15. April 2019

Testbericht: RockShox Pike Ultimate 2020

Am 04.04.2019 wurde sie offiziell präsentiert und am 08.04.2019 hatte ich sie montiert! Die Rede ist von der neuen RockShox Pike Ultimate, Modelljahr 2020. Die Trailgabel vom Federungspionier war die letzten zwei Jahre unverändert, daher war es nur eine Frage der Zeit, bis hier nachgelegt wird.

Nun ist es soweit, im April 2019 wird eine 2020 Gabel präsentiert. Verrückte Bikewelt… Die Vorfreude war gross bei mir, im März waren erste Bilder im Internet aufgetaucht, die auf eine neue Pike hindeuteten. Einige Wochen später also die Bestätigung, die Pike ist nun für jedermann lieferbar. Übrigens, auch die SID, Lyrik und Boxxer sind in einer neuen Ultimate Version erhältlich.

Ich war schon die letzten fünf Jahre ein treuer Pike-Fahrer und das obwohl meine Rocky Mountain Bikes jeweils mit Fox Gabeln ausgeliefert wurden. Aber irgendwie kam ich mit 34 und 36 nie wirklich klar und als ich das erste Mal eine Pike eingebaut hatte, war das wie eine Offenbarung. Seither habe ich immer gleich die Gabel ausgewechselt, als ich wieder ein neues Bike aus dem Karton zog.

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Die RockShox Pike Ultimate mit 150 mm am Rocky Mountain Thunderbolt BC mit 140 mm Federweg.

Neue Pike Ultimate RC2 vs. alte Pike RCT3.


Was ist neu?


Rein äusserlich muss man genau hinschauen, um einen Unterschied zum Vorgänger festzustellen, mal abgesehen von der auffälligen Farbe im geilen Oldschool-Silber (die Pike ist auch noch in Schwarzglanz erhältlich). Die Neuheiten sind vor allem im Innern der Gabel zu finden.

Die Dämpferkartusche hat jetzt die Bezeichnung Charger 2.1 und es wurden die High- und Lowspeed Compression überarbeitet. Gemäss RockShox gibt das ein lineareres Ansprechverhalten und gleichzeitig steht die Gabel höher im Federweg. Es gibt ein RC2 und ein RCT3 Modell. Ich habe die RC2 Version gewählt, bei der man Highspeed mit 5 Klicks und Lowspeed sogar mit 20 Klicks verstellen kann.

Der Rebound hat einen optimierten Ölfluss und sorgt für konstante Dämpfung.

Die Federung übernimmt die bewährte DebonAir Technologie.

Ein neues Gabelöl von Maxima und SKF Schmutzabstreifer sollen die Reibung verringern und die Serviceintervalle erhöhen.

Alles in allem versprechen diese Änderungen weniger Ermüdung bei langen Abfahrten und bessere Traktion.

Das Gewicht liegt fahrfertig bei 1940 g, damit ist sie rund 30 g schwerer, als die alte Pike.

Erhältlich ist die neue Pike Ultimate für 27.5" (Offset 37 oder 46 mm) und 29" (Offset 42 oder 51 mm) und mit 120-160 mm Federweg.

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Die Charger 2.1 Dämpferkartusche ist das Herzstück der neuen RockShox Federgabeln.


Fahrbericht auf dem Trail


Ich war gespannt, ob sich diese kleinen Verbesserungen tatsächlich auch auf dem Trail bemerkbar machen. Um einen möglichst authentischen Vergleich zu haben, wählte ich das gleiche Setup wie bei meiner alten Pike: 65 PSI Luftdruck, 1 Token, Compression voll geöffnet. Mein Bike ist ein Rocky Mountain Thunderbolt BC Edition 2019 mit 140 mm am Heck und die Pike habe ich mit 150 mm Federweg bestellt. Ich bin 69 kg schwer und habe einen verspielten und leicht aggressiven Fahrstil.

Zuerst musste ich den Hügel hochstrampeln, im Wiegetritt zeigt sich die Gabel stabil, auch bei voll offener Compression wippt sie nur leicht. Das RC2 Modell lässt sich nicht blockieren, aber diese Funktion vermisse ich überhaupt nicht, ich fuhr schon früher meine Gabeln immer offen.

Im Downhill kam dann gleich ein erster "Aha-Effekt".  Obwohl der Boden leicht feucht ist, gleitet das Vorderrad wie auf Schienen durch die Kurven und bügelt die Wurzeln einfach glatt. Beim ersten Sprung zog ich ab und hatte sofort einen hohen Luftstand, irgendwie hat die Gabel viel "Pop". Kann das wirklich sein?

Unten angekommen fuhr ich gleich nochmals den Hügel hoch und wählte einen anderen Trail für die Abfahrt. Und wieder hatte ich das Gefühl, dass das Vorderrad sehr viel Grip aufbaut und Bunny Hops und Sprünge leicht von der Hand gehen.

Es scheint sich also zu bewahrheiten, was RockShox verspricht. So gut fühlten sich diese Trails noch nie an! Die Gabel gibt Sicherheit und verleitet zu hohen Geschwindigkeiten.

Ein Blick auf den Federweg zeigte allerdings, dass ich die ganzen 150 mm Federweg aufgebraucht hatte. Das bestehende Setup war also zu weich. Zuhause schraubte ich die Gabel auf, setzte einen zweiten Token ein, machte die Highspeed Compression einen Klick zu und erhöhte minim den Luftdruck auf 70 PSI. Auch hier behält RockShox recht, die neue Pike ist tatsächlich linearer, als das alte Modell.

Eine kurze Testfahrt zeigte, dass die neue Einstellung funktioniert, auch nach Sprüngen habe ich nun einen kleinen Restfederweg zur Verfügung. Jetzt experimentiere ich noch ein bisschen mit der High- und Lowspeed Compression, um das perfekte Setup zu finden.

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Stufen werden locker weggesteckt und die Gabel bleibt hoch im Federweg.

Durchschlag Test...


Fazit


Die neue RockShox Pike Ultimate überzeugt auf der ganzen Linie. Es ist erstaunlich, wie es die Ingenieure immer wieder schaffen, ein super Produkt noch besser zu machen. Mit den vielen verschiedenen Einstellmöglichkeiten kann die Gabel perfekt auf die eigenen Bedürfnisse eingestellt werden. Hinzu kommt die coole Optik, die silberne Gabel zieht die Blicke der anderen Biker auf sich (zumindest vorläufig, wo ich einer der Ersten damit bin).

Wer ein bisschen Geld übrig hat und seinem bestehenden Bike mehr Federkomfort gönnen will, dem kann ich die Pike Ultimate wärmstens empfehlen. Der Spassfaktor und die Sicherheit auf dem Trail steigen spürbar!


Preis


CHF 1'129.00

Informationen


RockShox
Amsler Bike & Parts

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Die Pike Ultimate geht wie auf Schienen um die Kurven!

8. April 2019

Erlebnisbericht E-MTB Fahrtechnikkurs

Kürzlich hatte Kundin Martina einen E-MTB Fahrtechnikkurs bei Fit for Trails besucht. Im Rahmen einer Abschlussarbeit für einen Journalismuskurs hat sie den ganzen Tag in einer Reportage zusammengefasst. Ich bin beeindruckt, wie sie als aktive Teilnehmerin gleichzeitig Notizen machte, Interviews führte und sich die vielen kleinen Details merkte. Ich bedanke mich ganz herzlich für diesen tollen Bericht, von mir gibt es die Bestnote dafür!

E-Bikerin Martina als aktive Kursteilnehmerin, Interviewerin und Beobachterin. Super gemacht!


Und sie schwitzen doch


Auch mit Motor ist das Mountainbike ein Sportgerät – es zu beherrschen, will gelernt sein. Die nötige Technik, Tipps und Tricks möchte Uwe Trummer in seinen EMTB-Kursen vermitteln, denn nur wer sicher fährt, hat richtig Spass.

Mitte März, Sonntag Morgen, kurz vor halb zehn, noch ist es trocken, aber kalt. Auf dem Kiesplatz in der Industriezone von Rupperswil trudeln nach und nach meist grossräumige Autos ein. Die Kennzeichen reichen von Aargau bis Thurgau, von Zürich bis Liechtenstein. Den Fahrern gemeinsam ist der fragende Blick – die ersten aus- und abgeladenen Bikes bestätigen: Hier ist der Treffpunkt für den Fahrtechnikkurs E-Mountainbike (EMTB).
Uwe Trummer, Kursleiter und Inhaber der ortsansässigen „Fit for Trails Mountain Bike School“, baut neben seinem Wagen ein Tischchen auf, hievt einen 5 Liter-Wasserspender darauf, stellt zwei Schalen mit Energiepulver und -riegeln dazu. „Wer noch etwas Doping braucht…“, fordert er zur Selbstbedienung auf. Anfängliche Schüchternheit hält die acht Teilnehmer, vier Frauen und vier Männer, vom Zugreifen ab. Zudem kriecht die Kälte in die Glieder, der Sinn steht eher nach einem Heissgetränk. Schichten von Funktionskleidung halten halbwegs warm – nur Uwe, obwohl von eher zarter, doch drahtiger Statur, steht im langärmligen Leibchen mit T-Shirt drüber da. Er fährt bei Wind und Wetter, seit 30 Jahren - das härtet ab.

Bergab „wie eine Pussy“


Die ersten Teilnehmer haben sich miteinander bekannt gemacht, Bikes werden begutachtet, die Ausstattung verglichen, Fahr- und Vorkenntnisse ausgetauscht. Matthias hat sich sein Bike von Bulls Ende Februar zugelegt. „Ich bin erst ein paarmal gefahren, dann war das Wetter ja eher bescheiden.“ Bislang benutzte er ein 35-jähriges Velo, „da hatte ich das Gefühl, es muss mal etwas anderes her.“ Er stand vor der Wahl Töff oder EMTB, die Entscheidung fiel zugunsten der Umwelt aus, obwohl seine Leidenschaft bislang den schweren Maschinen galt. Dennoch habe er Respekt vor dem neuen Gefährt, bergab fahre er „wie eine Pussy – ich habe keinen Plan vom Velofahren“, gesteht der 48-Jährige aus dem Nachbarort. Pures Understatement, wie sich später zeigen wird.
Angelika wirkt selbstbewusst, auch wenn sie ihr Licht unter den Scheffel stellt. „Ich teile die Leidenschaft fürs Bike mit meinem Freund, der ist jedoch viel zu gut für diesen Kurs und daher nicht dabei.“ Sie selbst fahre seit vier, fünf Jahren. „Mit Fahrtechnik habe ich mich bislang nicht auseinandergesetzt, das soll sich jetzt ändern.“ Die Vierzigjährige aus Brugg trägt ein knallrotes Velojacket, ihr Bike hat ein Fachhändler auf ihre persönliche Masse und Bedürfnisse konfiguriert, der giftgrüne Rahmen kommt ohne protzenden Markennamen aus. Mit dabei ist auch Caroline, mit 24 ist sie das Küken der Gruppe. Den Senior gibt der 67-jährige Peter: „Jahrzehnte bin ich ohne Motor die Berge hoch gekommen, jetzt wird es langsam zu beschwerlich.“
Punkt halb zehn trommelt Uwe die Truppe zusammen, erläutert kurz den Ablauf. Am Morgen werde die Technik auf dem Platz geübt, es sei alles dabei, für Fortgeschrittene wie für Beginner. Nach dem Mittag gehe es in die Hügel, um das Gelernte anzuwenden. „Wenn es dann regnet, ist es nicht so schlimm“, spielt er auf die vorhergesagte Wetterwendung an. Der Trail selbst sei für alle machbar, jedoch freiwillig. „Es gehört aber dazu, dass man auch mal etwas riskiert und ausprobiert.“
Wen es bereits in den Waden juckt, der muss sich noch gedulden: Uwe setzt zum Bike-Check an, beginnend bei den Reifen. Der Druck sei bei den meisten viel zu hoch: 1 bis 1.5 Bar genügten, vor allem die breiten Plusreifen bauchten wenig Luft, um sich mit Grip in den Boden zu krallen. „Den Rollwiderstand könnt ihr getrost vergessen, wir fahren ja mit Motorkraft“. Uwe greift zur Profipumpe, um den Reifendruck zu optimieren: „Ihr werdet sehen, eure Bikes sind noch nie so gut gefahren.“
Aufmerksamkeit verdient auch die Federung, dort sollte der Druck bei 15 bis 20 Bar liegen, abhängig von Fahrstil und Körpergewicht. Ein roter Gummiring an der Vordergabel hilft bei der Selbstkontrolle. „Die Kette gehört gut eingeölt, haltet den Antrieb immer sauber“, mahnt der Fachmann, ehe er sich dem Akku widmet und eine Art Schraube in die Höhe hält, die kaum einer richtig zu ordnen kann. „Ganz wichtig - der Speichenmagnet für den Hinterradsensor“, schliesst Uwe die Bildungslücke. Sein Tipp: „Habt immer einen Ersatz im Gepäck, denn wenn der fehlt, gibt es auf dem Display eine Errormeldung.“ Mit Reserveschläuchen und Werkzeug von Multitool bis Kabelbinder ist er für jeden Zwischenfall gerüstet, sein schmaler Rucksack ist ganze sieben Kilo schwer.

In Gorillastellung zum Überblick


Lektion Nummer eins: Körperhaltung. Beim Sitzen soll das Bein knapp durchgestreckt sein, beim Abfahren heisst es Sattel runter und den Hintern hoch. „Zum Auskorrigieren mit Oberkörper und Armen arbeiten“, erklärt Uwe und demonstriert die „Gorillastellung“: breitbeinig, die Ellenbogen draussen. Pedalstellung im Normalfall „Mitte/Mitte“, das garantiere stabilen Stand, Augen nach vorn, „so behaltet ihr den Überblick“.
Weiter geht’s mit: Bremsen. Die Stärke richtet sich nach Untergrund und Gefälle, doch gilt: „Immer mit beiden!“ Die Vorderbremse hat mehr Wirkungskraft und verlangsamt das Rad, die hintere Bremse stabilisiert, so lässt sich hart bremsen, ohne dass etwas passiert. Mit wie vielen Fingern wird gebremst? „Jeweils nur mit einem!“ Dies hilft, die Kraft besser zu dosieren und Blockierungen zu vermeiden. Und nicht zuletzt: „Wenn das die Profis so machen, wird es schon seinen Sinn haben.“ Von Antiblockiersystemen für Bikes, wie sie derzeit auf den Markt kommen, hält Uwe nichts: „Wir sind unser eigenes ABS, warum soll die Elektronik alles für uns übernehmen?“ Mit unzähligen Bremsspuren zerfurchen die Teilnehmer in wenigen Minuten den trockenen Kies.
Kurven fahren – jetzt geht es ans Eingemachte. Vier Techniken kennt der Profi, der Laie beschränke sich vorerst auf zwei: Die Lenktechnik verlangt den bewussten Lenkereinschlag, die Druck- oder Legetechnik setzt auf Gewichtsverlagerung. Hüftknick, Beinfreiheit, Armhaltung – vieles ist jetzt zu beachten. Auf dem engen Hütchenparcour versucht die Truppe das Demonstrierte umzusetzen, ab und zu fällt eine orange-weisse Pylone um. „Ihr müsst lernen, Kurven zu lesen. Folgt mit eurem Blick und investiert genug Platz, auch das Hinterrad muss mit.“

Die richtige Technik verleiht Flügel


Vorläufiger Höhepunkt: Hindernisse überwinden. Wer bislang in Wurzel, Stein oder Bahngleise einfach frontal reingefahren ist, hört nun von den Gefahren, die von platten Reifen bis zur gebrochenen Federgabel führen, schlimmstenfalls geht gar der Fahrer über Kopf. Uwe zeigt drei Techniken der Wahl: Ohne abzubremsen zieht er vor einem Balken das Vorderrad hoch. Im nächsten Durchgang nimmt er das Hinterrad hinzu und verblüfft schliesslich mit dem „Bunny Hop“: Scheinbar mühelos lässt er beide Räder gleichzeitig vom Boden abheben. Um zu zeigen, dass das Kunststück nicht nur mit Klickpedalen gelingt, die den Fahrer fest mit dem Bike verbinden, demonstriert er es ein weiteres Mal mit Matthias‘ Bike. Diesen scheint es anzuspornen, den niedrigen Balken überwindet der Fahrschüler nach wenigen Anläufen bravourös. „Ich habe vorher noch nie versucht, ein Fahrrad zu lupfen, das finde ich spannend“, zeigt er sich zufrieden. Nicht allen ist das Erfolgserlebnis vergönnt, bei den meisten bleibt das Hinterrad am Boden kleben. Nichtsdestotrotz ist die Stimmung auch beim abschliessenden Gleichgewichtstraining gelöst, die Aussicht auf ein stärkendes Mittagessen scheint zu beflügeln.
„In den zweieinhalb Stunden habt ihr euch alle stark verbessert“, lobt Uwe in die Runde, bevor es per Pedale zur örtlichen Pizzeria geht. Am Treppenaufgang stellt die Truppe neun Bikes aneinander, ein langes Drahtschloss sichert den Fuhrpark, zusammen rund 50‘000 Franken wert. Bei Pizza und Pasta im „Sale e Pepe“ sieht man sich erstmals ohne Helm. „Kaum wieder zu erkennen“, spielt eine Teilnehmerin auf die Verwandlung an. Gelöste Stimmung herrscht, es wird fröhlich geplaudert, oben am Tisch beantwortet Uwe bereitwillig Fragen zu seiner Firma und Person. Fit for Trails führt er seit sieben Jahren als Einmannbetrieb, das helfe die Kosten niedrig zu halten und Qualität zu garantieren. Bislang habe er auch Bike-Reisen angeboten, etwa nach Toscana. „Auf dem Feriensektor tummeln sich zu viele, ich konzentriere mich nun auf Kurse für Fahrtechnik.“ Bis zu zehn Kurse gibt der 42-Jährige die Woche, er hat einen zweiten Standort in seiner alten Heimat Volketswil. Im Sommer laufe das Hauptgeschäft, „doch theoretisch kann man das ganze Jahr durchfahren“.
Später dreht sich das Gespräch um steigende Unfallzahlen, die am Image des EMTBs kratzen. „Das Problem ist, dass E-Biker und E-Mountainbiker in den gleichen Topf geworfen werden“, gibt Uwe zu bedenken. Erfahrungsgemäss verunfallten aber viel mehr normale E-Bikes im Strassenverkehr als EMountainbiker im Gelände. “Ich sehe es als meine Aufgabe, möglichst viele E-Mountainbiker zu schulen, damit diese ihr Sportgerät in jeder Situation richtig beherrschen und Stürze vermieden werden können.“

Konfrontation im Gelände


13:30 Uhr. Zurück auf der Strasse, hoch Richtung Wald. Die Sonne ist herausgekommen, im energiesparenden Eco-Modus mit rund siebzig Pedalumdrehungen pro Minute wird es den wetterfest verpackten Fahrern fast zu warm. Zwischenstopp an einer breiten Treppe. „Nun komm noch Angstschweiss dazu“, entfährt es Peter angesichts der bevorstehenden Aufgabe. „Nehmt genügend Anlauf und verlagert das Gewicht nach hinten“, gibt Uwe Anweisung und macht es vor. Stolz ist in den Gesichtern zu lesen, als auch alle anderen die vier Stufen problemlos gemeistert haben. Endlich im Gelände, erweist sich das Anfahren am Berg als Schwierigkeit. Trotz niedrigem Gang und mittlerer Motorkraft muss Caroline mehrmals ansetzen, bevor es ihr gelingt, sich in den Sattel zu setzen: „Meine Beine sind einfach zu kurz.“
Oben angekommen, steht schon die erste Abfahrt bevor, schnell lässt Uwe das theoretisch Gelernte repetieren. „Spielt mit dem Gelände“, fordert er auf und macht es vor. Einer nach dem anderen saust den schmalen Trail hinab, an dessen Ende Baumwurzeln und steile Stufen zum Anhalten gemahnen.
Gemeinsam wird die ideale Linie ausgemacht, der alle dankbar folgen. Ein entgegenkommender Fussgänger älteren Jahrgangs bringt einen Fahrer aus dem Konzept und schliesslich zu Fall. Ein blauer Fleck am Oberschenkel wird diesem als Souvenir bleiben, der Wanderer geht unbeirrt-ungerührt weiter. Dieser Moment lässt das Konfliktpotential zwischen Fussgängern und Fahrradfahrern, insbesondere motorisierten, erahnen. Und schon folgt eine nächste befremdliche Szene: Grade hat die Gruppe eine Steigung im sportlichen Eco-Modus genommen, kreuzen Sonntagsspaziergänger den Weg. „Ihr bescheisst doch alle, bescheisst doch alle“, keift ein Mann, wohl Familienvater, als hätte er mit Kennerblick die Elektrobiker als Betrüger enttarnt. Diese reagieren mit Gleichmut auf die Provokation.
Ein Wegweiser führt zum Naturalistengelände. Bergauf gelingt es den vier Frauen, die beiden Spitzkehren gemäss Uwes Anleitung in einem Rutsch zu nehmen, hinab erweist sich zu starkes Bremsen als kontraproduktiv. Wo etwas Mut gefragt ist, haben die Männer den Bogen raus, ebenso Angelika. Nackte Tatsachen sind am Wendepunkt nicht auszumachen, das mit hohen Holzwänden abgeschottete Areal sorgt dennoch für Erheiterung.

Naturgewalt und Glücksgefühle


Gegen 15 Uhr verdunkeln Wolken den Himmel, starker Wind kommt auf. Geplant hatte Uwe 400 Höhenmeter auf 25 Kilometer Strecke zu nehmen, doch entschliesst er sich nun zur Abkürzung – flugs geht es hinab zur Aare. Im freien Gelände sorgt der Rückenwind für zusätzliches Tempo, am Fluss wirft die seitliche Bö fast aus der Bahn, der Kampf mit der Naturgewalt setzt Glücksgefühle frei. Eine halbe Stunde später kehrt die Gruppe wohlbehalten am Ausgangspunkt zurück. Prompt geht der Nieselregen in einen Schauer über, rasch werden die 25 Kilo schweren Bikes auf dem Anhänger oder in den Kofferraum verstaut.
Eine Stunde früher und 10 Kilometer weniger in den Beinen als erwartet, zeigen sich die Teilnehmer sichtlich zufrieden mit Erlerntem und Erlebtem, bevor sie sich in den nächsten Minuten wieder in alle Himmelsrichtungen zerstreuen. Das unwirtliche Wetter lädt kaum zu einer ausführlichen Feedbackrunde ein. „Das bringt definitiv mehr Spass als mit dem alten Velo zu fahren“, zieht Matthias Resümee. Dass er es als Motorradfahrer gewohnt sei, sich in die Kurven zu legen, habe ihm Sicherheit gegeben, „trotzdem bleibt der Respekt vor einem Sturz.“ Angelika verkündet den Beschluss, sie werde nun regelmässig üben, „statt meinem Freund ab und zu einfach nur hinterherzufahren.“ Dies deckt sich mit Uwes Empfehlung, das Gelernte schnellstmöglich wieder anzuwenden. Jeder wisse jetzt, wo seine Stärken und Schwächen lägen, darauf liesse sich gut aufbauen. „Dranbleiben“, rät der Profi mit Erfahrung aus dreissig Biker-Jahren.

Martina Kleinsorg

2. April 2019

Guter Start in die Bikekurs-Saison 2019

Seit einigen Wochen läuft es bei Fit for Trails wieder auf Hochtouren. Das Interesse nach Bikekursen ist auch dieses Jahr wieder sehr gross, viele Gruppenkurse waren schon lange im Voraus ausgebucht und auch die Privatkurse unter der Woche werden regelmässig gebucht. Der frühe Saisonstart hat sich gelohnt, trotz strengem Winter konnten die meisten Kurse bei guten Bedingungen durchgeführt werden. Vielen herzlichen Dank an alle Kundinnen und Kunden!

Besonders freut mich jeweils, wenn sich die Teilnehmer nach dem Kurs unaufgefordert die Zeit nehmen und mir noch eine Rückmeldung zusenden. Hier einige Stimmen:

Chantal: "Herzlichen Dank für den unglaublich guten Bikekurs gestern. Ich konnte sehr viel profitieren und freue mich darauf, die vielen Tipps während der Saison auszuprobieren, zu üben und zu automatisieren."

Silvia: "Nochmals vielen Dank für den Kurs, Du hast das super gemacht! Mir persönlich hat es viel gebracht und hat auch riesig Spass gemacht."

Hans: "Dein Kurs vom 23. März war für mich sehr lehrreich und ich habe gemerkt, dass ich vieles falsch gemacht habe. Auch die Bilder sind Klasse, sind sie doch im richtigen Moment aufgenommen. Noch einmal vielen Dank und ich werde das Gelernte anwenden."

Roger: "Der Kurs hat viel Spass gemacht und war super interessant."

Dani: "Cooler Typ mit sehr viel Erfahrung und viel Spontanität. Mit Technik-Tipps geht es schnell vorwärts. Sehr zu empfehlen!"

Wenn auch du deine Fahrtechnik auf das nächste Level verbessern möchtest, bei Fit for Trails findest du das abwechslungsreichste Angebot der Schweiz. Informationen unter: fitfortrails.ch.
















11. März 2019

Mach dein Bike fit für den Frühling

Der Winterschlaf ist vorbei! Es geht langsam wieder richtig los mit Biken in der Wärme und auf trockenen Trails. Solltest du eine Pause eingelegt haben oder auch die ganze kalte Jahreszeit durchgefahren sein, dein Mountainbike hat jetzt einen Frühlingsputz verdient.

Am besten gehst du dafür zum Fachhändler deines Vertrauens, damit dieser einen Check und dein Bike für die bevorstehende Saison fahrbereit macht. Es lohnt sich, möglichst bald einen Shop zu besuchen, denn ab April/Mai sind schon wieder lange Wartezeiten von bis zu zwei Wochen möglich. Auf der Website findest du übrigens eine Auflistung mit Fit for Trails Partnershops.

Wenn du das nötige Fachwissen und die erforderlichen Werkzeuge hast, dann kannst du die Arbeiten selbstverständlich auch selber erledigen. Tipp: Leiste dir qualitativ hochwertiges Werkzeug! Die Anschaffung ist teuer, aber dafür hast du ein Leben lang Freude damit.


Mountainbike putzen


Nur ein sauberes Bike macht Spass. Bevor du mit der Arbeit an deinem Bike beginnen kannst, musst du dieses wieder mal richtig putzen. Nutze dafür Wasser und ein Reinigungsmittel, damit sich auch hartnäckige Verkrustungen lösen.

Verwende einen Gartenschlauch oder ein Eimer mit Wasser und Schwamm und Bürste. Beachte, dass du nicht direkt mit vollem Druck in die Lager und Dichtungen oder in Motor und Akku spritzt. Auch wenn alles abgedichtet ist kann trotzdem Wasser eindringen und die Bauteile zerstören.

Nach der Dusche musst du das Bike mit einem Stofflappen abtrocknen und die wichtigsten Teile ölen. Sonst kommt der Flugrost...

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Wasser marsch! Ein sauberes Mountainbike sieht einfach besser aus.


Mountainbike komplett überprüfen


Wenn das Bike schön sauber vor dir steht, kannst du einen ersten optischen Check durchführen. Kontrolliere den Rahmen und den Hinterbau auf mögliche Beschädigungen und Abnützungen. Auch wenn Rahmenbrüche heute äusserst selten sind, kann es trotzdem mal zu Rissen kommen.

Danach solltest du alle Lager und Drehpunkte prüfen. Drehe den Lenker hin und her, drehe die Kurbeln, drehe die Laufräder, federe das Bike voll durch. Wenn es irgendwo knarzt oder harzt, dann könnten die Lager verschlissen sein. Diese sollten dann fachmännisch gewechselt werden.

Als nächstes ist der Schraubencheck an der Reihe. Am besten gehst du von vorne nach hinten dein Bike durch und überprüfst alle Verbindungen. Verwende hierfür einen Drehmomentschlüssel und beachte die angegebenen Nm-Angaben. Wenn du einfach jede Schraube volle Pulle anziehst, riskierst du einen Materialdefekt oder drehst die Schrauben rund.

Ambitionierte Hobbymechaniker können das Bike auch komplett zerlegen, alles schön putzen und fetten und wieder zusammenbauen.

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Kontrolliere ob der Steuersatz Spiel hat.

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Sind alle Schrauben richtig angezogen?


Bremsen kontrollieren


Die Bremsen sind sicherheitsrelevant und müssen in einwandfreiem Zustand sein. Die aktuellen Scheibenbremsen sind wartungsarm, aber mindestens ein- bis zweimal im Jahr solltest du sie genauer unter die Lupe nehmen.

Entferne die Bremsbeläge und kontrolliere den Verschleiss. Ist der Belag über die Hälfte abgeraffelt, dann investiere in ein neues Paar. Beim Einbau unbedingt die Kolben zurückdrücken und danach die Bremse neu ausrichten. Es darf nirgendwo Schleifen.

Die Bremsscheiben musst du ebenfalls überprüfen. Die Materialdicke darf, je nach Hersteller, 1,7-1,5 mm nicht unterschreiten. Es hilft auch, mit dem Fingernagel über den Rand der Bremsfläche zu gleiten. Wenn du eine markante Kerbe spürst, dann ist die Scheibe durchgebremst.

Wenn du gerade an der Bremse arbeitest, dann reinige alle Komponenten mit einem speziellen Disc Brake Cleaner. Auf dem Bremskörper verteilt sich der Bremsstaub und auf der Bremsscheibe bleiben oft Rückstände von Fett und Öl zurück. Wenn alles sauber ist, dann hast du auch wieder die volle Bremsleistung.

Die Bremsflüssigkeit sollte auch einmal im Jahr gewechselt werden. Es handelt sich zwar um ein geschlossenes System, dennoch zieht die Bremse Dreck und Feuchtigkeit an.

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Die Bremsbeläge sollten regelmässig kontrolliert werden.

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Auch eine vermeintlich saubere Bremsscheibe hat immer Rückstände drauf.


Reifen und Laufräder kontrollieren


Mountainbiker brauchen Grip! Die Reifen sind der erste Kontaktpunkt zum Boden und sie entscheiden, ob du wie auf Schienen über die Trails jagst oder nur unkontrolliert durch die Gegend eierst.

Prüfe zuerst die Reifen optisch. Wenn das Profil runtergebremst ist oder überall Schnitte drin sind, dann weg damit. Wenn ein Reifenwechsel ansteht, dann kauf dir hochwertige Reifen, die deinem Einsatzbereich entsprechen. Auf neuen Bikes werden oft billige und unpassende Gummis verbaut. Ersetze die Reifen nicht einfach mit dem gleichen Typ, sondern wechsle die Marke, das Profil oder die Breite. Dein Bike wird gleich viel besser rollen!

Tubeless-Fahrer müssen sicher die Milch in den Reifen erneuern. Nach einigen Monaten trocknet diese aus oder verklumpt und sie hat somit keine Funktion mehr. Der Reifen sollte vorher innen gereinigt und die alten Latexspuren entfernt werden. Das ist eine mühselige Arbeit, ist aber nötig, damit sich die Milch wieder schön verteilt und du nicht den alten Ballast mitschleppst. Gleichzeitig sollten auch noch die Tubeless-Ventile geprüft werden. Diese verkleben oft und machen das Aufpumpen zur Geduldsprobe. Der Ventilkopf kann einzeln im Fachhandel gekauft werden, es muss nicht das komplette Ventil ausgetauscht werden.

Wenn du die Reifen von den Felgen nimmst, dann kannst du die Laufräder auch gleich kontrollieren. Sind die Speichen alle gleichmässig gespannt und läuft das Rad gerade? Ist das Felgenband unbeschädigt und sitzt es richtig im Felgenbett? Hat es Dellen oder sogar Risse in der Felge? Laufen die Radlager geschmeidig?

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Dieser Reifen ist über dem Zenit und muss gewechselt werden.

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Verdorbene Milch ist nie gut... Gut möglich, dass es in deinen Reifen auch so ausschaut.


Antrieb und Schaltung kontrollieren


Der Antrieb und die Schaltung müssen richtig und verzögerungsfrei funktionieren. Bei einem Mountainbike, das ständig von Dreck und Staub unter Beschuss ist, sind der Verschleiss und die schlechter werdende Performance schleichend. Erst wenn man wieder mal auf ein neues oder anderes Bike sitzt, merkt man, wie leichtgängig dort der Schalthebel läuft und wie leise der Antrieb schnurrt.

Darum kann man den Verschleiss auch nicht auf eine gewisse Kilometeranzahl oder Zeitdauer festlegen. Vielfahrer, die oft im schlechtem Wetter unterwegs sind, müssen unter Umständen die Schaltkabel und die Kette gleich mehrmals im Jahr wechseln.

Auf jeden Fall muss der Antrieb immer sauber sein (Wechselrädchen nicht vergessen!) und die Kette regelmässig geölt werden.

Bei der Kette kann mit einer Verschleisslehre die Länge überprüft werden. Allerdings hatte ich schon oft Ketten, die so trocken und sandig waren, dass ich sie trotz wenig Längung ersetzen musste. Ein früher Kettenwechsel lohnt sich immer, denn Kassette und Kettenblätter halten so um einiges länger und es kann viel Geld gespart werden. Stichwort Geld sparen: Eine Shimano Deore Kette verrichtet den Dienst übrigens genau so gut wie eine Shimano XTR Kette, kostet aber nur ein Drittel.

Auf die Schaltzüge und Hüllen solltest du auch einen Blick werfen. Sind diese ausgefranzt oder angerostet müssen sie ersetzt werden. Einmal im Jahr empfiehlt sich so oder so ein Wechsel der Schaltkabel.

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Gut geölt ist halb gefahren! Die Kette muss regelmässig gepflegt werden.

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Die Verschleisslehre fällt durch. Diese Kette ist hinüber und muss gewechselt werden.

Wenn die Schaltung harzt hilft oft ein kleiner Dreh an der Kabelspannung.


Dämpferelemente pflegen


Bei den Dämpferelementen verhält es sich ähnlich, wie bei der Schaltung. Du merkst erst wie gut deine Federgabel eigentlich funktioniert, wenn diese wieder mal neue Dichtungen und neues Schmieröl erhalten hat. Die Federelemente sind wartungsarm, wichtig ist, dass die Schmutzabstreifer immer sauber sind und natürlich der Luftdruck auf dich abgestimmt ist.

Es empfiehlt sich, einen Mudguard an der Gabel zu montieren. Der kleine Plastiklappen schützt nicht nur dich, sondern vor allem verhindert er, dass der ganze Dreck auf den Schmutzabstreifern landet.

Eine Funktionskontrolle solltest du trotzdem hin und wieder durchführen. Am besten die Luft ganz ablassen und schauen, ob überhaupt der volle Federweg genutzt wird. Dann wieder aufpumpen und alle Drehknöpfe und Hebel bewegen. Rebound, Compression und Lockout müssen effektiv funktionieren.

Was auch hilft ist, das Bike ab und zu auf den Kopf zu stellen, damit das Öl wieder mal die Dichtungen schmiert und diese nicht austrocknen. Eine Schmierung von aussen wird von den Herstellern nicht mehr empfohlen. Ich selbst habe aber die Erfahrung gemacht, dass ein spezieller Gabelspray durchaus hilft, dass die Federelemente schön geschmeidig laufen.

Die angegebenen Wartungsintervalle der Hersteller sind übrigens völlig übertrieben. Als Vielfahrer müsste ich meine Federelemente alle 2-4 Wochen in die Werkstatt bringen...

Einmal im Jahr solltest du aber Federgabel und Dämpfer einen professionellen Service gönnen. Wie erwähnt, neue Dichtungen und Schmieröl wirken Wunder und lassen deine Federelemente wieder butterweich arbeiten.

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Die Schmutzabstreifer von Gabel und Dämpfer müssen immer sauber sein.

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Eine Dämpferpumpe gehört in jede Bikewerkstatt. Kontrolliere den Luftdruck alle paar Monate.

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Ein Mudguard an der Federgabel schützt wirkungsvoll die Schmutzabstreifer.


Viele weitere Tipps zu den Einstellungen am Mountainbike und zur Fahrtechnik erhältst du im umfangreichen Blog "Alle Tipps und Tricks rund um den Bikesport". Viel Spass und immer gute Fahrt wünscht dir der Fit for Trails Guide!

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Mit einem richtig eingestellten und gut gewarteten Bike kann man es richtig fliegen lassen!

6. März 2019

Bunny Hop - Das wichtigste MTB-Manöver

Wie hätte sich wohl der Bikesport entwickelt, wenn niemand den Bunny Hop erfunden hätte? Er wäre wahrscheinlich langweilig und unspektakulär geworden. Aber zum Glück ist das nicht so! Der Bunny Hop ist das wohl wichtigste Manöver, wenn man sicher, schnell und mit Style auf den Trails unterwegs sein will.

Es gibt Unmengen an Tutorials und Tipps im Internet, was die Bunny Hop Technik anbelangt. Auch auf der Fit for Trails Website habe ich einen Leitfaden aufgeschaltet. Die Erfahrung und die Rückmeldungen meiner Kunden zeigen aber, dass es doch ein bisschen mehr braucht, als ein paar gut gemeinte Ratschläge aus dem Netz.

Darum hier die Empfehlung, einen professionellen Bikekurs zu besuchen. Ein Fahrtechniktrainer schaut dir dabei über die Schulter und erklärt dir Schritt für Schritt, auf was du alles achten musst. Bei Fit for Trails wird der Bunny Hop in den Fortgeschritten Level 2 und in den spezfischen Bunny Hop Kursen gezeigt und gelehrt.

Lerne jetzt den Bunny Hop und schon bald springst du erfolgreich über Hindernisse und geniesst das Biken auf einem neuen Level!

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Eine Bunny Hop Technik wie aus dem Lehrbuch von diesem Kursteilnehmer.

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Wenn ein Baumstamm nicht mehr eine Hürde, sondern ein Spielzeug ist!



Auch ich trainiere immer wieder den Bunny Hop und versuche meine eigenen Höhenrekorde zu brechen. Hier 60 cm mit einem Endurobike und Flat Pedals.



Nach den letzten Stürmen im März 2019 gleicht die Biketour einem Hindernisparcours... Schön, wenn man da den Bunny Hop gut beherrscht und die umgestürzten Bäume einfach überspringen kann!



Nicht direkt ein Bunny Hop, aber vom Bewegungsablauf her sehr ähnlich. Vorderrad nach oben, hinten mitziehen und das Gleichgewicht halten.

2. März 2019

Die Wahl der richtigen Bikeschule

"Jeder Velofahrer hat heute das Gefühl, er könne Bikekurse anbieten." Dies sagte kürzlich ein Kursteilnehmer nach dem Fahrtechniktraining zu mir. Ich reagierte verdutzt und fragte mich schon, was ich wohl falsch gemacht habe. Er ergänzte aber gleich: "Zum Glück habe ich dich gefunden, du bist ein wahrer Fachmann auf deinem Gebiet." Ich bedankte mich für das Kompliment und war gleichzeitig stolz, dass die Kunden meine Arbeit und meine Professionalität zu schätzen wissen.

Diese kritische Aussage bestätigt aber eine Entwicklung, dich auch ich beobachte. Es gibt im Bereich Fahrtechnikkurse und Tourenleitung immer mehr selbsternannte "Profis" und "Experten", die sich auch noch eine Scheibe vom Kuchen abschneiden wollen. Für die meisten ist es ein Hobby, mit welchen sie sich einen kleinen Zustupf verdienen möchten. Dass da nicht alle eine gleich hohe Qualität und Kompetenz bieten können ist verständlich. Das ist ja in anderen Berufszweigen auch festzustellen.

Hier darum ein Leitfaden, auf was du bei der Wahl einer Bikeschule oder eines Tourenanbieters achten solltest. Wenn du deinen Bikekurs bei Fit for Trails buchst, dann bedanke ich mich jetzt schon im Voraus!


Bikekurse müssen auf rutschigem Untergrund stattfinden


Eine weitere Anekdote von einem Teilnehmer, der mir nach dem Bikekurs mitteilte: "Ich habe schon einen anderen Kurs vor deinem besucht, aber bei dir habe ich viel mehr gelernt. Vor allem haben beim anderen Kursanbieter die einzelnen Übungen auf einem Parkplatz stattgefunden. Ich habe mich noch gefragt, was das bringt, denn das hat ja nichts mit Biken im Gelände zu tun."

In diesem Punkt verstehe ich viele meiner Kolleginnen und Kollegen nicht. Warum macht ihr Bikekurse auf asphaltierten Parkplätzen oder harten Sportplätzen? Wir fahren nicht Rennrad, wir fahren Mountainbike! Und das findet auf Dreck, Staub, Schotter, Steinen, Wurzeln und Schlamm statt. Wir sind normalerweise auf Untergründen unterwegs, dir nur sehr wenig Traktion bieten.

Bikekurse auf einem festen Boden vermitteln ein völlig falsches Bild von Sicherheit und Kontrolle. Wenn man mit der gleichen Geschwindigkeit eine Kurve fährt oder mit der gleichen Kraft bremst wie auf Asphalt, dann ist ein Sturz auf Schotter sicher. Ein Feingefühl für das Mountainbike und für den Untergrund erhält man nur, wenn man möglichst viel auf rutschigem Boden fährt.

Ich kann mir schon vorstellen, warum einige Kursanbieter auf den nächsten Parkplatz ausweichen. Sie gehen den einfachsten Weg, weil es ihnen zu mühsam ist, viel Zeit für die Platzsuche zu investieren. Es ist heute schwierig geworden, einen grossen Kiesplatz oder einen passenden Schotterweg zu finden. Vor allem in unbekannten und dichtbesiedelten Regionen verbringe ich im Vorfeld viel Zeit damit, um eine geeignete Infrastruktur bieten zu können. Wenn man aber qualitativ hochwertige Bikekurse anbieten will, dann muss man diesen Aufwand in Kauf nehmen. Die Kunden werden sich dafür bedanken.

Es gibt nur zwei Gründe, um auf einen harten Platz auszuweichen:

Kinderkurse - Die Kids kommen mit ihren teils kleinen Rädern im Schotter oft nicht richtig vorwärts oder haben noch gar nicht das Können, um auf rutschigem Untergrund zu fahren.

Hinterrad versetzen - Obwohl das Hinterrad versetzen schlussendlich auch im anspruchsvollen Gelände angewendet wird, hilft es, die Technik auf einem griffigen Untergrund zu trainieren. So können gezielt die Bremsdosierung und der Bewegungsablauf richtig geübt werden.

Tipp: Es lohnt sich, im Vorfeld einen Blick auf die Website vom Kursanbieter zu werfen. Siehst du dort Leute, die auf einem asphaltierten Parkplatz oder einem Sportplatz rumkurven, dann suche besser eine andere Bikeschule.

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Nur auf Schotter erhält man ein Gefühl für die Bremsen und für das Verhalten es Bikes.


Ein Bikeguide muss ein guter Biker sein


Wenn ich einen Bikekurs oder eine geführte Biketour buche, dann erwarte ich, dass der Guide sein Arbeitsgerät sehr gut beherrscht. Das ist leider nicht immer der Fall, das musste ich auch schon selber miterleben.

Als Bikeguide ist man Tourenführer, Erlebnisverkäufer, Geschichtenerzähler, Mechaniker, Sanitäter und in meinem Fall Fahrtechniktrainer. Vor allem muss man aber sein Mountainbike auf einem hohen Niveau beherrschen. In dieser Vorbildfunktion muss man glaubwürdig wirken, denn im Normalfall möchten die Kunden ja etwas lernen, wenn sie einen Bikeguide buchen. Ich gehe sogar soweit und behaupte, dass der Guide mindestens so gut fahren muss, wie sein stärkster Kunde (Ausnahmen gibt es nur, wenn Nino Schurter, Aaron Gwin, Jolanda Neff und andere solche Kaliber in der Gruppe mitfahren ;-)).

Wenn man es als Guide nicht bringt, dann sollte man auch dazu stehen, sonst leidet nur die Kurs- oder Tourenqualität darunter. Ich habe darum mittlerweile mit Downhillkursen aufgehört. Obwohl ich ursprünglich vom Downhillsport komme und diesen immer noch liebe, merke ich, dass ich im Bikepark nicht mehr Zuhause bin. Bei Anfragen verweise ich daher an meine Kollegen, die jeden Tag im Park unterwegs sind und das nötige Können und die Kompetenz mitbringen.

Tipp: Auch hier lohnt sich ein Blick auf die Website vom Anbieter. Wenn der Guide zwei Finger am Bremshebel hat, "Klickpedal Bunny Hops" macht oder mit angewinkelten Armen Wheelies fährt, dann solltest du nach einem anderen Bikeguide Ausschau halten.

Ich investiere viel Zeit, um meine Fahrtechnik immer auf einem hohen Level halten zu können. Profitieren können davon vor allem auch die Kunden.




Können kommt durch Erfahrung


"Ausbildung muss sein, aber Erfahrung kann man nur in der Praxis sammeln" (Zitat aus einem James Bond Film).

Mountainbiking und Guiding gehören zu den Tätigkeiten, wo die Theorie und Praxis weit auseinander liegen. Wenn man viel über den Bikesport weiss und lernt, heisst das noch lange nicht, dass sich das auch in der Realität umsetzen lässt. Kommt hinzu, dass der Lernprozess beim Biken oft schmerzhaft ist.

Deshalb kann man MTB-Erfahrung nicht kaufen oder lernen, zumindest nicht auf die Schnelle. Erfahrung und das daraus resultierende Können brauchen viel Zeit, Training und Disziplin. Beim Mountainbiken ist das insbesondere bei der Fahrtechnik der Fall. Von heute auf morgen wird man nicht besser, aber wenn man sich immer wieder bemüht und sich selber antreibt, dann kommt der Erfolg und das Können.

Es ist gut, dass es Dachverbände gibt, die sich um die Ausbildung von Mountainbike-Guides kümmern. So können eine gewisse Qualität, Professionalität und Preisstruktur gewährleistet werden, wenn der Bikekurs oder die Biketour bei einem zertifizierten Guide gebucht wird.

Allerdings gibt es innerhalb der Bikeguides riesige Unterschiede was Erfahrung und Können betrifft. Ein neuer Trend ist, dass einige Anbieter den Verband umgehen und ihre Guides selber ausbilden. So fehlt natürlich die Kontrolle von aussen, ob da auch wichtige Richtlinien eingehalten werden. Ob solche Guides dann die nötige Qualität liefern können ist fraglich.

Ich selbst bin schon seit 30 Jahren Mountainbiker und habe wohl mehr erlebt und gelernt in all dieser Zeit, als die meisten anderen Bikeguides da draussen. Dennoch bin ich weiterhin bestrebt, um meine eigene Fahrtechnik und mein Fachwissen täglich zu schulen, damit ich immer kompetent bleibe.

Tipp: Suche dir einen ausgebildeten Bikeguide, der den Sport schon jahrelang betreibt. Er muss nicht zwingend ein dutzend Zerfifikate vorweisen können, aber er muss das Mountainbiken lieben und leben. Dann kommst du bestimmt auf deine Kosten.

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Je mehr Erfahrung und Können, desto kleiner werden die Hürden beim Biken.


Ein Bikeguide muss ein guter Mechaniker sein


Ob ein Bikeguide ein guter Mechaniker ist, erfährt man leider nicht im Voraus, sondern erst im Notfall. Wenn man Glück hat, kann man sein Bikeabenteuer nach einer Reparatur weiter geniessen. Wenn man Pech hat, heisst es Heimreise antreten...

Obwohl die Teilnehmer jeweils gebeten werden, mit einem einwandfrei funktionierenden und sauberen Mountainbike anzutreten, gibt es immer wieder Leute, die es nicht ganz so genau damit nehmen. Oder Murphy's Law schlägt genau am Tag X zu.

Ich musste an meinen Bikekursen und Biketouren schon viele Reparaturen vornehmen, die weit über den einfachen Plattfuss hinausgehen: Scheibenbremsen entlüften, Tretlager anziehen, Steuersätze justieren, elektronische Schaltungen konfigurieren, Kettenrisse flicken, abgerissene Wechsel/Schaltaugen zusammenbasteln, zerschnittene Reifen stopfen, Bremsbeläge wechseln, Federelemente richtig einstellen und noch vieles mehr.

Alle diese Defekte konnte ich, dank meiner grossen Erfahrung und meinen Fähigkeiten als passionierter Schrauber, auf dem Kursplatz oder sogar unterwegs beheben. Die Kunden waren unendlich dankbar und konnten dank der Kompetenz vom Guide weiterhin einen schönen Biketag erleben.

Erschwerend kommt hinzu, dass das Mountainbike immer komplexer wird. Fast monatlich werden neue Technologien und Standards vorgestellt. Da kommt nur mit, wer sich tagtäglich mit der Materie befasst, Produktschulungen besucht und eng mit der Branche zusammenarbeitet.

Tipp: Je erfahrener der Guide, desto grösser ist die Chance, dass er ein Bike wieder zum Laufen bringt. Als Teilnehmer solltest du selber auch immer das wichtigste Ersatzmaterial für dein Bike dabei haben, das erleichtert oft die Arbeit.

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Meine mobile Werkstatt - Werkzeug und Ersatzteile sind bei Fit for Trails immer dabei.


Ein Selfie sagt nichts über das Angebot aus


Der Selfie-Boom macht natürlich auch vor uns Bikeguides nicht halt. Allerdings sind die gezeigten Selfies oft von schlechter Qualität und manchmal auch peinlich, dann wenn die Nase vom Guide zuvorderst im Bild ist und hinten noch einige Teilnehmer verlegen in die Kamera winken. Wenn sich ein Guide vor seine Kunden ins Bild quetschen muss, hat er unter Umständen ein Ego-Problem und ein schönes Panorama macht er mit seinem Auftreten allenfalls auch noch gleich futsch.

Das Selfie ist vielleicht in der Mode- und Glamourwelt wichtig, bei einem Kursangebot hat es aber zu wenig Aussagekraft. Egal ob ich einen Kochkurs, Malkurs, Tanzkurs, Sprachkurs oder was auch immer buchen möchte, das Gesicht vom Kursleiter interessiert mich überhaupt nicht. Ich will erfahren, was mich erwartet, wie es aussieht und was gemacht wird. Anhand eines guten Fotos kann so schon viel verraten werden und man kann den Kunden zusätzlich motivieren, um an einem Angebot teilzunehmen. Der "ich will auch" oder "muss ich haben" Effekt ist bei einem schönen und informativen Foto viel grösser, als bei einem schlechten Selfie.

Darum wird man bei Fit for Trails nie Selfies sehen. Als Guide halte ich mich bewusst im Hintergrund bzw. hinter der Kamera auf. Der Kunde soll immer Vorrang haben!

Tipp: Lass dich nicht von irgendwelchen Selbstdarstellern blenden. Fotos sind wichtig und sinnvoll, aber es muss nicht unbedingt ein Selfie sein. Bilder sollen in erster Linie informieren, motivieren, zum Träumen anregen und die Schönheiten des Bikesports hervorheben.

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Traumhaft schön! Man stelle sich vor, dass hier der Bikeguide noch seine Nase ins Bild hält...

5. Februar 2019

Testbericht: Goose Bikeparts Disc-Tool

Die Firma Goose Bikeparts stellte mir freundlicherweise ihr Disc-Tool für Testzwecke zur Verfügung. Was ist das Disc-Tool? Das ist ein Werkzeug, welches beim Wechsel der Bremsbeläge hilft, dass die Kolben sauber in den Bremskörper zurückgedrückt werden. Es ist in verschiedenen Ausführungen erhältlich und passt für alle gängigen Scheibenbremsen auf dem Markt.

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Das Goose Bikeparts Disc-Tool, hier für Shimano und weitere Zweikolbenbremsen.


Jeder, der schon einmal selber seine Bremsbeläge gewechselt hat, wird sich über wandernde Kolben genervt haben. Drückt man sie auf der einen Seite rein, kommen sie auf der Gegenseite wieder raus. Oder bei älteren Bremsen sitzen sie so fest, dass man sie nur mit Gewalt bewegen kann. Macht man das mit einem Schraubenzieher, führt es im schlimmsten Fall zu Beschädigungen und zu einer teuren Reparatur. 

Mit dem Disc-Tool löst man dieses Problem elegant. Der aufwändig gefräste Metallkörper wird in den Bremskörper gesteckt. Dann schraubt man von oben mit einem 3 mm Inbusschlüssel einen Keilbolzen rein, welcher die Kolben gleichmässig und sanft auseinander drückt. Das Ganze funktioniert sogar ohne, dass man das Rad ausbauen muss. Zum Entfernen drückt man das Tool mit den Fingern zusammen und kann es wieder aus der Bremse ziehen. Genial und simpel!

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Das Disc-Tool wird von oben in den Bremskörper gesteckt.

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Der Keilbolzen wird reingedreht und das Disc-Tool drückt die Bremskolben zurück.


Fazit


Das Disc-Tool ist ein praktischer Helfer und Problemlöser für alle, die selber an ihrem Bike rumschrauben und häufig die Bremsbeläge wechseln müssen. In einem Bikeshop sollte das Tool auf keinen Fall in der Werkstatt fehlen.

Preis

€ 29.95

Informationen






3. Februar 2019

Mountainbiking in Südafrika

2019 feiere ich mein 30-jähriges Jubiläum als Mountainbiker. In diesem Jahr gönne ich mir darum die eine oder andere Kleinigkeit, die schon länger auf meiner Bike-Pendenzenliste steht. Los ging es mit einer Reise nach Südafrika. Mein Kollege Roland hat in Stellenbosch eine Wohnung und verbringt schon seit vielen Jahren einen Teil der Winterzeit auf der warmen Südhalbkugel.

So flog ich Mitte Januar nach Kapstadt, um für knapp zwei Wochen dem kalten Schweizer Winter zu entfliehen und eine neue Bikeregion kennenzulernen. Kaum war ich angekommen, ging es schon auf die erste Biketour. Nebst Roland waren auch noch einige seiner Kollegen und Einheimnische dabei. Jeden Tag bestand unsere Gruppe aus anderen Leuten, so wurde es nie langweilig.

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Erster Tag, erste Tour. So kann es weitergehen!

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Der einheimnische Rennfahrer Sipho Madolo zeigte uns seine Hometrails.

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MTB water und Isostar sorgten dafür, dass man nicht verdurstet...

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Panorama gibt es reichlich in Südafrika.


Was mich natürlich besonders freute, waren die warmen Temperaturen und trockenen Trails. Tage zuvor fuhr ich noch dick eingepackt über verschneite und verschlammte Wege und fror mir die Finger und Füsse ab. Und jetzt kurze Kleider, viel Staub und ein Temperaturunterschied von 30 Grad. Für Leute, die den Winterblues haben oder sich schon früh eine gute Form antrainieren wollen, ist Südafrika wohl die optimale Destination.

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Was für ein Wetter!

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Die Trails sind grosszügig in die weitläufige Landschaft eingebettet.

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Die Umgebung wechselt im Minutentakt.

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Ab durch die Schlucht!  


Stellenbosch ist so etwas wie das Disneyland von Südafrika. Es ist eine relativ saubere und sichere Studentenstadt und es geht sportlich und hip zu und her. Der Biketourismus wird aktiv gefördert und darum verbringen auch viele Spitzenathleten ihre Tage hier für den gezielten Formaufbau. Kaum ist man raus aus dem Zentrum kann man sich in einem der vielen Parks auf den Trails vergnügen.

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Achtung Linksverkehr! Die Fahrt raus aus Stellenbosch verlangte immer grösste Vorsicht...

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Die UCI Worldcup Rennstrecke wurde auch unter die Räder genommen!


Wir fuhren jeden Tag in eine andere Richtung weg und erlebten die ganze Bandbreite an Landschaft, Topographie und Trails. Biken in Südafrika zu dieser Jahreszeit ist nichts für Langschläfer und Hitzeempfindliche. Wir starteten jeweils schon zwischen 7.00 und 9.00 Uhr, um bei einigermassen erträglichen Temperaturen unterwegs zu sein. Das Thermometer kletterte schon am Mittag auf bis zu 35 Grad… Das Frühstück bzw. den Lunch nahmen wir während oder nach der Tour ein. Am Nachmittag blieb so noch genügend Freizeit, um sich den vielen anderen Sehenswürdigkeiten zu widmen, die dieses schöne Land bietet.

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Die tägliche Stärkung vor der Biketour.

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Keine Wolke am Himmel und keine schattenspendenden Bäume. Es wird heiss!

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Nach der Biketour blieb Zeit für die sinnvollen Dinge im Leben...

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Wenn man schon mal in der Gegend ist... Ausflug nach Kapstadt.

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Table Mountain und Lion's Head.

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30 Minuten am Beach reichten, dann wurde es langweilig...

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Massage für alle in der Wohnung von Nino Schurter. Man beachte die Oberarme vom Masseur...


Ein Grossteil der Bikestrecken führt durch private Weingüter, wo zwischen den Reben ein gepflegtes Netz an Trails angeboten wird. Für die Benutzung muss man ein Ticket lösen, welches umgerechnet ca. CHF 4.00 kostet. Somit leistet man einen wertvollen Beitrag zum Trailunterhalt und zur Förderung von Arbeitsstellen.

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Hübsche Zufahrt zum Weingut und zu den Biketrails.

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Die Lizenz zum Spass haben!

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Kreuz und quer durch die Weinreben...

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Race mode is on!

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Das Auge kann sich nicht satt sehen an so vielen Eindrücken.

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Für natürliche Erfrischung und Verpflegung auf der Strecke ist gesorgt.


Die Trails sind meistens künstlich angelegt und sehr grosszügig in die Landschaft eingebettet. Von einfach, flowig bis sehr anspruchsvoll ist alles zu finden. So kommen Beginner und auch Profis sicher auf ihre Kosten. Die Aufstiege muss man alle aus eigener Kraft hochfahren, einen Shuttledienst sucht man vergebens. Und es geht durchaus knackig zur Sache, wir machten jeden Tag zwischen 1000 und 1400 Höhenmeter und legten 40 bis 60 Kilometer zurück. Es ist weitgehend klassisches Cross-Country und Marathon Terrain. Fitte Tourenfahrer werden sich freuen, liftverwöhnte Endurobiker werden wohl nicht ganz glücklich werden…

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Yeah!!

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Die Transfers vom einen zum nächsten Trail gehen wie immer durch die Weinreben.

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Die Speicherseen sorgen für zusätzliche Optik.


Interessant ist die Wahl der Bikes und Ausrüstung. Es werden ausnahmslos 29er Race-Fullies mit wenig Federweg gefahren. Die Bekleidung ist ebenfalls konservativ, enge Lycrahosen und Shirts sind an der Tagesordnung. Und es stecken zwei Trinkflaschen im Rahmen und eine Satteltasche unter dem Sattel. Ich war mit meinem Rocky Mountain Thunderbolt mit 150/140 mm Federweg und 27.5 Laufrädern und mit Shorts und Rucksack ein richtiger Exot… Ab und zu war ich froh um mein potentes Trailbike, aber meistens hätte tatsächlich eine leichte Rennfeile gereicht.

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Das Schweizer Bike-Urgestein Andi Seeli im Windschatten von Roland.

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Das coupierte Gelände verlangt ein gut rollendes Bike.


Wenn wir gerade beim Thema Racing sind, hier findet man eine aktive und motivierte Rennszene. An jedem Wochenende kann man irgendwo ein ein- oder mehrtägiges Rennen fahren. Logisch, dass auch wir uns das nicht entgehen lassen durften. Gruppendruck sei Dank, musste ich auch wieder einmal eine Startnummer an den Lenker montieren. Wir fuhren die Porcupine Ridge MTB Challenge, ein Marathonrennen über 56 km und 900 Höhenmeter. Mit meiner bescheidenen Winterform und einem nur bedingt geeigneten Bike würde das sicher ein Abenteuer werden. Es lief mir dann aber erstaunlich gut und ich belegte den 29. Rang von 122 Teilnehmern. Sicher gewonnen habe ich die Kategorien "meister Federweg" und "kleinste Laufräder/breiteste Reifen"! ;-)

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Race day! Morgens um 06.30 Uhr und das geile Wetter motiviert zusätzlich.

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400 Teilnehmer nahmen an der Porcupine Ridge MTB Challenge statt.


Um wieder zu Kräften zu kommen, genossen wir jeden Tag kulinarische Köstlichkeiten. Auch für mich als Vegetarier und Nicht-Weintrinker gab es immer eine grosses Auswahl an vorzüglichen Speisen und Getränken. Die Südafrikaner wissen, wie gute Gastronomie auszusehen hat!

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Frühstück, Lunch und meistens auch Abendessen fanden unter freiem Himmel statt.

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So liebevoll kann ein Tomaten-Mozzarella Salat angerichtet sein.

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Ein kleines Kunstwerk! Sieben verschiedene Zubereitungsarten von Rande (Beetroot).

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Der Klassiker schmeckt auch in Südafrika.


Das Biken in Südafrika wird von einigen Tourenanbietern als technisch und physisch einfach verkauft. Ich weiss nicht, wo diese Gruppen durchfahren, aber sicher nicht dort, wo wir unterwegs waren. Ich fand die Sache durchaus anspruchsvoll, vor allem was Untergrund und Topographie betrifft. Der Boden ist sehr rutschig, oft fährt man im Sand oder im losen Geröll und man ist immer auf der Suche nach Traktion. Die Anstiege sind steil und technisch, sodass man mit viel Kraft fahren muss. Und man drückt auch mal über 500 Höhenmeter am Stück den Berg hoch. Eine solide Fahrtechnik und eine gute Kondition machen den Aufenthalt sicher angenehmer!

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Eine gute Fahrtechnik hilft, um auf jedem Trail Spass zu haben!

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Was für ein Anlieger! Davon können wir bei unseren europäischen Flowtrails nur träumen...

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Ein schöner natürlicher Wallride durfte auch nicht fehlen!

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Der G-Spot Trail oberhalb von Stellenbosch ist ein grosser Spielplatz.

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Die optimale Linie ist schmal...

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Von den coolen Anliegern kann man nicht genug bekommen!

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Grüne Pflanzen und blauer Himmel sorgen für schöne Fotos!

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Die atemberaubende Landschaft war unser täglicher Begleiter.


Als Bikeguide kann ich auch hier empfehlen, dass man organisierte Touren bucht oder sich den Locals anschliesst. Nur so kommt man in den Genuss von den schönsten Trails, fährt sinnvoll zusammenhängende Touren und stoppt bei den besten Restaurants. Kollege Roland hat das mit seiner langjährigen Erfahrung perfekt organisiert und uns jeden Tag ein grosses Erlebnis geboten.

Ich reiste ohne grosse Erwartungen nach Südafrika, kam aber mit unvergesslichen Eindrücken wieder nach Hause. Der kurze Abstecher in den Sommer tut der Seele gut und Biken auf trockenen Trails und in kurzen Kleidern ist immer schön. Den ganzen Tag mit Freunden unterwegs zu sein und gemeinsam am Esstisch zu sitzen und zu plaudern ist durch nichts zu ersetzen. Vielen Dank, ich komme wieder!

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Vielen Dank liebe Freunde für die super Zeit mit euch!