hat viel mit Selbstvertrauen und Motivation zu tun. Abgesehen von einer guten Grundtechnik findet vieles im Kopf statt. Glaube an dich selbst und überwinde auch mal eine innere Blockade. Und du wirst sehen, mit dem Mountainbike ist viel mehr möglich, als du dir jemals vorstellen konntest.

Vielleicht brauchst du auch mehrere Anläufe, bis etwas so gelingt, wie du es dir wünscht. Auch ich fahre ab und zu Trails und Passagen, vor denen ich beim ersten Hinsehen Angst habe. Ich gebe mir dann jeweils 3 Versuche, um die Stelle zu fahren. Entweder es geht oder ich lasse es vorerst bleiben und versuche es das nächste Mal wieder. Oberste Priorität hat das Vermeiden von Stürzen, also nichts erzwingen, wenn du dir bei der Sache nicht ganz sicher bist.

Sieht krass aus? Kein Problem! Mit der richtigen Einstellung im Kopf gelingt das nach einigen Versuchen.

5. Bikevideos schauen und lernen


Kommen wir zum Schluss zum angenehmen Teil: Bikevideos schauen! Gut produzierte Filme fassen alle vorherigen Punkte zusammen. Du siehst dort Profis, die dank perfekt eingestelltem Bike und sehr guter Fahrtechnik über sich hinauswachsen können und anspruchsvolle Trails und Sprünge fahren, von denen du nur träumen kannst. Aber sind das nicht auch nur Menschen?

Das sollte für dich Motivation genug sein, um gewisse Dinge, die du in diesen Videos siehst auch zu probieren. Okay, du musst nicht dein Leben riskieren, wie die Rampage Fahrer… Es reicht schon, wenn du genau zuschaust, wie sich diese Biker auf dem Mountainbike bewegen und was für Linien sie auf dem Trail wählen.

Ich mache das übrigens ebenfalls, denn auch ich versuche mich immer weiter zu verbessern und meine persönlichen Grenzen zu verschieben. Ab und zu drücke ich die Pause-Taste und analysiere die jeweilige Situation und mache mir Gedanken, wie ich wohl jetzt aussehen würde. Und die besten Filme sind die, wo du vor lauter Freude und Motivation gleich rausrennen und auf dein eigenes Bike steigen willst. Das hilft wirklich, probier es aus!

Eine gute Quelle sind die Videos des Global Mountain Bike Network und natürlich alle Rennen des UCI World Cup.

Bike-Setup, Fahrtechnik und Selbstvertrauen. Dann kannst auch du so über die Trails fliegen!

Singletrails der Superlative im Mendrisiotto

Schon seit vielen Jahren zieht es mich und meine Kollegen regelmässig ins schöne Tessin, in den Süden der Schweiz. Warum? Dafür gibt es gleich mehrere Gründe:
  • Das Tessin ist die Sonnenstube der Schweiz und einer der Vorteile ist das milde Wetter, selbst im Winter. So lässt es sich auch zwischen November und Februar meistens auf trockenen Trails biken. Schnee gibt es normalerweise erst ab 1'600 m.ü.M.
  • Die Trails im Tessin sind naturbelassen, wild, einsam, steil und anspruchsvoll. Hier kann man noch auf natürlichen Wanderwegen und Trampelpfaden fahren, welche gespickt sind mit vielen Wurzeln und grossen Steinen. Es bietet alles, was der ambitionierte Biker liebt! Und es ist vor allem ein schöner Gegensatz zu den vielen künstlichen (und langweiligen) Flowtrails, die man in immer mehr Bikedestinationen findet. Im Tessin ist eine gute Fahrtechnik gefragt und dann macht es extrem viel Spass!
  • Vor allem das Mendrisiotto, der südlichste Zipfel des Tessins hat es uns angetan. Der Hausberg Monte Generoso ist die perfekte Ausgangslage für Biketouren in verschiedene Richtungen. Man kann auf der Schweizer oder auf der Italienischen Seite fahren und erlebt so die unterschiedlichen Charaktere der Trails, der Dörfer und der Einwohner.
  • Und noch ein angenehmer Nebeneffekt, es gibt sehr wenig Wanderer und Fussgänger auf den Wegen. Selbst an einem schönen Wochenende hat man immer freie Fahrt!

Einsame Trails und offene Laubwälder sind typisch für das Mendrisiotto.

Darum ist für mich das Tessin die beste Region der Schweiz, wenn es um anspruchsvolle Biketouren geht. Oder eben, man findet Singletrails der Superlative!

Kürzlich waren wir wieder dort, um uns für unser Bikeweekend im Mendrisiotto am 22.-24.09.2017 vorzubereiten. Obwohl wir die Gegend schon sehr gut kennen, haben wir wieder neue Trails entdeckt und wir waren einmal mehr beeindruckt von dieser wunderschönen und verlassenen Gegend.

Seit diesem April fährt die Monte Generoso Bahn wieder, was den langen Anstieg ein bisschen angenehmer macht. Von Mendrisio bis auf den Gipfel sind es stolze 1'400 Höhenmeter am Stück. Für sportliche Fahrer ist es ein gutes Training, vor allem der erste Teil führt über eine gleichmässig ansteigende Strasse bis nach Bellavista. Aber auch die Bahnfahrer werden nicht ganz geschont, denn bei der Mittelstation Bellavista heisst es für Biker aussteigen und selber weitertreten. Es sind dann noch knapp 500 Höhenmeter, die auf einem steilen Schotterweg entlang dem Bahngleis führen.

Dieses Mal fuhren wir zweimal hoch, einmal bis zum Top und einmal bis nach Bellavista. Die erste Tour von ganz oben führte uns auf die westliche Seite des Berges, wo es zuerst durch offenes Gelände und später durch dichten Laubwald ging. Eine insgesamt steile und anspruchsvolle Abfahrt, die uns bis ins Dorf Melano führte, wo es zurück zur Talstation ging.

Bei der zweiten Tour folgte ein erstes Highlight gleich am Anfang, die Abfahrt ins Valle di Muggio ist ein langer und sehr schneller Singletrail, der einem nur durch einige Spitzkehren zum Bremsen zwingt. Im Talboden angekommen begann der anstrengende Teil, ein knackiger Anstieg brachte uns wieder auf die Anhöhe des Dorfes Muggio. Von dort ging es gleich weiter, via Cabbio hoch zur Alpe Loasa. Der ganze Weg ist technisch anspruchsvoll und verbraucht einige Körner. Aber die Schinderei lohnte sich, oben wurden wir mit einem tollen Panorama belohnt und vor allem wartete der nächste lange Downhill auf uns. Der Trail führte durch viele Steinfelder und man musste immer konzentriert bleiben und gleichzeitig die beste Linie wählen. Auf der ganzen Abfahrt vernichteten wir fast 1'000 Höhenmeter am Stück, bis wir im Dorf Vacallo ausgespuckt wurden.

Vorher noch ganz alleine im dichten Wald und nun zurück in der Zivilisation, mit viel Verkehr rund um den Zoll von Chiasso. Was für ein Kontrast...

Die neue, imposante Bergstation von Mario Botta auf dem Monte Generoso.

Schöner und flüssiger Singletrail vom Gipfel des Monte Generoso.

Willkommene Pause...

Unterwegs ins Valle di Muggio.

Vor der letzten Abfahrt noch kurz den Sonnenuntergang geniessen...

Wie man eine Kurve mit dem Bike flüssig fährt

Ich erlaube mir hier, zwei meiner Kunden beim Kurvenfahren zu zeigen. Oder konkreter ausgedrückt geht es darum, wie man eine Kurve richtig oder eben falsch fährt. Der Ausschnitt zeigt einen Singletrail in der Toscana, wo eine langgezogene Rechtskurve mit hoher Geschwindigkeit durchfahren werden konnte. Damit das auch erfolgreich gelingt, ist die richtige Position, Gewichtsverlagerung und Blickrichtung auf dem Mountainbike entscheidend.

Der Fahrer auf dem ersten Bild zeigt eine perfekt ausgeführte Drücktechnik. Dabei wird das Bike mit den Armen in die Kurve gedrückt, der Körperschwerpunkt und die Hüfte bewegen sich hingegen nach aussen - so kann viel Druck auf den Rädern aufgebaut werden und die Traktion wird erhöht. Der Blick zeigt zum Kurvenausgang, man schaut dorthin, wo man hinfahren will. Genau so lässt sich eine offene Kurve flüssig, sicher und mit Style durchfahren!

Flüssig, sicher und fokussiert. So sieht eine saubere Kurventechnik aus!

Der Fahrer auf dem zweiten Bild ist so unterwegs, wie man es leider meistens bei den Hobbybikern sieht... Der Körper lehnt nach innen und das Knie wird zusätzlich nach innen gestellt (wird sind keine Motorradrennfahrer). Dadurch ist das ganze Gewicht auf der Kurveninnenseite und man verliert so den Druck auf den Rädern. Zudem sind die Arme zu fest gestreckt, was ein Hinunterdrücken des Bikes verunmöglicht. Der Blick geht geradeaus in Richtung Hindernis (in diesem Fall der Fotograf), aber genau dorthin möchte man ja eigentlich nicht fahren. Fährt man die Kurve so, dann verliert man an Geschwindigkeit, das Bike beginnt früh zu rutschen und es fehlt vor allem an Flow.

Und so sollte es nicht aussehen.... Falsche Körperhaltung und falsche Blickrichtung.

Du möchtest diese Kurventechnik und viele weitere Tipps und Tricks zur Fahrtechnik erhalten? Dann besuche am besten einen Bikekurs von Fit for Trails, dort lernst du alles, um ein besserer Biker zu werden!

Was alles in einen Bikerucksack gehört

Ein Rucksack gehört heute zur Standardausrüstung von jedem Mountainbiker. Vor allem bei Tagestouren in den Bergen ist es hilfreich, wenn man alle seine sieben Sachen dabei hat, und nicht auf einmal bei Wetterumschwung, Defekt oder Hungerrast in grosse Schwierigkeiten gerät.

Untenstehend einige Tipps und Vorschläge, was sicher in einen Rucksack gepackt werden muss, damit du jederzeit vor Überraschungen gefeit bist. Aber Achtung, nicht den gesamten Hausrat auf den Rücken schnallen, sondern das Gepäck so klein und leicht wie möglich halten. Auch wenn die heutigen Rucksäcke sehr bequem zu tragen sind, macht sich ein hohes Gewicht im Laufe des Tages doch bemerkbar.

Ich als Bikeguide habe sicher noch ein paar Dinge mehr dabei, die du nicht unbedingt brauchst. Da meine Kundschaft aus verschiedensten Bikern und Mountainbikes besteht (danke Bikeindustrie für die tausend verschiedenen Standards...), muss ich für alle möglichen Notfälle gewappnet sein und immer aushelfen können. So bin ich auch ein Lastesel und mein prallgefüllter Rucksack wiegt über 7 kg…

In der Trinkblase habe ich nur reines Wasser drin. So kann auch mal eine Wunde ausgewaschen werden oder das Wasser an einen verdursteten Kollegen weitergegeben werden. Zusätzlich habe ich noch eine Trinkflasche mit isotonischem Getränk im Flaschenhalter. Es ist wichtig, dass man dem Körper die herausgeschwitzten Mineralien regelmässig wieder zuführt, da reicht Wasser alleine nicht.

Übrigens, ein schwerer Rucksack zählt zum Körpergewicht dazu. Wenn du also mit viel Gepäck fährst, dann solltest du auch Federgabel und Dämpfer dementsprechend abstimmen. 10-20 PSI mehr Luftdruck sind sicher empfehlenswert, sonst hängst du zu tief in der Federung drin.

Hier also die Packliste vom Fit for Trails Guide (persönliche Lieblingsgegenstände können natürlich gerne ergänzt werden):

  • Ersatzschlauch in der richtigen Grösse und mit dem richtigen Ventil
  • Schlauchflicke selbstklebend
  • Reifenheber
  • Pumpe
  • Tubeless-Ventil
  • "Salami" um Löcher im Reifen zu stopfen
  • Multitool
  • Zange
  • Messer
  • Speichenzentrierschlüssel
  • Kabelbinder
  • Klebeband
  • Kettennieter
  • Kettenniete oder Kettenschloss in der richtigen Grösse
  • Schaltzüge
  • Wechselauge für den aktuellen Rahmen
  • Bremsbeläge inkl. Feder
  • Klemmbride für Variosattelstütze (falls die Stütze auf einmal absackt)
  • Speichenmagnet für E-Mountainbiker (bei Verlust vom Magnet heisst es Schieben…)
  • Notizblock und Schreibzeugs
  • Wanderkarte der jeweiligen Gegend
  • Fotoapparat
  • Handy
  • Portemonnaie mit Geld und Ausweisen
  • Haus- und Autoschlüssel
  • Regen- oder Windjacke
  • Kappe für unter den Helm (auch im Sommer kann man sich die Ohren abfrieren)
  • Energieriegel und Gel
  • Sonnencrème
  • Trinkblase nur mit Wasser (isotonisches Getränk verklebt den Beutel und Schlauch)
  • Erste-Hilfe Set (Verband, Pflaster, Steri-Strips, Desinfektionsmittel, Kopfwehtablette, Schmerztablette, Schere, Pinzette, Dreiecktuch, Rettungsfolie, Insektengift, Handschuhe, usw.)

Die ganze Ausrüstung vom Fit for Trails Guide. Unglaublich, was alles in so einen kleinen Rucksack passt...

Fahrbericht: Moots Compact SL Titanium Rennrad

Was nun folgt ist eigentlich kein Fahrbericht, sondern eine Liebeserklärung. Seit 2010 Jahren bin ich Besitzer von einem Moots Titanium Rennrad und es ist mit Abstand das beste und schönste Velo, dass ich jemals gekauft habe (und das waren doch schon 31 Stück in den letzten 28 Jahren). Ich muss zugeben, ich führe da eine zweite Beziehung und spreche jeweils liebevoll von Frau Moots (meine Freundin hat zum Glück Verständnis dafür… ;-)).

Mit dem Moots habe ich mir einen Bubentraum erfüllt. Schon als Teenager stand ich zu Beginn der 90er Jahre in den Bikeshops rum und habe die die Titanbikes der Luxusmarken Merlin, Litespeed, Serotta, Funk, Moots, usw. angehimmelt. Ich wusste immer, dass auch ich eines Tages ein Rad aus diesem sündhaft teuren Material besitzen werde. 2010 habe ich mir dann diesen Wunsch erfüllt und mir einen Moots Compact SL Rennradrahmen gekauft. Ich habe mich bewusst für ein Rennrad und nicht für ein Mountainbike entschieden. Auch wenn ein Titanrahmen ein Leben lang hält, ist der Verschleiss und die Abnützung beim Biken doch relativ gross und es war mich einfach zu schade, die schöne „Titanfarbe“ mit Dreck zu verdecken. Zudem gibt es bei Rennrädern nicht diese alljährlichen Innovationen und neuen Standards, und so ist mein Moots auch heute noch ziemlich aktuell.

Mein wunderschönes Moots Compact SL! Hier die Version 2017.


Warum ein Moots?


Vor dem Kauf habe ich mich lange damit auseinander gesetzt, welcher Produzent von Titanrahmen für mich in Frage kommt. Schliesslich war das eine Investition, die gut überlegt sein sollte, man baut sich ja nicht alle Tage ein Rennrad auf, das so viel wie ein Kleinwagen kostet. Ich wollte eine klassische Rahmenform und die typisch matte Titanoberfläche und es sollte zudem eine Traditionsfirma aus den USA sein. So fiel die Wahl auf Moots, diese bauen schon seit 35 Jahren ausschliesslich Titanrahmen ohne Schnörkeleien. Beim Modell habe ich mich für das Compact SL entschieden, ein zeitloser Rahmen mit einem runtergezogenem Oberrohr. Das Compact wird mittlerweile nicht mehr produziert, es wurde durch das Vamoots RSL abgelöst.

Die Ausstattung


Wenn man schon ein kleines Vermögen für einen Titanrahmen ausgibt, dann ist es klar, dass auch für alle Anbauteile nur die besten und teuersten Marken in Frage kommen. Im Laufe der Zeit habe ich auch Sicherheitsgründen verschiedene Teile (Gabel, Laufräder, Vorbau, Lenker) ausgetauscht und darum gehe ich nur auf die aktuelle Konfiguration ein. Bei der Ausstattung wurden nur bewährte und lang haltbare Teile verbaut. Es wurde bewusst auf extremen Leichtbau verzichtet. Dafür ist mein Moots super solide und zuverlässig, mittlerweile habe ich ca. 30‘000 Kilometer abgespult und hatte noch keinen einzigen Defekt zu verzeichnen. Hier die detailierte Ausstattung:

Rahmen: Moots Compact SL Titanium
Gabel: Enve RD 2.0 Carbon 45 Rake
Steuersatz: Chris King NoThreadSet
Lenker: Zipp Service Cours SL-70 42 cm
Lenkerband: fi'zi:k Superlight Classic
Vorbau: Zipp Service Course SL 110 mm
Sattelstütze: Ritchey Superlogic Carbon 27,2 mm
Sattel: fi'zi:k K1 Carbon
Laufräder: Zipp 202 Firecrest Carbon Clincher (Ersatz: Reynolds Solitude/DT 240/DT Aerolight)
Schnellspanner: Zipp
Reifen: Michelin Pro4 Service Course 700x25C
Schläuche: Continental Race 28
Schalthebel: Shimano Dura-Ace 7900
Schaltwerk: Shimano Dura-Ace 7900
Umwerfer: Shimano Dura-Ace 7900
Bremshebel: Shimano Dura-Ace 7900
Bremsen: Fouriers BR-DX001
Bremsbeläge: Zipp Carbon
Schalt-/Bremskabel: Shimano Dura-Ace SP41
Kurbel: Shimano Dura-Ace 7900 175 mm Compact 36/50
Tretlager: Chris King ThreadFit 24
Kassette: Shimano Dura-Ace 7900 11-27 10-fach
Kette: Shimano Ultegra 6600 10-fach
Pedale: Look Kéo Carbon Ti
Flaschenhalter: Blackburn Swerve Titanium

Das Gesamtgewicht komplett fahrfertig beträgt genau 7,0 kg. Das ist jetzt vielleicht nicht besonders leicht, im Vergleich zu einem aktuellen Carbon Rennrad. Entgegen der weit verbreiteten Meinung ist Titan kein leichtes Material. Nur bei kleinen Teilen (Schrauben, Flaschenhalter, Schnellspanner, Sattelgestelle, usw.) hat man einen Gewichtsvorteil. Wenn es um einen ganzen Rahmen geht, dann kommt da doch einiges an Material zusammen. So wiegt der Compact SL Rahmen in Grösse 55 cm stolze 1400 Gramm.

Dafür erhält man aber einen Rahmen, der gemacht ist für die Ewigkeit. Titanium ist ein äusserst robustes Material, das weder korrodiert, noch zerkratzt, noch altersschwach wird. So gesehen rechnet sich der hohe Einstandspreis auf die Dauer und man ist schlussendlich viel günstiger unterwegs, als wenn jemand in der gleichen Zeit fünf neue Carbonräder kauft.

Und es kommt natürlich auch noch der Effekt vom Statussymbol dazu. Mit einem Titan Rad fällt man in der Masse auf und man wird automatisch in Gespräche verwickelt. Zugegeben, es macht mich stolz, wenn mein Rennrad von fremden Leuten bewundert wird und ein gewisser Neid bemerkbar ist! Im Vergleich dazu ist ein Carbon Rahmen einfach nur ein Plastikhaufen, der über keine Seele verfügt und keine Emotionen auslöst…

So sexy können Schweissnähte sein!


Das Fahrverhalten


Titanium Rahmen sind bekannt dafür, dass sie eine gute Eigendämpfung haben und sich sehr komfortabel fahren. Diese Aussage kann ich nur bestätigen, ich kann stundenlang im Sattel sitzen, ohne dass irgendwelche körperlichen Beschwerden auftreten. Das Compact SL hat zwar einen eher dünnen Rohrsatz, aber bei den Kettenstreben wurde mehr Material verwendet und daher ist er auch im Tretlagerbereich genügend steif. Da ich selber nur knapp 70 kg auf die Waage bringe, ist die Steifigkeit für mich sowieso nie ein Thema. Das Compact SL geht beim Beschleunigen richtig gut vorwärts und fährt sich sehr agil. Der Steuerwinkel ist mit 73,5 Grad eher steil, daher braucht es in schnellen Abfahrten ein bisschen Fingerspitzengefühl, da jede Lenkbewegung sehr direkt umgesetzt wird.

Dass man damit auch wettkampfmässig erfolgreich fahren kann, habe ich 2013 beim Rennradrennen Nove Colli in Cesenatico bewiesen. In etwas über 6 Stunden und 30 Minuten habe ich die 205 Kilometer durchgebrettert und wurde 146. von ursprünglich 12'000 Startern! Einen ausführlichen Rennbericht gibt es auf in diesem Blogeintrag.

Erfolgreicher Renneinsatz am Nove Colli in Cesenatico 2013.


Fazit


Wie eingangs schon erwähnt, das Moots Compact ist das beste Fahrrad, das ich je hatte und immer noch habe. Auch wenn alle meine Mountainbikes aus Carbon sind, beim Rennrad werde ich dem Titanium treu bleiben. Auch wenn jetzt Scheibenbremsen und Steckachsen immer populärer werden, bis auf weiteres werde ich mein Rad so fahren, wie es ist. Und sollte ich doch einmal auf Scheibenbremsen umsteigen, ich werde mir bestimmt wieder ein Moots zulegen.

Mein Moots hat mir schon sehr viel schöne Erlebnisse und Erinnerungen beschert und mich mittlerweile während gut 30'000 km immer treu begleitet. Wie im richtigen Leben, sollte eine Beziehung ewig halten. Darum werde ich meine Frau Moots noch jahrelang fahren, zu fest habe ich mich in sie verliebt!

Positiv:
+ unvergleichlicher Fahrkomfort
+ schnell und agil in Beschleunigung und Richtungswechseln
+ gemacht für die Ewigkeit
+ robust und unverwüstlich
+ zeitlos schön
+ Customfertigung nach eigenen Geometrieangaben möglich

Negativ:
- sehr hohe Anschaffungskosten (relativiert sich aber mit der langen Lebensdauer)

Preis:
über Geld spricht man nicht… ;-)

Informationen:
Moots Website

Moots fahren macht glücklich!

Kein Aufstieg zu steil für ein Moots...

2014 Teilnahme an der Tortour, ein Rennradrennen rund um die Schweiz.

Auch der mystische Stelvio hat mein Moots schon von oben gesehen.

Ausflug zur Tour de France Etappe 2016 in Bern, damit mal ein schönes Rennrad am Start ist...

Dafür ist das Moots gemacht. Stundenlange Passfahrten und Höhenmeter sammeln.

Danke Frau Moots, dass ich schon so viel mit dir zusammen erleben durfte!!

Testbericht: EVOC Stage 12L Team Bikerucksack

Schon seit einigen Jahren bin ich auf meinen Biketouren mit Rucksäcken der deutschen Firma EVOC unterwegs. Die Qualität ist hervorragend, selbst mein ältester Rucksack ist nach tausenden von Kilometern bei Sonne, Regen und Schlamm immer noch in sehr gutem Zustand. Alle Fächer und Nähte sind in einwandfreiem Zustand und die Reissverschlüsse funktionieren zuverlässig. Die Designs werden jedes Jahr den aktuellsten Farbtrends angepasst, so macht man auf dem Trail immer eine gute Figur.

Letzte Saison wurde das neue Modell Stage eingeführt, auf welches ich in diesem Testbericht näher eingehen möchte. Der Stage ist in verschiedenen Grössen (3L bis 18L) und in diversen Farben erhältlich. Im Vergleich zu den älteren Modellen punktet der Stage mit einer komplett neuen Rückenpartie und mit einem überarbeiteten Aufhängesystem der Schulterriemen. Das Innenleben bleibt unverändert.

Ich habe mich für den Stage 12L Team entschieden, der für mich die perfekte Grösse für Tagestouren hat. Er schliesst für mich auch die Lücke zu meinen früheren Modellen CC 10L und FR 16L. Der 10 Liter war oft zu klein und der 16 Liter zu gross.

Der EVOC Stage Team 12L. Macht auch am Strand eine gute Figur.

Wie bereits erwähnt, ist der Rucksack mit einer neuen Rückenpartie ausgestattet. Diese fällt schön breit aus, damit der Rucksack gut auf dem Rücken aufliegt. Dank einem durchgehenden Netz und drei harten Schaumpolstern ist die Durchlüftung auch bei heissen Temperaturen immer gewährleistet. Hier muss allerdings ein wenig Kritik angebracht werden, die Konstruktion ist sehr hart und unflexibel, es braucht daher eine gewisse Zeit, bis sich der Rücken daran gewöhnt hat.

Die Schulterriemen haben eine neue Aufhängung erhalten, das sogenannte Brace Link. Dabei können sich die Riemen in alle Richtungen bewegen, was für einen noch besseren Tragekomfort sorgt. Alle Riemen sind mit hochwertigen Schnallen ausgestattet (die Brustschnalle enthält zusätzlich eine Pfeife) und lassen sich gut an den jeweiligen Körperbau anpassen.

Die gut belüftete Rückenpartie mit einer eher harten Polsterung.

Ansonsten erhält man die gewohnte EVOC Qualität mit vielen guten und durchdachten Features. Es gibt zwei Aussenfächer, wo Geld, Handy, Werkzeug, Pumpe, Energieriegel, usw. Platz haben. Daneben gibt es zwei seitliche Netztaschen, die Stauraum bieten für Dinge, die man schnell zur Hand haben muss (z.B. kann man die Knieschoner oder eine Trinkflasche reinstecken). Der Innenteil besteht aus einem grossen Fach, wo die sperrigen Gegenstände wie Jacke, Notfallapotheke und Schläuche Platz haben. Daneben gibt es noch einen Einschub für die Trinkblase (max. 3 Liter), welcher mit einem eigenen Reissverschlussfach versehen ist.

Gut versteckt ist die Helmhalterung, welche aus einem leichten Netz mit zwei Halteriemen besteht. Erfreulich ist, dass nun endlich eine Regenhülle inklusive ist. Diese musste bis anhin immer extra gekauft werden.

Jede Menge Fächer für alles, was beim Biken gebraucht wird.

Ich habe den Rucksack die ganze letzte Saison 2016 fast täglich getragen und bin sehr zufrieden damit. Wenn man sich an die harte Rückenpartie gewöhnt hat, dann ist der EVOC Stage ein zuverlässiger und praktischer Begleiter auf jeder Biketour.

Positiv:
+ bequeme Passform
+ gute Durchlüftung am Rücken
+ viele praktische, grosse und kleine Fächer
+ hervorragende Qualität und Verarbeitung
+ Regenhülle inklusive
+ cooles Design

Negativ:
- harte Rückenpartie

Preis: 
CHF 169.00

Informationen:

Unterwegs im Grünen mit dem EVOC Stage.

Den E-MTB Gegnern gehen die Argumente aus

Dieser Blog bezieht sich auf einen Beitrag über E-Mountainbiker, welcher kürzlich auf der Website von Ride erschienen ist (zum Beitrag). Wenn man heute etwas über E-MTB schreibt, dann muss man damit rechnen, dass Kommentare von Gegnern und Befürwortern nicht lange auf sich warten lassen. Auch jener Beitrag wurde online x-fach kommentiert, und zum Teil muss man über seine bikenden Kollegen schlicht den Kopf schütteln... Auch ich habe in einem früheren Blog schon versucht, die Situation zu erklären (zum Blog). Warum diese Arroganz, diese Ignoranz und sogar Hass gegenüber E-Bikern?

Die früheren Argumente stechen heute nicht mehr


Mit dem Boom der E-Mountainbikes ist natürlich auch die Skepsis gegenüber dieser neuen Art des Bikens gestiegen. Viele Horrorszenarien wurden prognostiziert (mehr Unfälle, mehr Ärger, mehr Verkehr, mehr Trailbeschädigungen), nichts davon ist bis jetzt eingetroffen. Das Jahr 2016 kann man wohl als offiziellen Startschuss der E-Mountainbikeszene sehen. Das erste Mal wurden wirklich viele E-Bikes verkauft und E-Mountainbiker waren in grosser Anzahl auf den Trails unterwegs. Schön zu sehen ist, dass die negativen Schlagzeilen ausgeblieben sind. Keine E-Mountainbiker mussten von irgendwelchen Berggipfeln gerettet werden, keine Wanderer wurden über den Haufen gefahren und die Trails wurden auch im normalen Rahmen beansprucht.

Das haben wohl auch die Gegner gespürt und daher wird die Luft für überzeugende Argumente gegen E-Biker immer dünner. So waren auch beim Ride Beitrag einige Kommentare drin, die sich auf Stammtischniveau bewegen und weit weg von der Realität sind. Ein Schreiberling hat sich sogar auf den Ehrenkodex der IMBA (International Mountain Bicycling Association) bezogen, dass Mountainbikes aus natürlicher Kraft bewegt werden müssen. E-MTB werden aber aus eigener Muskelkraft vorangetrieben, denn ohne Treten geht gar nichts vorwärts. Und genau dieser Textverfasser, den ich persönlich kenne, fährt jeweils im Winter mit seinem Fatbike quer durch den verschneiten Wald und schreckt die Wildtiere auf, was gemäss IMBA aber eigentlich verboten wäre...

Meine E-MTB Kunden haben ihr Sportgerät im Griff und fahren auf gutem Niveau.


E-Mountainbiker sind sehr rücksichtsvolle und freundliche Biker


Meine Erfahrung mit E-Mountainbikern war bis jetzt durchwegs positiv. Als Bikeguide und Fahrtechnik-Experte freue ich mich über eine wachsende Kundschaft von Bikern mit Motor. Und eines kann gesagt werden, alle sind sehr freundlich und rücksichtsvoll auf den Trails unterwegs. Die wahren Rowdies und schwarzen Schafe sind definitiv die Biker ohne Motor...

Als ich meinen ersten E-MTB Fahrtechnikkurs durchgeführt hatte, da war ich erstaunt, wer am Morgen alles auf dem Kursgelände aufgetaucht war. Jung und Alt, Frau und Mann, ein buntes Grüppchen Biker, die keine der üblichen Klischees erfüllten. Alle wollten einfach ihre Biketechnik verbessern und lernen, wie sie mit ihrem Sportgerät sicherer und mit mehr Spass herumfahren können. Genauso, wie es die "normalen" Biker auch möchten.

Ich war überrascht, wie vorsichtig und langsam gefahren wurde, als wir nach dem Techniktraining auf die Trails wechselten. Ich musste die Teilnehmer sogar dazu zwingen, dass sie mal den Turbo-Modus aktivieren und den steilen Aufstieg mit voller Power hinauffahren. Um Strom zu sparen und um Ärger zu vermeiden, waren alle mit der tiefsten Motorunterstützung unterwegs und fuhren völlig unauffällig durchs Gelände.

Auch bei unseren Biketouren in der Toscana haben wir das festgestellt. Die E-Biker haben sich problemlos integriert und fuhren jeweils passiv am Schluss der Gruppe mit. Die Stimmung untereinander ist immer gut, man akzeptiert die Kollegen mit Motor und es gibt zusätzlich neue Themen, die am Esstisch diskutiert werden können.

Egal ob mit oder ohne Motor, wir sind alle Mountainbiker! Wir müssen zusammenhalten und wir müssen unseren Ruf stärken und uns nicht gegenseitig schlecht machen. Lasst uns alle gemeinsam diesen schönen Sport ausüben und geniessen!

Das soll eine Gefahr sein? Nein. Abgesehen vom Motor sieht alles ganz normal und kontrolliert aus.

Wie die Mountainbike Federung richtig federt

Die richtige Einstellung der Federelemente und des Reifendrucks (siehe Blogeintrag) gehören zu den wichtigsten Verstellmöglichkeiten an einem Mountainbike. Diese zwei Komponenten entscheiden wie sich dein Bike fährt und ob du sicher und kontrolliert über die Trails rollst, oder ob du über den Lenker abgeworfen wirst.

Je schwieriger das Gelände, desto wichtiger wird die Federung.

Leider bombardiert uns die Bikeindustrie auch im Bereich Federung mit immer neuen Technologien und Verstellmöglichkeiten und dabei wird vergessen, dass der Hobbybiker oft damit überfordert ist und es ihn vielfach auch gar nicht interessiert. Schlimmer noch, durch die vielen Einstelloptionen werden Bikes oft völlig falsch abgestimmt, ohne, dass es der Fahrer wirklich merkt. Seien wir ehrlich, wann hast du das letzte Mal deine Kompression verstellt oder dich um die High- und Lowspeed Dämpfung gekümmert? Eben…

Du verstehst hier nur Bahnhof? Dann bist du wohl nicht alleine... (Foto: Fox Website)


Die heutigen Mountainbikes haben ab der mittleren Preisklasse jeweils Federelemente mit Luft. Je teurer das Bike ist, desto mehr Drehknöpfe wirst du an Gabel und Dämpfer finden. Das einzige Werkzeug, das du für die Verstellung brauchst ist eine Dämpferpumpe. Diese ist für wenig Geld imi Fachhandel erhältlich oder wenn du deinen Mechaniker lieb fragst, dann wird er sicher noch eine Pumpe in der Schublade rumliegen haben.

Spiele mit dem Luftdruck und drehe an den verschiedenen Knöpfen, damit du verstehst, was sich wie und wann ändert. Das Gute daran: Du kannst nichts kaputt machen, höchstens falsch einstellen.

Eine Dämpferpumpe sollte jeder Mountainbiker besitzen. Ein Muss für die Einstellung der Federung.


Hier eine einfache Erklärung der wichtigsten Einstellungen und Begriffe zum Thema Federung:

Luftdruck (Air Pressure): Luft ist die Feder, welche auf dein Körpergewicht abgestimmt wird. Die Federelemente sollten nicht zu hart und nicht zu weich gefahren werden. Gemessen wird der Luftdruck in PSI. Bei der Federgabel kann als ungefährer Richtwert das Körpergewicht als PSI Wert genommen werden (70 kg gleich 70 PSI). Beim Hinterbaudämpfer muss ausprobiert werden, je nach Bikemodell und Kinematik sind die Luftdrücke völlig unterschiedlich. Wenn du den optimalen Luftdruck gefunden hast, dann die Werte irgendwo notieren, damit du immer wieder darauf zurückgreifen kannst.

Negativfederweg (Sag): Der Negativfederweg zeigt an, wie weit die Federelemente einfedern, wenn einfach auf das Bike gestiegen wird, ohne zu belasten. Falls du dich schon gefragt hast, was das für Gummiringe an Gabel und Dämpfer sind – die sind zur Einstellung vom Sag gedacht. Je nach Fahrstil ist ein Wert zwischen 20-30 % Einsinken optimal.

Ausfedergeschwindigkeit (Zugstufe/Rebound): Der Rebound ist nebst dem richtigen Luftdruck die wichtigste Einstellung. Er regelt die Ausfedergeschwindigkeit und kann normalerweise über den roten Drehknopf mit Klicks bedient werden. So schnell einstellen, damit die Federung nicht zu langsam rauskommt und so langsam einstellen, dass das Rad nach dem Einfedern nicht vom Boden springt.

Einfedergeschwindigkeit (Kompression/Compression): Die Compression regelt den Einfederweg und dient als Durchschlagsschutz. Diese Verstellung ist vor allem für Biker, die sehr aggressiv fahren und für langhubige Gabeln ab 150 mm Federweg sinnvoll. Ansonsten am besten ganz offen lassen, dann sprechen die Federelemente am sensibelsten an.

Plattform: Die Plattformdämpfung wird mit einem Hebel am Hinterbaudämpfer aktiviert und reduziert damit den Ölfluss und macht die Federung straffer, ohne sie zu blockieren. Heute an den meisten vollgefederten Bikes zu finden und eine viel bessere Lösung als die komplette Blockierung.

Blockierung (Lockout): Diese Einstellung wird meiner Meinung nach total überbewertet. Warum muss eine Federung unbedingt blockiert werden? Wenn du nicht Rennfahrer bist und um Sekunden kämpfst, dann sollte dich das leichte Wippen wohl kaum stören. Es ist durchaus sinnvoll und komfortabel, wenn die Federung auch beim Hochfahren arbeiten kann, das gibt mehr Traktion und schont den Rücken. Die modernen Bikes sind mittlerweile so konstruiert, dass sie schon von Haus aus ein sehr neutrales Fahrwerk haben und somit eigentlich nie blockiert werden müssen. Zudem sind diese zusätzlichen Hebel und Kabel am Lenker einfach nur schwer und hässlich…

Der Rebound Knopf (meist in rot und unten an der Gabel) regelt die Ausfedergeschwindigkeit (Zugstufe).

Der Gummiring und die Prozentanzeige helfen bei der Einstellung vom Negativfederweg (Sag).


Das sind die wichtigsten Begriffe, die du kennen solltest. Auch wenn dich das eigentlich nicht interessiert, sollte es dennoch zum Basiswissen gehören, dass du die Funktionen von deiner Federung kennst. Es kann ja durchaus mal sein, dass sich aus Versehen die Zugstufe verstellt und dann ist es sicher gut, wenn du weisst, wie du diese wieder richtig einstellen kannst.

Daneben gibt es noch weitere Fachwörter und Einstellmöglichkeiten, die aber erst beim ambitionierten Biker oder Rennfahrer wichtig werden. Zum Beispiel High- und Lowspeed Rebound, High- und Lowspeed Compression, Änderung des Luftvolumens, Überdruck ablassen, Ölstand und Ölviskosität verändern, usw.

Noch ein Tipp, damit deine Federgabel immer geschmeidig läuft: Stelle dein Bike ab und zu kurz auf den Kopf, dann kann das Schmieröl in den Tauchrohren nach oben zu den Schmutzabstreifern laufen und diese sind somit immer gut geschmiert.

Wie üblich gilt: Testfahren! Packe Dämpferpumpe und Schreibzeugs ein und fahre auf deinem Haustrail einige Runden und verstelle jedes Mal eine einzige Einstellung und spüre wie sich das Bike fährt und sich verändert (nicht alles auf einmal verstellen!). Irgendwann hast du das perfekte Setup für dich gefunden und dies kann dann eigentlich auf allen Biketouren so belassen werden.

An einem Fahrtechnikkurs wird das Thema Federung übrigens ausführlich erklärt. Vor Ort werden die Bikes gecheckt und die Federelemente gleich richtig abgestimmt. Ein Service, wie er nur bei Fit for Trails erhältlich ist!

Im Rennsport wird die Federung besonders hart drangenommen...

Reifendruck - Das gratis Mountainbike-Tuning

Auch heutzutage wissen noch viele Mountainbiker nicht, wie viel Luftdruck, dass sie in ihren Reifen drin haben. Wenn ich zu Beginn von meinen Fahrtechnikkursen jeweils in die Runde frage, wer seinen Reifendruck kennt, dann herrscht meistens nur ratloses Schulterzucken. Ab und zu sagt mal ein Teilnehmer: "Vorne 1,7 bar und hinten 1,9 bar". Das freut mich dann immer, entweder hat er die Tipps auf meiner Website gelesen, oder er ist Kunde von einem kompetenten Bikeshop, oder er hat sich selber mit dem Thema auseinander gesetzt und sich darüber informiert.

Dabei bildet der Reifen die erste Kontaktfläche zwischen Mountainbike und Boden und gehört damit zur wichtigsten Komponente am Bike. Und das beste, es ist gratis Tuning! Mit dem richtigen Reifendruck kannst du das Optimum aus deinem Sportgerät herausholen und sicherer und kontrollierter über die Singletrails fliegen.

Nur mit dem richtigen Luftdruck kann sich der Reifen im Gelände festbeissen.

Vollgas am Megavalanche Alpe d'Huez. Bei sehr hohen Geschwindigkeiten wird der Luftdruck immer entscheidender.



Was ist der richtige Reifendruck?


Mit der immer grösseren Auswahl an Reifenbreiten und Einsatzbereichen, wird auch die Frage nach dem richtigen Luftdruck immer schwieriger zu beantworten. Generell gilt: Zu viel Luft ist nicht gut und zu wenig auch nicht.

Bei einem zu hohen Luftdruck verschenkt man Traktion auf rutschigem Untergrund. Der Reifen kann noch so ein gutes Profil haben, wenn sich dieses nicht im Boden festbeissen kann, dann hat er auch keinen Grip. Bei zu tiefem Luftdruck wird das Fahrverhalten schwammig und undefiniert, das Plattenrisiko steigt und im schlimmsten Fall kann sogar der Reifen von der Felge springen.

Für den normalen Tourenbiker ohne Plus-Bereifung gilt: Nicht über 2,0 bar. Ein Reifendruck zwischen 1,5-2,0 bar ist optimal für jeden Untergrund und bietet genügend Traktion, Vortrieb und Pannenschutz.

Die neuen Plus-Reifen mit einer Breite von 2,8-3,0 Zoll sind dafür gemacht, dass sie mit sehr wenig Luft gefahren werden. Dafür erhält man sehr viel Grip und Eigendämpfung. Für diese Reifen empfiehlt sich ein Druck zwischen 0.9-1,3 bar.

Je besser und schneller, dass man durch das Gelände jagt, desto mehr kommt der richtige Reifendruck zum tragen. Gute Fahrer spüren so ihr Bike und den Untergrund und man hat eine direkte Rückmeldung vom Trail und auf das Fahrverhalten. Daher erhöhen viele erfahrene Piloten den Druck, damit kein schwammiges Fahrgefühl entsteht. Worldcup-Downhiller sind mit bis zu 2,5 bar unterwegs, nur so sind die extrem hohen Kurvengeschwindigkeiten machbar, ohne dass es den Reifen von der Felge zieht.

Egal ob Hobbybiker oder Rennfahrer, suche den für ich optimalen Luftdruck beim Berghoch und Bergrunter fahren. Nimm dir mal eine Stunde Zeit und fahre mit der Pumpe im Gepäck auf deinen Haustrail und probiere verschiedene Drücke aus. Du wirst schnell merken, was der Unterschied zwischen 1,0 und 2,0 bar ausmacht.

Profis messen den Luftdruck auf zwei Kommastellen genau!



Jeder Mountainbiker braucht eine gute Standpumpe


Den Reifen auf gut Glück zu füllen und den Druck mit dem Finger zu ertasten, das ist völlig unprofessionell. Nicht mal ein wenig ambitionierter Biker sollte so unterwegs sein. Eine gute Standpumpe gehört darum zu jedem Mountainbike! Modelle gibt es wie Sand am Meer, die Auswahl an Materialien, Designs und Preisen ist riesig. Nebst den klassischen Pumpenanbietern wie SKS, Blackburn, Topeak, Lezyne, usw. gibt es mittlerweile sogar viele Bikehersteller, die eigene Pumpen im Sortiment führen.

Der Kauf einer Standpumpe ist eine Langzeitinvestition, daher lohnt es sich hier, ein bisschen mehr Geld auszugeben. Mein SKS Rennkompressor ist mittlerweile über 20 Jahre alt, mal abgesehen vom lahmen Manometer, das nicht mehr genau anzeigt, fördert das Teil aber immer noch Luft wie am ersten Tag.

Wichtig sind ein gut lesbares Manometer, ein stabiler Standfuss, ein bequemer Handgriff und ein erzeugbarer Luftdruck von mindestens 8 bar (falls auch mal ein Rennrad gepumpt werden muss). Hilfreich ist ein Kolben mit grossem Volumen, der schöpft mehr Luft, daher sind weniger Pumpstösse nötig.

Auch für unterwegs gehört eine Pumpe ins Gepäck, am besten ebenfalls mit einer Druckanzeige. Perfektionisten können auch noch einen kleinen Luftdruckprüfer mitnehmen, so kann der Druck auch auf dem Trail korrekt eingestellt werden.

Noch keine Idee für das nächste persönliche Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenk? Wie wärs mit einer Standpumpe?! ;-)

Welche soll es sein? Eine Auswahl an Standpumpen von Blackburn. Und das sind noch nicht alle...