28. März 2018

Starker Start in die Bikekurs Saison 2018

Die Bikesaison 2018 ist zwar noch sehr jung und das Wetter war oft feucht und kalt, aber bereits haben über 50 Bikerinnen und Biker einen Fahrtechnikkurs besucht. Vielen Dank für das Interesse und das Vertrauen in Fit for Trails!

Es ist sehr erfreulich, dass immer mehr Mountainbiker den Nutzen von einem professionellen Bikekurs schätzen und bereit sind, an ihrer eigenen Fahrtechnik zu arbeiten. Schliesslich fahren viele moderne und teure Bikes und da ist es sinnvoll, dass man das Maximum aus dem Sportgerät herausholen kann.

Die Klientel und die Kursinhalte waren äusserst abwechslungsreich. Nebst den regulären Gruppenkursen in verschiedenen Levels, ist vor allem die Nachfrage nach Privatkursen erstaunlich hoch. So wurden Rennfahrer trainiert, welche das Cape Epic oder einen Xterra Triathlon auf dem Plan haben, Kindern und Jugendlichen wurde der Bikesport näher gebracht und spezifische Techniken wie Hinterrad versetzen und Bunny Hop springen wurden gezeigt und gelehrt.

Bei Fit for Trails werden die Bikekurse so realitätsnah wie möglich abgehalten werden und es werden genau die Techniken und Situationen geübt, welche man auch auf einer Biketour immer wieder erlebt. Es wird dabei bewusst auf irgendwelche zeitraubenden Zirkusübungen, Händchen halten, usw. verzichtet, so bleibt mehr Zeit, um an der eigenen Technik zu arbeiten und diese sauber umzusetzen. So wirst du schon bald dein Bike besser und sicherer beherrschen!

Profitiere von der hohen Qualität und der langjährigen Erfahrung und buche jetzt deinen gewünschten Fahrtechnikkurs!

bikekurs saison fruehling 2018
Es war schon viel los bei Fit for Trails in der neuen Bikekurs Saison 2018!

15. März 2018

Übersicht Karten, Navigation und Tourenportale

Immer wieder werde ich von meinen Kunden gefragt, was denn die besten Geräte, Programme und Websites für die Planung und das Navigieren von Biketouren sind. Keine einfache Frage, denn die Auswahl und die Möglichkeiten sind mittlerweile riesig. Ich beschränke mich hier deshalb auf einige Tools, welche ich regelmässig benutze. Und da es sich um einen Schweizer Bike Blog handelt, wird vor allem auf die Schweiz eingegangen.

Die meisten Mountainbiker und Rennradfahrer benutzen heute ein GPS-Gerät, wenn sie unterwegs sind. Der Platzhirsch ist die Firma Garmin, welche eine grosse Auswahl an Modellen und Zubehör bietet. Ich beziehe mich darum auf Websites und Programme, die mit Garmin Geräten gut funktionieren.

uebersicht karten, navigation, tourenportale
Digital oder klassisch? Die Möglichkeiten für die Tourenplanung sind sehr unterschiedlich.


Bikekarte und Wanderkarte


Beginnen wir mit dem Klassiker, welcher auch im digitalen Zeitalter immer noch seine Berechtigung hat. Die gute, alte Karte. Es kann immer wieder mal vorkommen, dass das GPS-Gerät unterwegs seinen Geist aufgibt oder verloren geht und man mit dem Handy gerade in einem Funkloch steckt. Deshalb habe ich als Backup oft eine Karte dabei, vor allem wenn ich in Regionen bin, die ich nicht gut kenne.

Ein grosser Vorteil der Karte ist die Übersicht. Liegt die aufgeschlagene Karte vor einem, hat man die ganze Region vor Augen und muss nicht mühsam auf einem kleinen Bildschirm hin- und herscrollen. In der Schweiz sind wir hier natürlich verwöhnt, unsere Topographie-Karten sind wahrscheinlich die detailreichsten und genausten weltweit.

Zur Auswahl stehen explizite Bikekarten wie die Singletrails Maps, Mountainbike Maps und Supertrail Maps. Dort sind die Trails in verschiedenen Farben und Schwierigkeitsgraden eingezeichnet und es sind auch Tourenvorschläge vorhanden. Daneben gibt es die eigentlichen Wanderkarten, welche oft im Massstab 1:25000 sind und daher noch mehr Wege und Orientierungspunkte anzeigen.

Links:
Singletrail Maps
Mountainbike Maps
Supertrail Maps
Wanderkarten

mtb karten
Eine klassische Karte ist auch im digitalen Zeitalter ein verlässlicher und übersichtlicher Helfer.


Openmtbmap


Openmtbmap ist das digitale Pendant zu den Papierkarten und basiert auf den Daten von Openstreetmap. Hier können Topo-Karten aus der ganzen Welt heruntergeladen werden, meist sogar gratis. Da sich der Programmierer viel Mühe gibt, ist es sicher fair, eine Donation zu hinterlassen. Openmtbmap muss zusammen mit Garmin Basecamp benutzt werden, damit die Karten auf ein Garmin Gerät geladen werden können.

Warum gratis Karten? Weil, ehrlich gesagt, die offiziellen Garmin Topo-Karten unverschämt teuer sind. Die Schweiz-Karte schlägt mit CHF 399.00 zu Buche und kostet somit mehr, als das GPS-Gerät selbst. Die Arbeit unserer Schweizer Kartographen in Ehren, aber hier müssten sie mal über die Bücher gehen...

Link: Openmtbmap

openmtbmap
Openmtbmap: Das beste Tool für den Download von Topo-Karten für die ganze Welt.


Basecamp


Basecamp ist die hauseigene Software von Garmin und sie wird im Zusammenhang mit Garmin Geräten gebraucht. Jeder, der schon mal mit Basecamp gearbeitet hat, wird zugeben müssen: Das ist ein einziger Murks...

Die Software ist kompliziert aufgebaut und überhaupt nicht bedienerfreundlich. Auch das Zeichnen und Speichern von Touren ist sehr nervenaufreibend. Tausende Einträge von verzweifelten Forumsnutzern zeigen, dass ich bei weitem nicht der Einzige bin, der sich mit Basecamp herumärgert.

Es bleibt zu hoffen, dass es Garmin irgendwann gelingt, eine einfache und bedienerfreundliche Software zu präsentieren. Bei der Hardware können sie es ja auch.

Link: Basecamp

basecamp
Basecamp: Unverzichtbar für Garmin Geräte. Aber eine Hassliebe...


Schweiz Mobil


Schweiz Mobil ist sozusagen unser staatliches Nachschlagewerk für alle Schweizer Outdoor Sportler. Es gibt Tourenvorschläge und Routen für Sommer- und Wintersportarten und natürlich eine hervorragende Karte. Schweiz Mobil ist mein Lieblingstool, da es sehr bedienerfreundlich ist und man vor allem kinderleicht seine eigenen Touren zeichnen kann.

Schweiz Mobil darf gratis genutzt werden, um die wichtigsten Funktionen zu sehen. Für CHF 35.00 im Jahr kann man sich registrieren, damit man vollen Zugriff auf das Programm hat. Das Geld ist sehr gut investiert, denn in der bezahlten Version kann man selber Touren zeichnen und sich eine eigene Tourendatenbank anlegen.

Schweiz Mobil zeigt bei allen Touren die exakten Kilometer, Höhenmeter, Fahrzeit und Höhenprofil an. So weiss man genau, wie die Tour verläuft und man erlebt keine bösen Überraschungen.

Link: Schweiz Mobil

schweizmobil
Schweiz Mobil: Die bedienerfreundlichste und detailreichste Software für die Tourenplanung. Perfekt!


Wikiloc


Wikiloc ist eine internationale Plattform, auf welcher man weltweit nach Trails suchen kann. Zum heutigen Stand sind fast 8 Millionen Trails und Touren verfügbar.

Ich nutze Wikiloc vor allem, wenn ich mich aus der Vogelperspektive orientieren muss. Die Satelliten Funktion ist äussert praktisch, wenn man einem Wegverlauf folgen möchte und einen Überblick über die Region erhalten will. Gerade für die Zusammenstellung meiner Biketouren in der Toscana bin ich schon oft froh gewesen, dass ich von oben herab die Wege kontrollieren konnte.

Wenn man sich auf Wikiloc registriert, dann erhält man laufend Tourenvorschläge von anderen Usern, die in der gleichen Gegend unterwegs waren.

Link: WikiLoc

wikiloc
Wikiloc: Eine riesige Tourendatenbank und vor allem praktisch wegen der Satellitenansicht.


GPSies


GPSies ist vergleichbar mit WikiLoc, es sind ebenfalls Trails aus allen Ecken der Welt zu finden. Und die Software ist in allen möglichen Landessprachen verfügbar. Eine Registrierung ist nötig, damit man alle Funktionen nutzen kann.

Ich verwende GPSies vor allem, um GPS-Daten zu konvertieren. Leider gibt es immer noch kein einheitliches Dateiformat, welches mit allen Geräten und auf allen Plattformen läuft. Mit der Konvertierung kann man auf alle verfügbaren Formate zugreifen und kann so seine eigenen Daten überall verwenden.

Link: GPSies

gpsies
GPSsies: Umfangreiche Software, vor allem das Konvertieren von Dateien ist sehr hilfreich.


GPS-Tracks


GPS-Tracks ist ein schön präsentiertes Tourenportal, welches sich hauptsächlich auf die Schweiz und Zentraleuropa bezieht. Wenn man sich registriert, dann kann man GPS-Daten herunterladen und gratis verwenden.

GPS-Tracks wird mit Touren von Usern gefüttert, welche oft auch gleich noch einen umfangreichen Tourenbeschrieb mit Fotos verfassen. Zudem kann die Schwierigkeitsstufe, Schönheit und Popularität ausgewählt und bewertet werden. Es ist somit gut geeignet für Biker, die ganz sicher eine Tour finden möchten, die ihrem Können entspricht.

Link: GPS-Tracks

gpstracks
GPS-Tracks: Schön gestaltetes und informatives Tourenportal, hauptsächlich für die Schweiz.


Strava


Strava ist das Facebook für Ausdauersportler. Hier vergleicht man sich mit Gleichgesinnten, postet seine GPS-Daten und Fotos, kann Gruppen beitreten und erhält Likes (genannt Kudos) von den Kollegen. Und es ist auch ein Trainingstagebuch, wo sämtliche Kilometer, Höhenmeter, Pulswerte, usw. laufend addiert werden. So hat man immer einen Überblick über den eigenen Fitnessstand.

Bei Strava steht der Wettkampfgedanke im Vordergrund, es geht vor allem darum, dass man sich auf selbst erstellten Segmenten mit anderen Sportlern misst. Sobald man seine GPS-Daten hochlädt, kommt man automatisch in eine Rangliste rein, wo einem aufgezeigt wird, wie schnell oder langsam man ist. Das kann motivierend, aber auch frustrierend und gefährlich sein...

Interessant ist, dass auch ganz viele Profis ihre Daten auf Strava hochladen und so kann man sich 1:1 mit Nino Schurter und anderen Radsportgrössen vergleichen.

Strava hat zuweilen auch einen zweifelhaften Ruf, wenn man in Selbstmordmanier versucht, andere Rekorde zu brechen. Also bleibt bitte immer locker, es ist nur ein Spiel, das Risiko lohnt sich nicht!

Link: Strava

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Strava: Wer ist der Schnellste im ganzen Land?


Trailforks


Trailforks wird von der Bikeplattform Pinkbike betrieben und ist vor allem in Nordamerika eine Grösse. Langsam finden aber auch immer mehr Europäer und Schweizer den Zugang dazu und füttern die Server mit Daten.

Generell geht es hier sehr downhilllastig zur Sache, die meisten Trails kennen nur eine Richtung und die geht steil nach unten. Markiert sind sie in verschiedenen Farben von grün bis schwarz und mit den berühmten Black Diamonds, so wie man es aus den Bikeparks kennt.

Für alle Endurobiker und Downhiller lohnt es sich, mal einen Blick reinzuwerfen.

Link: Trailforks

trailforks
Trailforks: Wer die besten Downhills sucht, der wird hier sicher fündig.


Dies ist die Übersicht über die Karten, Tourenportale und Websites, die ich oft benutze, und die mir meine Arbeit als Bikeguide erleichtern.

Was für Tools und Programme brauchst du? Was kannst du noch empfehlen?

14. März 2018

Fahrbericht: Mondraker e-Crafty R+ 2018

Seit Anfang 2018 bin ich Schweizer Markenbotschafter für Mondraker E-Bikes. Mein neues Arbeitsgerät und Spielzeug ist ein e-Crafty R+ mit Bosch Antrieb.

Der spanische Hersteller Mondraker wurde in den letzten Jahren vor allem bekannt, weil sie die bisherigen Mountainbike-Geometrien radikal veränderten. Das Oberrohr und der Radstand sind extrem lang, der Vorbau ist extrem kurz und der Lenkwinkel ist sehr flach (die sogenannte Forward Geometry). Was zu Beginn noch für Stirnrunzeln sorgte, ist mittlerweile zum Standard bei allen Bikemarken geworden. Flach, lang und tief ist die neue Formel für schnelle und spassige Bikes. Ebenfalls wegweisend ist das "Zero Suspension System", ein Hinterbau mit schwimmend gelagertem Dämpfer. Dass dieses Konzept funktioniert, hat Mondraker an der Downhill-Weltmeisterschaft 2016 bewiesen, als die Teamfahrer souverän die Plätze 1-3 belegten!

test mondraker e-crafty r+ 2018
Das Mondraker e-Crafty R+ 2018 in der Fit for Trails Ausführung.

Ausstattung


Wie bei meinen Bikes üblich, entspricht mein Modell nicht mehr ganz dem Original. Ich muss jeweils auf meine Sponsoren und persönlichen Vorlieben achten.

Was gleich auffällt, dieses Bike wurde von einem Produktmanager entwickelt, der weiss, was ein E-MTB aushalten muss. Leider gibt es immer noch sehr viele Hersteller, die ihre Bikes mit unterdimensionierten Teilen ausstatten, wie dünne Federgabel, schmale Reifen, kleine Bremsscheiben, usw. Beim Mondraker e-Crafty R+ ist das zum Glück nicht der Fall, das Bike sieht nahezu unzerstörbar aus.

Das e-Crafty R+ hat einen wuchtigen Aluminiumrahmen und ist in zwei Farben erhältlich. Das hier abgebildete anthrazit/schwarz und ein keckes hellblau/rot, welches aber leider beim Jahreswechsel schon ausverkauft war. Der Rahmen ist schön verarbeitet, die dicken Schweissraupen sind sehr gleichmässig und sorgen für Vertrauen in die Haltbarkeit. Das Unterrohr ist ausgehölt, dort liegt gut versteckt der Bosch Akku drin. Unter dem Oberrohr und unter dem Unterrohr können bei Bedarf Flaschenhalter montiert werden. Der massive Hinterbau mit Boost Standard bietet 140 mm Federweg, welche von einem Rock Shox Superdeluxe R Luftdämpfer kontrolliert werden.

An der Front arbeitet eine steife Rock Shox Yari RC Federgabel mit 160 mm Federweg und Boost Standard. Diese entspricht den teureren Lyrik und Pike Modellen, hat einfach ein günstigeres Innenleben. Nebst dem Luftdruck und der Zugstufe zum Einstellen, können auch die bekannten Token eingebaut werden, um die Progressivität zu ändern.

test mondraker e-crafty r+ 2018
Der massive und schön verarbeitete Aluminum-Rahmen.

test mondraker e-crafty r+ 2018
Das Zero Suspension System mit dem Rock Shox Superdeluxe Dämpfer.

Die Motorpower kommt von Bosch. Es ist der neue Performance Line CX mit 250 Watt und 75 Nm Drehmoment, kombiniert mit dem integrierten PowerTube Akku mit 500 Wh und dem kleinen Purion Display. Der Akku ist elegant im Unterrohr eingebettet und sorgt für eine aufgeräumte Optik. Im Unterrohr gibt es eine Ladebuchse, der Akku kann aber auch ganz aus dem Rahmen genommen werden. Das Purion Display ist spartanisch, man kann nur die Motorstufe wählen und es gibt eine Geschwindigkeits- und Batterieanzeige. Wenn man mehr Funktionen will, dann muss man ein zusätzliches GPS-Gerät mitnehmen.

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Der starke Bosch Performance Line CX Motor und die kurze 165 mm Race Face Kurbel.

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Der im Unterrohr integrierte Bosch PowerTube 500 Akku.

Das Bike steht auf 27.5" Laufrädern mit Plus-Felgen und Plus-Bereifung. Die Felgen mit 35 mm Innenweite und die Boost Naben sind mit "MDK" gelabelt, was eine Mondraker Eigenmarke ist. Wie sie sich diese Teile auf die Dauer bewähren, wird sich in den nächsten Monaten zeigen. Original sind griffige und stabile Maxxis Reifen aufgezogen, vorne ein Minion DHF 27.5"x2.80" und hinten ein High Roller II 27.5"x2.80". Ich habe aus sponsortechnischen Gründen die Maxxis gegen Onza Canis Skinwall 27.5"x2.85" ausgetauscht. Die Weisswand-Reifen geben dem Bike einen coolen Look. Zusätzlich habe ich auf Tubeless umgerüstet.

test mondraker e-crafty r+ 2018
Mondraker Boost Laufräder mit Plus-Bereifung.

Die Schalt-und Bremskomponenten stammen von Sram. Die Scheibenbremse ist eine Level T mit 200 mm Bremsscheiben. Hier machte ich ebenfalls einen Wechsel, ich verbaute eine Shimano XT Bremse, da ich auf allen meinen Bikes Shimano Bremsen montiert habe. Das macht den Service einfacher. Die Bremsscheiben sind von meinem Sponsor SwissStop, die neuen Catalyst Scheiben sind perfekt, um ein schweres E-MTB sicher zu stoppen. Geschaltet wird mit Sram GX mit 10-Gängen und einer SunRace 11-42 Kassette. Die Kurbel ist eine Race Face Aeffect mit 16er Ritzel. Die Kurbellänge ist 165 mm (!), damit man Bodenaufsetzer vermeiden kann.

test mondraker e-crafty r+ 2018
Der 10-fach Antrieb mit Sram GX Schaltwerk und SunRace 11-42 Kassette.

Die Anbauteile haben alle den Namen "Onoff", auch das ist eine Mondraker Eigenmarke. Der gekröpfte Lenker ist 780 mm breit und der Vorbau ist 30 mm kurz. Die Teleskop-Sattelstütze hat einen Seilzug und bietet 125 mm Hub. Auch hier bin ich gespannt, wie sich die Sattelstütze im Langzeittest schlägt. Den Sattel, den Lenker und die Lenkergriffe habe ich ebenfalls gewechselt. Der Sattel ist wie immer ein fi'zi:k Tundra und der Lenker und die Griffe stammen von Race Face.

test mondraker e-crafty r+ 2018
Ein sehr kurzer 30 mm Vorbau hält die Steuerzentrale.

Das Gewicht vom Bike ist in Grösse Medium komplett fahrfertig 24,2 kg. Das ist nicht gerade leicht, spielt aber bei einem E-MTB eine untergeordnete Rolle. Dennoch bedeutet weniger Gewicht ein agileres Handling und wenn man das Bike mal tragen muss, dann ist man ebenfalls dankbar. Und weniger Gewicht heisst auch weniger Stromverbrauch. Hier gibt es noch Luft für Verbesserung.

Für das e-Crafty R+ in der Originalausstattung bezahlt man CHF 6'499.00. Ein hoher Preis, aber wenn man die hochwertige Qualität vom Rahmen und den verbauten Komponenten anschaut, dann sollten sich dafür die Reparaturkosten tief halten und man erhält ein faires Preis-/Leistungsverhältnis.

Wer noch mehr Geld loswerden will, es sind auch noch die teureren Modelle e-Crafty XR+ und e-Crusher Carbon erhältlich.


Fahrbericht auf dem Trail


Besonders gespannt war ich natürlich auf den Praxistest im Gelände. Da ich unmotorisiert nach wie vor mit Rocky Mountain Bikes unterwegs bin, war das ein interessanter Vergleich. Ein Rocky Mountain ist eher verspielt und gutmütig, das Mondraker schreit dagegen nach Geschwindigkeit.

Eines vorweg: Ein Mondraker braucht eine gewisse Eingewöhnungszeit, bis man mit der speziellen Geometrie vertraut ist. Es ist für sportliche Biker gemacht, die sich den heutigen modernen Fahrstil angeeignet haben, das heisst zentral im Bike stehen und viel Gewicht auf das Vorderrad geben. Wenn man passiv und konservativ (einfach hinter den Sattel hängen) unterwegs ist, dann kann man das grosse Potenzial von diesem Bike wahrscheinlich nicht ausreizen.

test mondraker e-crafty r+ 2018
Das Mondraker e-Crafty R+ ist gemacht für den Trail.

Zuerst ging es den Berg hoch, um mal dem Bosch Motor auf den Zahn zu fühlen. Es ist die neueste Software installiert, bei welcher der eMTB-Modus interessant ist. Nebst den üblichen Stufen Eco, Tour und Turbo, ist eMTB sozusagen der Automat. Je nach Druck auf dem Pedal regelt der Motor selbst die Unterstützungsstufe. Diese reicht dann vom Tour bis zum Turbo Modus. In der Praxis funktioniert das ganz gut und es ist sicher für viele E-Biker eine Vereinfachung, dass sie nicht mehr manuell die Stufe wählen müssen. Die Kehrseite ist allerdings, dass man so immer wieder mal unwissentlich in den Turbo Modus kommt und viel Strom verbraucht wird. Tourenfahrer sollten also eher den herkömmlichen Eco und Tour Modus wählen, damit sie eine Tagestour ohne Stromausfall überstehen.

Der neue Bosch Motor verrichtet seine Arbeit unauffällig und arbeitet feinfühlig. Das Ruckeln bei kleinen Kurbelbewegungen, welches man vom Vorgänger noch kannte, ist verschwunden. Der Lärmpegel ist tief, man hört nur ein leises Summen, das einem bewusst macht, dass man auf einem E-MTB sitzt. Was mehr Lärm macht ist die SunRace Kassette, welche bei einem Schaltvorgang unter Last ziemlich laut knarzt und knirscht. In Sachen Kassetten und Schaltpräzision bleibt Shimano einfach das Mass aller Dinge.

NACHTRAG 05.10.2018: Nach über 7 Monaten Testphase muss ich nun sagen, der Bosch Motor überzeugt mich nicht. Sehr ärgerlich ist das extreme Abriegeln, wenn ca. 26 km/h erreicht sind. Der Motor bzw. das Getriebe bremsen so stark, dass es fast nicht möglich ist, aus eigener Muskelkraft über 30 km/h zu fahren. Dieser Punkt wird übrigens auch von allen meinen Kunden an den Bikekursen bemängelt. Hinzu kommt, dass der Motor im unteren Drehzahlbereich zu wenig unterstützt. Wenn man mit tiefer Trittfrequenz fährt, was ja beim Biken öfters mal vorkommen kann, dann bringt der Motor fast keine Leistung. Man muss also immer den Finger am Schalthebel bereit haben und sofort in einen leichteren Gang schalten, sonst bleibt man am Berg stehen. Bosch hat auf 2019 ein grosses Update versprochen, hoffen wir mal, dass diese Probleme aus der Welt geschafft werden.

Das Fahrwerk hält das Versprechen vom "Zero Suspension System". Der Hinterbau liegt extrem satt auf dem Boden, beim Treten spürt man fast kein Wippen und jede Pedalbewegung wird in Vortrieb umgesetzt. Der Rock Shox Dämpfer verfügt über kein Lockout, dieses ist aber auch gar nicht nötig. Die breiten Plus-Reifen mit 1,0 bar Luftdruck schenken zusätzlichen Komfort und bieten vor allem viel Traktion. Sehr steile Aufstiege und sogar Treppen hoch können problemlos gemeistert werden.

test mondraker e-crafty r+ 2018
Die Treppe hoch? Mit einem E-MTB kann man das machen.

Im Downhill kommt dann die wahre Stärke vom e-Crafty R+. Das E-Bike liegt wie ein Brett auf dem Trail. Hier merkt man den sehr langen Radstand, welcher für viel Laufruhe sorgt. Der Hinterbau schluckt kleine und grosse Schläge völlig unauffällig und er verleitet förmlich dazu, dass man immer noch schneller werden will. Auch die Rock Shox Yari Federgabel verrichtet ihren Job sehr zuverlässig, sie federt sehr sensibel und das Vorderrad reagiert direkt auf jede Lenkbewegung. Solange das Bike in Schwung ist, fährt es sich flüssig und geschmeidig. In langsameren Passagen merkt man allerdings die Länge und den flachen Lenkwinkel, da braucht es mehr Arbeit, um das Bike in der Spur zu halten. Und auch das Vorderrad heben oder in den Manual gehen ist eine kleine Kraftübung. Kein Wunder, die Kettenstreben sind 475 mm lang, das sind stolze 50 mm mehr als bei meinem Rocky Mountain.

test mondraker e-crafty r+ 2018
Tiefe und nach vorne gebeugte Körperposition, so funktioniert das Bike am besten.

test mondraker e-crafty r+ 2018
Auch hohe Drops steckt das e-Crafty locker weg!

Wie eingangs schon erwähnt, das Mondraker benötigt eine gewisse Zeit, bis man sich an die Geometrie gewöhnt hat. Wenn man sich aber diese Zeit nimmt, dann hat man ein Bike, welches enorm viel Potenzial aufweist. Ich behaupte sogar, das ist eines der schnellsten E-MTB, welches momentan auf dem Markt erhältlich ist.

NACHTRAG 11.11.2018: Nach einer ganzen Saison mit den Plus-Laufrädern, habe ich diese jetzt gegen ein Paar "schmale" Felgen und herkömmliche Reifen ausgewechselt. Ich wollte dies eigentlich schon viel früher mal ausprobieren, habe aber erst jetzt Zeit dafür gefunden. Hätte ich es doch früher gemacht... Ich hatte noch einen leichten Satz Syntace W35 MX Räder mit Onza Ibex 27.5x2.4 Reifen rumliegen. Das Bike funktioniert jetzt viel besser! Es rollt leichtfüssiger über den Untergrund, es fühlt sich agiler an und vor allem folgt es messerscharf den Lenkbewegungen. Kein schwammiges und hüpfendes Fahrverhalten bei hohen Geschwindigkeiten, sondern eine sehr definierte Rückmeldung in jeder Situation. Und ein weiterer angenehmer Nebeneffekt, das Bike wurde mit dieser Konfiguration über 600 Gramm leichter.

test mondraker e-crafty r+ 2018
Das e-Crafty ohne Plus-Felgen und Reifen. Die Umrüstung lohnt sich!


Fazit


Das Mondraker e-Crafty R+ ist ein modernes E-MTB, welches in Sachen Geometrie und Fahrwerk Massstäbe setzt. Die extravagante Optik und die gute Verarbeitung heben sich von der Masse ab und man erhält ein Bike, welches ein Hingucker ist. Es ist für den sportlichen Biker gedacht, der eine gute Fahrtechnik besitzt und bereit ist, auf dem Trail mit dem Bike zu verschmelzen.

Von mir gibt es eine klare Kaufempfehlung!

Positiv


+ hervorragendes Fahrwerk
+ hohe Verarbeitungsqualität
+ bewährte Ausstattung
+ extravagante Optik
+ gutes Preis-/Leistungsverhältnis

Negativ


- fehlende Verspieltheit
- hohes Gewicht

Preis


CHF 6'499.00

Informationen


CHRIS Sports
Mondraker
Bosch


11. März 2018

Mudguard Montageanleitung

Eine Montageanleitung für einen Mudguard? Braucht es das? Anscheinend schon, wenn man sieht, wie viele Bikerinnen und Biker das kleine Schutzblech falsch und lieblos an der Federgabel befestigt haben.

Die Mudguards werden immer beliebter und sie sind eine sinnvolle Sache. Der kleine Plastiklappen verhindert Dreckspritzer im Gesicht und noch wichtiger, er schützt die Schmutzabstreifer an der Gabel vor Staub und Schlamm.

Wenn es um Bike-Einstellungen geht, da bin ich ein Perfektionist. Alles muss sauber justiert und montiert sein und auch optisch ansprechend aussehen, erst dann macht ein Mountainbike richtig Spass! Hier die Anleitung, wie man einen Mudguard richtig befestigt.

mudguard montageanleitung
So wird ein Mudguard richtig und sauber befestigt.

Zuerst fädelt man dünne Kabelbinder durch den Mudguard, bevor man ihn an die Federgabel hängt. Wichtig: Die Kabelbinder, welche an die Tauchrohre kommen, müssen von innen nach aussen eingefädelt werden! Das ist der häufigste Fehler, welchen man sieht, denn wenn man es nicht so macht, dann liegt der Plastik nicht eng an der Gabel an.

mudguard montageanleitung
Zuerst die Kabelbinder richtig einfädeln, das macht die Montage einfacher.

mudguard montageanleitung
Falsch! Der Kabelbinder führt nicht über den ganzen Plastik.

mudguard montageanleitung
Richtig! Der Plastik liegt eng und dicht am Tauchrohr an.

Den Mudguard zwischen die Federgabel platzieren und zuerst die Kabelbinder an der Brücke anziehen, aber noch nicht voll, damit sich alles noch leicht bewegen lässt. Dann die Kabelbinder an den Tauchrohren befestigen und ebenfalls noch nicht ganz anziehen. Wenn die Bremsleitung im Weg ist, diese muss sich frei bewegen können, den Kabelbinder also innen durchziehen.

Nun wird alles sauber ausgerichet und jetzt können alle Kabelbinder gleichmässig und fest angezogen werden. Das hält nun bombenfest und wird sicher nie verrutschen. Zum Schluss alle Kabelbinder sauber abschneiden und gegen hinten bzw. innen stehen lassen. So verletzt man sich nicht, falls man das Bike mal tragen muss.

Fertig! Sieht gut aus, oder?

mudguard montageanleitung

mudguard montageanleitung