25. September 2018

Fahrbericht: Rocky Mountain Thunderbolt Carbon 70 2019

Alte Liebe rostet nicht! In meinen 6 Jahren als Schweizer Rocky Mountain Botschafter habe ich schon die Modelle Slayer, Altitude, Instinct und Thunderbolt gefahren. Das Thunderbolt war bereits 2015 mein Lieblingsbike (Testbericht hier) und nun habe ich das 2019er Carbon 70 erhalten.

Das Thunderbolt gehört gemäss Rocky Mountain in die Kategorie XC-Trail. Mal abgesehen davon, dass ich von der Kategorisierung von Bikes nicht viel halte, ist in diesem Fall die Bezeichnung XC eher irreführend. Das Bike kann nämlich viel mehr, als man von einem "Cross Country Bike" erwarten würde. Mehr dazu im Fahrbericht.

Die Neuauflage vom Thunderbolt wurde den modernen Trends angepasst und es hat jetzt mehr Federweg, ein längeres Oberohr, flachere Winkel und ein tieferes Tretlager erhalten. Zusätzlich lässt sich mit der bewährten Ride-9 Verstellung der Lenkwinkel, die Tretlagerhöhe und die Dämpferprogression den eigenen Bedürfnissen anpassen. Geblieben ist die Laufradgrösse, es rollt weiterhin auf 27.5" Felgen.

Der Donnerblitz ist in verschiedenen Ausstattungsvarianten und mit Carbon- oder Aluminiumrahmen erhältlich. So findet man sicher für jedes Budget das passende Modell. Das Standard Thunderbolt besitzt 130 mm Federweg vorne und hinten. Wer noch ein bisschen mehr Bike möchte, für den gibt es die exklusive BC Edition, welche mit 140 mm Federweg und abfahrtslastigeren Parts daher kommt.

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Das Rocky Mountain Thunderbolt Carbon 70 ist ein Trailbike mit Downhillgenen!

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Mein Rocky Mountain Thunderbolt Carbon 70 "Custom Deluxe BC Edition".


Ausstattung:


Ich habe mich für das Modell Carbon 70 entschieden, welches mit einem rot glanz/schwarz matt oder türkis/schwarz Rahmen geliefert wird. Wie bei Rocky Mountain üblich, wurde viel Wert auf kleine Details gelegt, das kanadische Ahornblatt ist einlackiert und die Hinterbaulager sind von aussen unsichtbar. Alle Kabel sind innen verlegt und geben dem Bike einen aufgeräumten Look. Wer mit der Zukunft gehen möchte, der kann auch das brandneue Fox Live Valve montieren und seine Federelemente elektronisch steuern lassen.

Die Ausstattung ist grundsolide, es werden nur Teile verbaut, die tausendfach bewährt sind und auch die härtesten Trailabenteuer problemlos überstehen. Die Federelemente sind von Fox, vorne eine 34 Float Performance Elite Gabel und hinten ein Float DPS Performance Elite Dämpfer, beides liefert 130 mm Federweg. Die Schaltung ist eine 12-fach Sram GX Eagle und die Bremsen sind Shimano Deore XT. Für mehr Bremspower fahre ich SwissStop Bremsbeläge und Bremsscheiben. Das Cockpit besteht aus einem breiten Race Face Turbine Lenker und einem kurzen Rocky Mountain Vorbau. Die versenkbare Sattelsütze ist die zuverlässige Fox Transfer mit 150 mm Hub. Die Laufräder bestehen aus Race Face ARC 25 Felgen, DT Swiss 370 Hinterradnabe und Rocky Mountain Vorderradnabe, natürlich im Boost Standard. Für den Grip sorgen Maxxis Minion DHR Reifen in 2.3" Breite.

Wer meine Blogs und Testberichte liest, der weiss, dass ich nie ein Bike in der Originalausstattung fahre. Einerseits muss ich meine Sponsoren berücksichtigen und andererseits gibt es immer wieder Teile, bei denen ich keine Kompromisse eingehe.

So ist aus meinem Carbon 70 ein Carbon 70 "Custom Deluxe BC Edition" geworden. Ich habe meinem Thunderbolt mehr Federweg geschenkt, in dem ich beim Dämpfer eine Reduzierhülse entfernen liess, damit dieser 140 mm hergibt. Die Fox 34 Gabel habe ich gegen eine Rock Shox Pike mit 150 mm ausgetauscht. Die Sram GX Eagle 12-fach habe ich gegen eine Sram XX1/X01 11-fach gewechselt, meine starken Beine brauchen kein 50er Ritzel. Um noch 150 g Gewicht zu sparen, habe ich die Sram Stylo Alu Kurbel gegen eine Truvativ Descendant Carbon ersetzt. Die Laufräder sind meine bewährten Syntace W35 MX, welche mich schon seit 3 Jahren täglich begleiten und zusammen mit Onza Ibex 27.5x2.4 Reifen viel Vortrieb und Traktion bieten. In meiner Konfiguration wiegt das Bike in Grösse Large komplett fahrfertig 12,5 kg.

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Schöne Bikes machen einfach mehr Spass!

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Das bewährte Ride-9 für die Einstellung von Lenkwinkel, Tretlagerhöhe, Dämpferprogression.

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Der kleine und leichte Spirit Guide hält die Kette auf dem Blatt.

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Die Lager vom Horst-Link sind schön versteckt in der Kettenstrebe.

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Vier Hebel und Kabel, mehr braucht es nicht. Das aufgeräumte Cockpit sorgt für Freude.

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Love the ride!


Fahrbericht:


Kaum war das Bike aufgebaut ging es am nächsten Tag nach Serfaus im Tirol, wo ich das Thunderbolt im alpinen Gelände gleich richtig testen konnte. Allerdings wusste ich schon vorher, dass mich das Thunderbolt sowieso nicht enttäuschen würde. Dennoch war die Vorfreude gross, ein nagelneues Bike in den Dreck zu setzen ist immer ein besonderes Erlebnis. Die Trails rund um Serfaus bieten alles, was dem Mountainbiker Spass macht. Natürliche Wanderwege mit Steinen und Wurzelfeldern und Flowtrails mit Anliegern und kleinen Sprüngen.

Schon auf den ersten Metern merkte ich, dass ich wieder auf einem Thunderbolt sitze. Nachdem ich in den letzten Monaten ein Rocky Mountain Slayer mit 170 mm Federweg gefahren bin, ist das Thunderbolt die quirlige und verspielte Alternative auf ein reinrassiges Enduro-Bike. Das Thunderbolt ist auch in der 2019er Version super agil und jede Bewegung auf dem Bike geht direkt runter ins Fahrwerk. Kurz am Lenker ziehen und schon surft man im Manual, hinten abdrücken und schon springt man einen hohen Bunny Hop. Geil!

Dank dem flachen Steuerwinkel und der tiefen, kompakten Geometrie fliegt das Thunderbolt über die Trails und bietet auch bei anspruchsvollen Stellen viel Sicherheit. Wie eingangs erwähnt, das Bike ist weit weg von Cross Country, das ist ein reinrassiges Trailbike mit Downhillgenen, welches auch einen Abstecher in den Bikepark locker mitmacht.

Wer gerne den Berg hochfährt, der darf sich an ganz viel Vortrieb erfreuen. Das leichte Gewicht und der steile Sitzwinkel helfen für eine effiziente Kraftübertragung. Selbst in schwierigen Anstiegen bleibt das Bike stabil und mit ein wenig Druck auf den Lenker bleibt das Vorderrad immer am Boden und folgt der gewünschten Spur.

Ich hatte das Bike im Vorfeld schon in der Originalkonfiguration mit 130 mm gefahren. Auch mit "weniger" Federweg ist das Fahrwerk absolut top, selbst in sehr technischen Passagen bietet es viel Reserven. Man hat auf jeden Fall das Gefühl, dass man mit mehr Federweg unterwegs ist.


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In den Kurven merkt man das verspielte und direkte Handling besonders gut.

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Die Skipiste runter mit 70 km/h. Das Thunderbolt bleibt spurtreu und stabil!

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Auch in der Luft fühlt sich das Bike wohl.

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Gute Klettereigenschaften dank wenig Gewicht und ausgewogener Geometrie.


Fazit:


Das Thunderbolt ist das perfekte Bike für das hügelige Mittelland, mit welchem man aber auch im alpinen Gelände und im Bikepark eine gute Falle macht. Das Fahrwerk ist ausgezeichnet und bietet trotz wenig Federweg viel Reserven und sorgt für ein sicheres Gefühl auf dem Trail. Die Ausstattung ist solide und bewährt, die Verarbeitung und das Design sind sehr schön und das Preis-/Leistungsverhältnis ist absolut konkurrenzfähig.
Beim Thunderbolt heisst es drauf sitzen und Spass haben. In diesem Sinne: Love the ride!

Preis:


CHF 5'999.00 

Informationen:




Das Thunderbolt ist an Vielseitigkeit fast nicht zu überbieten, wie hier im Video zu sehen ist





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8. September 2018

Downhill Training WM Lenzerheide 2018

Eine Mountainbike-Weltmeisterschaft im eigenen Land! Logischerweise ein Pflichttermin für jeden Schweizer Mountainbiker. Die Titelkämpfe um die Regenbogen-Trikots finden dieses Jahr vom 05.09.-09.09.2018 auf der Lenzerheide statt.

Als alter Downhiller verfolge ich natürlich mit besonderem Interesse, wie die abfahrtsorientierten Athleten unterwegs sind. Wie an den Worldcup-Rennen in den Jahren zuvor, habe ich mir das freie Training der Downhiller am Donnerstag, 06.09.2018 angeschaut. An diesem Tag kann man nahe an der Strecke sein und die Fahrer genau beobachten, wie sie sich ans Gelände herantasten und mit den verschiedenen Linien spielen. Zudem läuft immer was, die Sportler schiessen im Sekundentakt an einem vorbei.

"How can you ride a bike that fast!", hörte ich eine Dame am Streckenrand sagen. Es ist tatsächlich eindrücklich, mit welch hoher Geschwindigkeit die Fahrer unterwegs sind. Aber es ist auch schön zu sehen, dass auch bei den Cracks nicht alles auf Anhieb gelingt. Viele Passagen werden mehrmals gefahren, bis die Linie und der Speed stimmen. Es ist also fast wie bei uns Normalbikern, nur wer genug übt, wird besser und schneller!

Als Fahrtechnik-Instruktor kann ich selber auch immer wieder etwas von den Profis abschauen, sei es bei der Technik oder im Fahrerlager bei den Bikeeinstellungen. Von diesem Wissen können dann auch die Fit for Trails Kunden wieder profitieren.

Nebst dem Sport ist so ein Grossanlass auch immer ein Meet & Greet. Ich habe wieder ganz viele Freunde getroffen, mit alten Rennfahrerkollegen diskutiert und mit den Branchenvertretern interessante Gespräche geführt. Die Bikeszene ist eine einzig grosse Familie!

Da ich am Morgen zu viel rumgeplaudert hatte, habe ich leider das Training der Damen verpasst. Es gibt daher nur Fotos von den Jungs. Sorry!

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Der Ober-Styler! Whip it like Danny Hart.

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Mick Hannah geht auf die Strecke.

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Der Unterschied zwischen Downhill und Cross Country? Die Aussicht an der Startlinie!

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Kurz nach dem Start kommt schon die erste Steinpassage.

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Der Rockgarden ist die Schlüsselstelle der Strecke.

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Materialtest in Natura...

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Auch einer der Grössten aller Zeiten schaut sich den Rockgarden ganz genau an.

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Der amtierende Weltmeister Loic Bruni spart seine Kraft...

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... und lässt sein Bike vom Helfer den Berg hochschieben.


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Gee Atherton in T-Shirt und Jeans? Der 2-fache Weltmeister wurde vom Verband nicht selektioniert...

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Der 2018 Overall Worldcup Gewinner Amaury Pierron kümmert sich zuerst ums Panorama.

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Den ganzen Tag auf der Matte liegen. Fotograf sollte man sein...

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Loic Bruni lehnt weit zurück... Es ist steil auf der Lenzerheide!

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Vollgas! Der schnellste Streckenabschnitt bevor es über den Step-Up geht.

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Der Step-Up lädt zum Stylen ein.

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Kaum vom Step-Up gelandet kommt schon der nächste Double.

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Wer sieht die Landung? Ein 6-Meter weiter Bunny Hop braucht es für diese Passage...

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... da muss auch Aaron Gwin mehrmals Anlauf nehmen, bevor er abspringt.

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Jack Moir zeigt wie es geht.

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Was geht ab da oben?!

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Oops, da fehlt noch ein Meter bis zur Landung...

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Coole Off-Camber Kurve im untersten Waldstück.

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Die Legende ist selbstverständlich auch hier! Steve Peat hilft den Santa Cruz Fahrern beim Training.

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Peaty - 23 Jahre World Cup Racing!

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Send it!

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British DH Champion Matt Walker pflügt durch den Waldboden.

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Greg Minnaar im Gespräch mit seinem südafrikanischen Teamkollegen.

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Fels im Weg? Kein Problem für Loris Vergier!

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Links oder rechts? Welche Linie ist wohl schneller?

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Der Step-Down geht sehr weit, wenn man will.

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Hoch über den Baumwipfeln fliegt man Richtung Ziel.

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Welche Downhiller werden am Sonntag wohl als Schnellste über die Ziellinie rasen?

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Das Regenbogentrikot ist das Objekt der Begierde für alle Athleten.

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Komponentengigant Shimano hat sich direkt neben dem Ziel ausgebreitet.

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Bei Mitbewerber Sram ist man ebenfalls fleissig am Schrauben.

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Fanshop von Aaron Gwin beim YT Fahrerlager. Holt er endlich den Weltmeistertitel?

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Für die, die es interessiert: Mulally fährt XL und Suarez XXL Rahmen.

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Blick ins Lager von Commencal.

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Die Mondraker Rennmaschinen von Laurie Greenland und Brook Macdonald.

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Blingbling bei Specialized.

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Mein Bremsensponsor SwissStop ist auch vor Ort.

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Schöne Rocky Mountain Präsentation im Sportshop Pesko.

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Scott zeigt die Bikes von heute und gestern.

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Auf ihm liegen alle Hoffnungen. Go for it Nino!!

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Das Zielgelände von oben.

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Forza Italia!