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26. Dezember 2019

Teilnehmerrekord Bikekurse 2019

473 Bikerinnen und Biker haben dieses Jahr einen Fit for Trails Fahrtechnikkurs besucht. Das ist im achten Jahr der achte Teilnehmerrekord in Folge. Mit diesen hohen Zahlen darf sich Fit for Trails weiterhin als führende Bikeschule in der Schweiz bezeichnen. Vielen herzlichen Dank für das grosse Interesse und für das Vertrauen!

Das Teilnehmerfeld war jeweils bunt gemischt, von Beginner bis Rennfahrer, von Jung bis Alt und mit oder ohne Motor war alles vertreten. In den fast 500 Kunden sind die Kinder- und Schulkurse noch nicht miteingerechnet. Das oftmals schlechte Wetter und die damit verbundenen Abmeldungen haben die Teilnehmerzahl auch noch ein bisschen gedrückt. Ansonsten wäre die 500er Grenze locker geknackt worden.

Ich lernte wieder ganz viele tolle Menschen kennen und durfte mit ihnen zusammen den besten Sport ausüben. Ich freute mich über die Erfolgserlebnisse, Aha-Momente und Grinser im Gesicht, welche ich jedem Einzelnen vermitteln konnte.

Das Angebot an Bikekursen war so vielfältig wie noch nie. Die Tageskurse in den Leveln 1-3 waren fast immer ausgebucht. Mit den Bikekursen für Bikeshops konnten Mountainbiker aus beinahe allen Regionen der Deutschschweiz bedient werden. Der neu eingeführte Abendkurs Bunny Hop Friday stiess gleich auf grosse Zustimmung und war ebenfalls immer gut besucht. Die Privatkurse waren dieses Jahr besonders stark gefragt. Viele Teilnehmer wünschten sich ein massgeschneidertes Training oder wollten spezifisch nur an einer Technik arbeiten: Spitzkehren mit Hinterrad versetzen, Sprünge meistern, Steilhänge bezwingen, Wurzeln rauf und runter überfahren, das neue Mountainbike richtig kennenlernen, mit der Familie einen Biketag verbringen, usw. Es war erfreulich zu sehen, dass immer mehr Mountainbiker das Optimum aus sich selbst und ihrem Sportgerät herausholen wollen.

Übrigens, schätzungsweise 70% aller Teilnehmer mit E-MTB waren Biker, die schon seit vielen Jahren den Sport betreiben. Früher waren sie noch ohne Motor unterwegs und jetzt haben sie sich wegen körperlichen Beschwerden oder aus Altersgründen für ein E-Bike entschieden. Die Erfahrung und die Fahrtechnik, welche sie mitbrachten, waren oft viel grösser und besser, als die der unmotorisierten Kollegen. Die Argumente, dass E-Biker keine Ahnung haben, faul sind und ein Risiko darstellen, ist einfach nur dummes Geschwätz. Diese Intoleranz und Arroganz anderer Mountainbiker hat hoffentlich bald ein Ende. Nur zusammen sind wir stark und können im Bikesport etwas bewegen, egal ob mit oder ohne Motor!

Wettermässig war es ein eher bescheidenes Jahr, auch wenn die Meteorologen etwas anderes behaupten. Aussergewöhnlich viele Kurse wurden im Regen durchgeführt, Mitte April fand sogar einer bei Schneefall statt. Aber auch das gehört zum Bikesport dazu, das Wetter kann man sich schliesslich nie aussuchen. Und ich predige ja jeweils, dass man bei Nässe und Schlamm fahren gehen soll, es gibt kein besseres Training für die Fahrtechnik.

Nun freue ich mich bereits auf das Kursjahr 2020. Das bewährte Programm wird beibehalten, von März bis November gibt es wieder ein äusserst abwechslungsreiches Angebot an Fahrtechnikkursen. Neu dazu kommt der Switchback Friday. In diesem Abendkurs lernst du das Spitzkehren fahren und das Hinterrad versetzen, damit du auch die engsten Kurven erfolgreich meistern kannst.

Alle Informationen und Termine findest du auf der Website. Bis bald bei Fit for Trails!

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Viel Action und immer volle Teilnehmerfelder an den Fit for Trails Bikekursen 2019.

13. Dezember 2019

Erfahrungsbericht: Kärcher OC 3 Reinigungsgerät

Man stelle sich vor, man könnte sein verdrecktes Mountainbike jederzeit und überall waschen! Was so schön tönt, ist mittlerweile problemlos möglich, dank tragbaren Reinigungsgeräten. Ich habe von der Firma Kärcher den Mobile Outdoor Cleaner OC 3 zur Verfügung gestellt bekommen, welcher seit einigen Wochen bei allen meinen Bikekursen und Biketouren ein treuer Begleiter ist.

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Der kleine Kärcher OC 3 ist bereit für den grossen Dreck.


"Kärchern" ist der Übergriff für das Waschen mit Hoch- und Niederdruckreinigern und die deutsche Marke mit den gelben Geräten ist zum weltweiten Marktführer geworden. Das riesige Sortiment umfasst Reiniger für jeden Einsatz und es ist erfreulich, dass man auch an die Outdoorsportler gedacht hat und für diese einen besonders praktischen Helfer entwickelt hat.

Der OC 3 ist ein portabler und leichter Niederdruckreiniger mit einem abnehmbaren Wasserbehälter (erhältlich mit 4-Liter oder 7-Liter Inhalt) und einem integrierten Lithium-Ionen-Akku. Er ist clever designed, alle benötigten Teile lassen sich im Gerät verstauen und mit dem Tragegriff kann man ihn überall hin mitnehmen. Es ist verschiedenes optionales Zubehör erhältlich, damit man den Reiniger für seine persönlichen Bedürfnisse konfigurieren kann. Dazu später mehr.

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Der Spiralschlauch mit Handgriff kann im Innern des Geräts verstaut werden.


In diesem Testbericht wird der OC 3 mit dem 4-Liter Wasserbehälter vorgestellt. Als ich das Gerät erhalten habe, war ich zuerst von der Grösse überrascht. Die Abmessungen betragen 277x234x201 mm und das Leergewicht gut 2 kg. Das ist richtig klein und leicht. Mit diesen Massen passt der Winzling in jedes Auto und Regal und er lässt sich locker in einer Hand halten.

Die Inbetriebnahme ist kinderleicht: Zuerst den Akku laden mit dem mitgelieferten Netzstecker, eine Vollladung dauert ca. 180 Minuten. Ein grüne Leuchte informiert über den Ladestand und ob das Gerät eingeschaltet ist. Dann den Wassertank füllen und den grossen Einschaltknopf drücken. Sogleich beginnt die Pumpe zu surren und das Wasser schiesst aus dem Schlauch.

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Durch die grosse Öffnung lässt sich der Wasserbehälter schnell befüllen.


Die Flachstrahldüse ist mit einem 2,8 m langen Spiralschlauch verbunden. Der Druck beträgt 5 bar und ist daher sanft zu Maschine und Mensch. Der Wasserstrahl ist mit dem Handgriff gut dosierbar. Der Strahl ist breit gefächert, wenn man weit weg vom Objekt ist. Je näher man die Düse zum Dreck führt, desto stärker ist der Strahl und es lassen sich auch hartnäckige Verschmutzungen gut lösen.

Gerade jetzt in der feuchten Herbstzeit ist es äusserst praktisch, wenn man sein Bike nach der Tour noch kurz abspritzen kann, ohne dass man es dreckig ins Haus oder Auto stellen muss. Meine Kunden schätzen den neuen Service ebenfalls, den ich jetzt am Ende eines Bikekurses anbieten kann. So können sie ihr Sportgerät reinigen, bevor sie die Heimreise im Auto oder Zug antreten. Auch die Beine, Schuhe und Kleider können noch schnell vom gröbsten Dreck befreit werden.

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Der starke Wasserstrahl beseitigt auch hartnäckigen Dreck.

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Die optionale Reinigungsbürste ist praktisch für grossflächige Verschmutzungen.


Die Anschaffung eines solchen Kärchers lohnt sich auch für alle, die Zuhause gar nicht die Möglichkeit haben, um das Bike zu waschen. Gerade in neuen Wohnungen oder in der Stadt fehlt oft ein Wasseranschluss. Oder im Winter wird der Wasserhahn wegen Minustemperaturen draussen abgedreht. Der alternative Hochdruckreiniger bei der Autowaschanlage eignet sich nur bedingt für Mountainbikes, weil der Wasserstrahl zu stark ist. Ein weiterer Vorteil gegenüber dem normalen Gartenschlauch ist, dass man den OC 3 mit warmen Wasser befüllen kann, so ist die Reinigungskraft noch stärker.

Je mehr man den OC 3 braucht, desto mehr kommt man auf Ideen, wo man ihn auch noch verwenden kann. Mein Einsatzzweck geht mittlerweile weit über das Waschen von Bikes hinaus. Ich habe damit mein Kursmaterial vom Dreck befreit, die Gartenmöbel gereinigt, die Sommerfelgen vom Auto geputzt, den verstopften Abfluss der Dusche freigemacht, usw. Der Reinigungsfantasie sind keine Grenzen gesetzt!

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Kein Wasseranschluss in der Tiefgarage? Kein Problem!


Bezüglich Wasserverbrauch, der 4-Liter Behälter reicht ziemlich genau für eine komplette Bikewäsche oder für 2-3 oberflächliche Reinigungen. Wer mehr Wasser braucht oder sowieso immer mehr als ein Bike waschen muss, dem empfiehlt sich der OC 3 Plus mit dem 7-Liter Behälter.

Der Akku hält ca. 15 Minuten unter Volllast. Was nach wenig tönt, reicht in der Realität für einige Waschgänge, im Schnitt ist ein Mountainbike in 3-4 Minuten sauber. Wem das nicht reicht, der kann sich noch den optionalen Kfz-Adapter zulegen, damit kann man direkt von einem 12-Volt Anschluss Strom ziehen. Allerdings lässt sich der Akku damit nicht aufladen.

Wie eingangs erwähnt, sind verschiedenes Zubehör und Zubehörboxen erhältlich. Für Mountainbiker gibt es die Bike Box, welche man ganz einfach unter das Gerät klemmen kann. Darin erhalten sind ein Bürstenaufsatz, ein Reinigungsmittel und ein Mikrofasertuch. Tierhalter können sich die Pet Box zulegen, mit der Kegeldüse und der Fellreinigungsbürste bringt man jeden Vierbeiner sauber. Und wer einen riesigen Wasserverbrauch hat, der kann sich den speziellen Ansaugschlauch besorgen, damit man direkt externe Wasserquellen, wie einen Brunnen oder Bach, anzapfen kann.

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Ein Teil des optionalen Zubehörs: Bike Box, Kfz-Adapter, externer Ansaugschlauch.


Fazit:
"Kärchern" macht süchtig! Der OC 3 gehört zu diesen Produkten, wo man denkt, wieso hat es sowas eigentlich nicht schon früher gegeben? Die einfache Handhabung macht Spass, das Waschen immer und überall ist extrem praktisch, die solide Verarbeitung ist das Geld wert und das grosse Zubehörangebot lässt keine Wünsche offen. In diesem Sinne: Wasser marsch!

Preis:
ab CHF 210.00

Informationen:
Kärcher Home & Garden

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Die Fit for Trails Kunden nutzen den Kärcher OC 3 mit Begeisterung an den Bikekursen.

12. Dezember 2019

Fahrbericht: Mondraker Chaser 29 mit Bosch CX 2020

Nach zwei Saisons mit einem Mondraker e-Crafty R+ E-MTB (Testbericht hier), geht es in eine neue Mondraker Ära. Neu einerseits, weil die Spanier die gesamte E-Bike Palette überarbeitet haben und andererseits, weil der neue Bosch CX Antrieb auf den Markt gekommen ist.

Dieses Mal habe ich mich für das Chaser 29 entschieden. Das Chaser ist das Einstiegsmodell der Fullsuspension-Linie. Das Bike ist mit 29" oder 27.5" Plus Laufrädern erhältlich. Da ich kein Freund von Plus-Reifen bin, habe ich die grossen Räder gewählt.

In diesem Test wird eine spezielle "Swiss-Edition" vorgestellt, welche leicht von der Mondraker Originalkonfiguration abweicht. Für den Schweizer Vertrieb CHRIS sports war die spezifizierte RockShox Recon Federgabel nicht stabil genug für den Alpeneinsatz, darum wurde eine RockShox 35 Gold verbaut. Die Rahmenfarbe wurde schwarz, statt orange gewählt. Und ich habe das Bike noch mit einigen Teilen von meinen persönlichen Sponsoren veredelt.

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Mein Mondraker Chaser 29 in der "Swiss Edition/Fit for Trails" Version.



Die Ausstattung


Wie bereits erwähnt, hat Mondraker auf das Modelljahr 2020 ihre Rahmen komplett neu konstruiert. Das ist den kleineren Motoren zu verdanken, welche nun mehr Spielraum für Geometrie- und Designideen erlauben. Das sieht man, wenn man die Geometrietabelle 2019/2020 vergleicht, die Bikes haben jetzt kürzere Kettenstreben, kürzeren Reach und kürzeren Radstand. Das hilft für eine gutmütigere Position auf dem Bike und für ein agileres Handling. Der berühmten Forward Geometry ist Mondraker treu geblieben, man findet immer noch ein langes Oberrohr und einen sehr kurzen Vorbau.

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Das Chaser mit der berühmten Forward Geometry und einer schönen Linienführung.


Der Chaser Rahmen ist aus 6061 Aluminium, welcher schön geschweisst und verarbeitet ist. Der Federweg beträgt 150 mm. Unter dem Oberrohr kann ein Flaschenhalter montiert werden. Hauptrahmen und Hinterbau sind mit dem Zero Suspension System verbunden, welches von einem RockShox Deluxe Select R Dämpfer kontrolliert wird. Die schwimmend gelagerte Anlenkung verspricht ein sensibles Ansprechverhalten und einen antriebsneutralen Vortrieb.

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Die Zero Suspension System Anlenkung mit dem RockShox Deluxe Select Dämpfer.


An der Front arbeitet eine RockShox 35 Gold mit 160 mm Federweg. Diese basiert, wie die teuren Lyrik und Pike, auf 35 mm Standrohren, hat aber ein einfacheres Innenleben. Nebst Rebound und Compression, kann man noch mit Tokens das Luftvolumen verändern und die Gabel auf die persönlichen Vorlieben einstellen.

Die Schaltung kommt von Sram, die 12-fach SX Eagle ist für die Gangwechsel verantwortlich. Die Bremsen sind Shimano MT501, welche leider nur zwei Kolben haben und an einem modernen E-MTB nicht mehr zeitgemäss sind. Ich habe diese gegen Shimano XT 4-Kolben gewechselt, kombiniert mit SwissStop Bremsscheiben und Bremsbelägen. Die Race Face Aeffect Kurbeln sind mit 165 mm kurz genug, damit man Bodenaufsetzer vermeiden kann.

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Der Sram SX Eagle 12-fach Antrieb.


Der Rest der Komponenten stammt von OnOff und MDK, den Mondraker Eigenmarken. Die Qualität ist voll in Ordnung, schon am Crafty war ich damit unterwegs. Vor allem die Variosattelstütze (ein defektanfälliges Teil) hat mich überzeugt, diese hat jetzt schon zwei Saisons auf dem Buckel und funktioniert immer noch einwandfrei. Ich habe Lenker, Lenkergriffe und Vorbau gegen Race Face ausgetauscht, um meinen Sponsor zu berücksichtigen.

Für den Grip sind Maxxis Rekon 29x2.6 montiert, ein gut rollender Reifen, welcher aber im anspruchsvollen Gelände zu wenig Traktion bietet. Ich habe deswegen Onza Aquila 29x2.4 aufgezogen.

Und zum Schluss kommen wir zum fast wichtigsten Teil am E-Bike, dem neuen Bosch Performance Line CX Antrieb. Bosch hat sich (zu) viel Zeit gelassen mit der Entwicklung und wurde die letzten zwei Jahre von der Konkurrenz regelrecht durchgereicht. Shimano, Brose, Yamaha, Rocky Mountain - alle hatten kleinere und leichtere Motoren, stärkere Akkus und mehr Konnektivität im Angebot. Es war also höchste Zeit, dass Bosch hier endlich nachlegt und im August 2019 wurde der neue Antrieb der Öffentlichkeit präsentiert. Auf dem Papier sind die Spezifikationen allerdings wenig berauschend, man hat lediglich aufgeholt, es gibt aber nichts, was die Mitbewerber nicht auch schon können.

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Der neue kleine Bosch Performance Line CX Motor.

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Neu ist ein herkömmliches 34er Kettenblatt. Die Race Face Kurbel ist 165 mm kurz.


Das Chaser hat den grossen 625 Wh PowerTube Akku verbaut, welcher elegant im Unterrohr versorgt ist. Die Alu-Abdeckung ist mit dem Akku verschraubt, welcher vollständig herausnehmbar ist.

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Der 625 Wh PowerTube Akku ist komplett im Unterrohr integriert und herausnehmbar.


Das Gewicht beträgt in Grösse Medium komplett fahrfertig 24,6 kg. Kein Spitzenwert, das vor allem wegen der stabilen und günstigen Ausstattung.



Auf dem Trail


Ich habe das Bike im Spätherbst erhalten und musste bis jetzt ausschliesslich auf nassen und verschneiten Trails fahren. Bei diesen schwierigen Bedingungen weiss das Chaser aber zu überzeugen.

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Spezielle, aber wunderschöne Bedingungen für einen Biketest. (Foto: spitznagel.ch)


Dass Mondraker hervorragende Fahrwerke baut, haben sie schon genug bewiesen. Mein Crafty war eine Wucht und das noch potentere Level, welches ich zwischendurch einige Wochen fahren durfte, war das schnellste Bike, auf dem ich jemals sass. Das Chaser folgt hier nahtlos.

Die etwas kürzeren Rahmenmasse machen das Bike verspielt und agil, vor allem im Vergleich mit der früheren sportlichen und aggressiven Geometrie. Trotz grossen 29" Laufrädern und hohem Gewicht steigt das Vorderrad zügig nach oben, wenn man am Lenker zieht. Auch Bunny Hops und Sprünge gehen locker von der Hand.

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Das Chaser geht locker aufs Hinterrad. (Foto: spitznagel.ch)

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Auch in der Luft lässt sich das Bike gut kontrollieren. (Foto: spitznagel.ch)


Die verschiedenen Komponenten funktionieren bis jetzt zuverlässig und unauffällig. Die sehr günstige Sram SX Eagle schaltet knackig und schnell, genau so wie die teureren Geschwister. Die Shimano XT 4-Kolben Bremse ist stark und gut dosierbar.

Gespannt war ich vor allem auf den neuen Bosch CX Motor. Dieser bietet nach wie vor 75 Nm maximales Drehmoment. Nebst der kleineren und leichteren Bauweise, hat er nun ein herkömmliches 34 Zähne Eagle Kettenblatt, was den Verschleiss an der Kette verringern soll. Als Display ist das kleine Purion spezifiziert, welches mich in Punkto Haptik und Optik bereits überzeugt hat. Mehr braucht es nicht, für weitere Informationen zur Biketour kann immer noch ein externes GPS-Gerät mitgenommen werden.

Ein cleveres Detail ist der Magnet, welcher mit der Bremsscheibe verschraubt ist. Der Sensor ist im hintersten Teil der Kettenstrebe platziert. Somit hat man nicht mehr das Problem, dass ein Magnet verrutscht oder sogar verloren geht (die bekannte Error 503 Fehlermeldung).

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Der geschraubte Magnet ist eine clevere Lösung.


Wer auf einen leisen Antrieb gehofft hat, wird hier leider enttäuscht. Der Motor tönt wie ein wild gewordener Mückenschwarm, je nach Unterstützung ist das Summen sehr hochtönig. Für mich sind andere Kriterien wichtiger an einem E-MTB, daher kann ich mit der Lärmentwicklung leben. Trotzdem, ein aktueller Brose läuft mittlerweile nahezu geräuschlos...

Der Motor bietet die bekannten 4 Stufen - Eco, Tour, E-MTB und Turbo. Diese wurden alle mit mehr Power versorgt, der Turbo Modus unterstützt jetzt mit 340% (vorher 300%). Generell sind die Unterschiede zwischen den verschiedenen Stufen besser spürbar. Die Kraftentfaltung ist gut dosierbar und der Motor harmoniert mit der eigenen Tretbewegung. Vor allem der Tour Modus ist kräftiger und für mich zum Lieblingsmodus geworden. Gepaart mit meinen starken Beinen komme ich hiermit fast überall hoch und gleichzeitig kann ich stromsparend fahren.

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Der Bosch CX bietet genügend Power für steile Anstiege. (Foto: spitznagel.ch)


Besonders erfreulich ist, dass der Motor jetzt besser entkoppelt jenseits der 25 km/h Marke. Der nervige und mühsame Widerstand der alten Version gehört nun der Vergangenheit an. Mit dem neuen CX schafft man auf der Fläche auch Geschwindigkeiten über 30 km/h aus eigener Kraft.

Alles in allem hat Bosch die Hausaufgaben gemacht und ist wieder zurück im Rennen um den besten Antrieb.

Das Chaser tänzelt leichtfüssig über die Trails und zieht souverän um die Kurven. Der üppige Federweg und die grossen Laufräder bieten viel Sicherheit und Reserven in jedem Gelände. Spass ist garantiert!

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Im Downhill zeigt das Chaser sein ganzes Potenzial. (Foto: spitznagel.ch)

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Viel Laufruhe und Sicherheit in schnellen Passagen. (Foto: spitznagel.ch)



Fazit


Das Mondraker Chaser 29 ist ein durchdachtes und schönes E-MTB, welches technologisch auf dem aktuellsten Stand ist. Die moderne Geometrie und das hervorragende Fahrwerk spielen perfekt mit dem neuen starken Bosch Antrieb zusammen. Die verbauten Komponenten funktionieren einwandfrei, für diesen Preis wäre aber eine teurere Ausstattung wünschenswert gewesen. Wer ein hochwertiges und extravagantes E-Bike sucht, der kann hier bedenkenlos zugreifen!

Positiv:
+ hervorragendes Fahrwerk
+ starker Bosch CX Motor
+ grosser 625 Wh Akku
+ hochwertige Verarbeitung
+ schönes Design

Negativ:
- günstige Ausstattung

Preis:
CHF 5'999.00

Informationen:
Mondraker
Bosch
CHRIS sports


2. Dezember 2019

Testbericht: EVOC Shield Jacket

Die Firma EVOC ist vor allem bekannt für ihre hochwertigen Rucksäcke und Taschen. Fast unbemerkt haben sie aber auch eine kleine und feine Bekleidungslinie entwickelt.

Seit diesem Frühling besitze ich die Shield Jacket, eine Regen- und Windjacke für die trüben Tage auf dem Mountainbike. Und ich konnte sie diese Saison sehr oft tragen, ich führte unzählige Bikekurse und Biketouren im Regen durch.

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Die EVOC Shield Jacket für die nassen Tage auf dem Bike.


Die Jacke ist technisch auf dem aktuellsten Stand: 100% Nylon, 20'000er Wassersäule, getapte Nähte, Belüftungsschlitze, verstellbare Kapuze, verstellbare Ärmelbündchen, Brillenputztuch, zwei Seitentaschen und eine Brusttasche. Die Farbe ist schwarz mit kleinen Sternen und EVOC Logo Prints. Leider fehlen Reflektoren, was die Sichtbarkeit bei dunklen Bedingungen verbessern würde.

Der Tragekomfort ist bequem und leicht. Die Jacke lässt sich mit Gummizügen an Bund und Kapuze und Klettverschlüssen an Ärmeln passgenau einstellen. Die Kapuze ist gross genug, damit man sie sich über den Helm ziehen kann. Die hohe Wassersäule erfüllt die Erwartungen, die Jacke ist zu 100% wasserdicht, auch nach vielen Stunden im strömenden Regen. Diese Dichtheit sorgt allerdings dafür, dass es von innen feucht werden kann, wenn man die Jacke bei warmen Temperaturen und beim Hochfahren trägt. Dieser Umstand ist aber auch ein Vorteil bei kühlem Wetter, trotz dünnem Stoff speichert die Jacke die Wärme, ohne das man darin friert. Das Packmass ist klein, die Shield Jacket hat auch im vollen Rucksack noch Platz.

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Klettverschlüsse an den Ärmeln sorgen für Dichtheit.

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Das Packmass ist klein, die Jacke passt fast in eine Hand.


Der Schnitt ist sehr weit, ich musste Grösse Small nehmen bei meinen 177 cm und 68 kg Körpermassen. Im Brust- und Bauchbereich habe ich aber immer noch viel überflüssigen Stoff, welchen ich nicht ausfüllen kann. Das ist ein bekanntes Phänomen, das man bei den meisten Kleiderproduzenten finden kann. Jacken (und Shirts) sind für Leute mit breiter Brust und Bauchansatz geschnitten, aber nicht für den durchtrainierten Sportler... Eine engere Passform wäre wünschenswert.

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Viel Stoff, der nur rumhängt... Ein engerer Schnitt wäre wünschenswert. 


Die Haltbarkeit der Shield Jacket ist bis jetzt überzeugend. Ich musste sie schon mehrmals waschen, aber die Membrane hält dicht und das Wasser perlt immer noch vom Stoff ab.

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Auch nach vielen Waschgängen perlt das Wasser immer noch ab.


Von mir erhält die EVOC Shield Jacket eine klare Kaufempfehlung. Sie ist technisch hochwertig, sieht gut aus und erfüllt ihre Hauptaufgabe als zuverlässigen und wasserdichten Begleiter.

Positiv:
+ 20'000er Wassersäule
+ grosse Kapuze
+ passgenau einstellbar
+ hochwertige Qualität

Negativ:
- keine Reflektoren

Preis:
CHF 299.00

Informationen:
EVOC Sports
CHRIS sports


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Das Jahr 2019 war nass. Zum Glück hat mich die Shield Jacket zuverlässig begleitet.

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Die Jacke eignet sich auch perfekt für die kühlere Herbstzeit.

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Auf dem Pumptrack macht die Shield Jacket ebenfalls eine gute Figur.

26. November 2019

Naturerlebnis - Biken im Spätherbst

Im Spätherbst sind die Tage kurz, der Nebel dicht, der Boden nass und die Temperaturen tief. Darum bedeutet diese Zeit für viele Mountainbiker, dass sie ihr Sportgerät langsam versorgen und sich auf den Winter einstellen. Aber statt über die trübe Jahreszeit zu jammern, solltest du dir dein Mountainbike schnappen und raus an die frische Luft gehen. Denn die letzten Monate im Jahr bieten ein Spektaktel auf und neben dem Trail!

Als Oktoberkind ist der Herbst meine Lieblingsjahreszeit. Wenn die Bäume langsam ihr Kleid ablegen, dann ziehe ich meine wärmeren Klamotten an und erfreue mich an der goldfarbenen und mystischen Natur. Während in den Bergen der erste Schnee fällt und die Temperaturen unter den Gefrierpunkt fallen, bietet das Flachland immer noch gute Bedingungen für schöne Ausfahrten. Und mit ein wenig Glück schaffst du über die Nebelgrenze hinaus und geniesst die letzten wärmenden Sonnenstrahlen.

Einige Punkte gibt es zu beachten, damit die Biketour zum Erlebnis wird:
  • Die Trails sind oft rutschig, feucht und schlammig, daher ist eine gefühlsvolle Fahrweise nötig. Mit ein wenig Übung wirst du bald merken, wie du Geschwindigkeit, Bremsen und Pedaldruck kontrollieren musst, damit du sturzfrei über die Trails jagen kannst.
  • Zieh dich warm und wasserfest an. Je nach Wetterlaune und Höhe bewegen sich die Temperaturen irgendwo zwischen 0-15 Grad. Mehrere Schichten sind empfehlenswert, damit du ein starkes Schwitzen und Auskühlen verhindern kannst. Wegen dem feuchten Nebel und den Pfützen am Boden sollte deine Kleidung wasserabweisend sein.
  • Beim Mountainbike kannst du den Reifendruck ein wenig senken, damit du mehr Traktion erhältst. Ambitionierte Biker können sich auch ein Paar "Schlammreifen" montieren, diese bieten dank höherem Profil noch mehr Grip und haben eine gute Selbstreinigung. Wenn es sehr kühl ist, empfiehlt es sich, den Rebound an den Federelementen ein bisschen schneller einzustellen, da das Öl bei Kälte dickflüssiger wird. Bei E-Mountainbikes kann sich der Akku bei tiefen Temperaturen schneller entladen. Beachte diesen Aspekt, wenn du längere Touren auf dem Plan hast.
  • Respektiere die Natur und die Wildtiere. Biken bei nassen Bedingungen hinterlässt Spuren, setze deine Bremsen darum überlegt ein. Und falls du im Dunkeln fährst, bleib auf den offiziellen Wegen und rase nicht quer durch den Wald (sollte eigentlich sowieso immer so sein).
Und jetzt lassen wir die Bilder sprechen. Ich bin mir sicher, dass auch du nochmals Lust verspürst,um auf dein Mountainbike zu sitzen!

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Vollgas geht auch im Spätherbst! (Foto: spitznagel.ch)

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Das schönste Meer ist das Nebelmeer.

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Eine mystische Stimmung, wie man sie nur im Herbst erlebt.

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Rutschiger Blätterboden macht die Ausfahrt noch spannender.

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Wenn die Sonne durch die Wolken sticht macht der Guide Luftsprünge.

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Goldig ist es auf und über dem Trail. (Foto: spitznagel.ch)

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Wer möchte da nicht auch gleich durch diesen Anlieger surfen?

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Wenn die Tage früh dunkel werden, dann hilft die Lampe, um den Heimweg zu finden.

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Heimtückisch! Die Blätter verdecken die Hindernisse am Boden...

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Mit Motorunterstützung kann man besonders gut durch den tiefen Dreck pflügen. (Foto: spitznagel.ch)

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Während unten im Dorf trübe Stimmung herrscht, ist oben auf dem Hügel Action angesagt.

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Biken im Spätherbst macht einfach riesigen Spass!

Fit for Trails Bikekurse 2020

Die Termine für die Fit for Trails Bikekurse für 2020 sind online und ab sofort buchbar! Es erwartet dich wieder ein äusserst abwechslungsreiches Angebot von März bis November mit Level 1-3, Ladies only, E-MTB, Bunny Hop und Bikeshop Kursen.

Neu im Programm ist der Switchback Friday. In diesem Abendkurs lernst du das Spitzkehren fahren und das Hinterrad versetzen, damit du auch die engsten Kurven erfolgreich meistern kannst.

Privatkurse können weiterhin an fast jedem Tag im Jahr gebucht werden, auch jetzt über den Winter.

Eine Übersicht von allen Kursdaten findest du auf der Website.

Ich freue mich auf deinen Besuch und stehe bei Fragen zum Angebot gerne zur Verfügung.

Bis bald bei Fit for Trails!

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22. Oktober 2019

Die häufigsten Fehleinstellungen am Mountainbike

An den Fit for Trails Bikekursen gingen in den letzten Jahren schon über 3'000 Mountainbikes durch meine Hände. Egal, ob beim Fachhändler oder im Internet gekauft, bei allen Bikes werden die wichtigsten Funktionen und Einstellungen jeweils gecheckt und allenfalls angepasst. Und obwohl die Teilnehmer schon vor dem Kurs aufgefordert werden, mit einwandfreiem Bike zu erscheinen, gibt es für mich immer viel Arbeit.

Ich erlaube mir hier auch ein wenig Kritik am Fachhandel. Viele meiner Kunden schrauben nicht selber an ihrem Bike, stattdessen geben sie ihr Sportgerät vorbildlich in die Obhut von Fachkräften. Und da sollte man davon ausgehen, dass die Arbeiten professionell und gewissenhaft ausgeführt werden. Leider ist das aber oft nicht so.

Nachfolgend findest du eine Auflistung mit den häufigsten Fehlern, die an einem Mountainbike so vorkommen. Für das bessere Verständnis mit einem Foto mit der falschen und der richtigen Einstellung. Am besten wirfst du mal einen Blick auf dein eigenes Bike und kontrollierst, ob alles korrekt aussieht. Vieles davon kannst du mit ein bisschen handwerklichem Geschick und dem richtigen Werkzeug selber in Ordnung bringen.



Die Bremsleitung ist aussen an der Gabel verlegt


Ein Klassiker, den ich an fast jedem Bikekurs entdecke: Die Bremsleitung ist aussen am Tauchrohr verlegt. Hier steigt die Gefahr, dass du einen ungewollten Abgang über den Lenker machst, falls du an einem Hindernis hängen bleibst. Oder die Bremsleitung kann einen Defekt erleiden, wenn das Bike an einen Felsen schlägt. Darum gehört die Bremsleitung immer innen am Tauchrohr geführt.

Um das zu korrigieren, musst du die Bremszange abschrauben und zusammen mit der Bremsleitung innen an der Gabel durchführen. Dann die Bremszange wieder anschrauben und mittig zentrieren, damit die Beläge nicht schleifen.

Falls dein Händler dir dein Bike so ausgeliefert hat, dann solltest du ihn auf diesen Fehler hinweisen. Denn hier geht es um deine Gesundheit.

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Die Bremsleitung muss immer innen am Tauchrohr geführt werden.



Der Schnellspanner an der Gabel zeigt nach vorne


Wenn der Schnellspanner an der Gabel nach vorne zeigt, dann steigt das Risiko, dass sich der Spanner öffnet, wenn du irgendwo im Unterholz hängen bleibst. Deshalb muss der Schnellspanner immer nach oben oder nach hinten stehen. Das gilt vor allem für das Vorderrad, am Hinterrad ist das nicht so relevant.

Bei den aktuellen durchgehenden Steckachsen hast du, je nach Modell, eine Rasterung an der Gabel und am Rahmen, die du verdrehen kannst und so den Spanner korrekt ausrichten kannst. Die Rock Shox Schnellspanner verfügen über einen Bajonett-Verschluss, den du intern verdrehen kannst.

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Der Schnellspanner an der Gabel darf nie nach vorne zeigen. Er sollte immer nach oben oder nach hinten stehen.



Die Federelemente sind zu hart oder zu weich


Die Federelemente müssen korrekt auf das Fahrergewicht und den Einsatzzweck eingestellt sein. Die meisten Federungen funktionieren mit Luft und können so sehr exakt abgestimmt werden. Bei den aktuellen Fox und Rock Shox Modellen entspricht der Druck in der Federgabel ungefähr dem Systemgewicht des Fahrers. Wenn du z.B. mit Ausrüstung 80 kg schwer bist, dann solltest du auch ca. 80 PSI Luftdruck fahren. Beim Hinterbaudämpfer muss der Luftdruck mit Testfahrten ermittelt werden oder man kann sich beim Hersteller informieren.

Zur schnellen Selbstkontrolle befindet sich meistens ein Gummiring an der Gabel und am Dämpfer. Wenn du diesen vor der Biketour mal ganz nach unten bzw. nach oben schiebst, dann kannst du nachher sehen, ob du den Federweg optimal ausnutzt. Ist der Gummiring in der Mitte geblieben, dann sind die Federelemente zu hart. Ist der Gummi schon beim kleinsten Schlag an den Endanschlag gerutscht, dann ist die Federung zu weich. Es empfiehlt sich, den Luftdruck in 10 PSI Schritten zu erhöhen oder zu verringern.

Und wenn du dich mit deinen Dämpferelementen befasst, dann kannst du auch noch gleich den Rebound und die Compression prüfen und einstellen.

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Angenommen die Person wiegt 80 kg, dann ist ein Luftdruck von 140 PSI viel zu hoch. Um die 80 PSI sind korrekt.



Der Reifendruck ist zu hoch oder zu tief


Der Reifendruck gehört zu den wichtigsten Einstellungen am Bike. Wenn der Reifendruck stimmt, dann fährt sich dein Bike gleich besser. Oft ist der Druck zu hoch und dadurch gehen Traktion und Komfort verloren. Oder der Druck ist zu tief und das Risiko von einem Plattfuss steigt.

Bei herkömmlichen Reifen mit einer Breite von 2.1" bis 2.5" sollte der Druck zwischen 1,5 und 2,0 bar liegen. Bei Plus-Reifen mit einer Breite von 2.6" bis 3.0" ist ein Druck von 1,0 bis 1,5 bar empfehlenswert.

Den Reifendruck sollte man immer persönlich prüfen, denn es gibt leider Bikemechaniker, die extra zu viel Luft in die Reifen pumpen. Ganz nach dem Motto: Je mehr Luft, desto weniger schnell steht der Kunde wieder im Laden. Wenn ein Händler dich als Kunde nicht sehen will, dann solltest du dich baldmöglichst nach einem anderen Bikeshop umschauen.

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Mit einem zu hohen Reifendruck verlierst du Traktion und Komfort. Pumpe deine Reifen auf maximal 2.0 bar.



Die Bremshebel sind nicht symmetrisch montiert


Was auch immer für Hebel und Zubehör an deinem Lenker hängen, die Bremshebel müssen auf beiden Seiten den gleichen Abstand zu den Lenkergriffen haben. Wir dürfen davon ausgehen, dass deine Hände und Finger links und rechts gleich lang sind. Darum müssen auch beide Bremshebel exakt montiert sein, damit du die Hebel problemlos mit den Zeigefingern bedienen kannst.

Für die korrekte Ausrichtung musst du vielleicht ein wenig tüfteln, damit du alles in Reih und Glied am Lenker anbringen kannst. Wie erwähnt, am wichtigsten sind die Bremshebel und dass du Schalthebel und Sattelstützenhebel bequem bedienen kannst.

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Egal, was alles an deinem Lenker befestigt ist. Die Bremshebel müssen symmetrisch montiert sein.



Die Sattelnase zeigt zu steil nach oben oder unten


Der Sattel sollte im Normalfall waagrecht stehen. Biker mit Problemen im Genital-/Dammbereich können die Sattelnase leicht nach unten senken, damit weniger Druck entsteht.

Wenn der Sattel zu steil nach unten zeigt, dann rutscht dein Gewicht nach vorne und du hast die ganze Last auf den Armen und Händen. Ist der Sattel zu steil nach oben eingestellt, dann nimmt der Druck im Schritt zu. Beides kann zu unangenehmen Taubheitsgefühlen führen.

Zur Kontrolle benutzt du am besten eine Wasserwaage, die du auf den Sattel legst, während du die Neigung einstellst.

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Die Sattelnase neigt zu tief und verursacht Druck auf Hände und Arme. Den Sattel möglichst waagrecht einstellen.



Das Steuerlager ist lose


Das Steuerlager muss spielfrei eingestellt sein, damit deine Lenkbefehle direkt umgesetzt werden. Wenn der Steuersatz lose ist, dann ist das meist, weil am Vorbau herumgeschraubt und die Schraube in der Mitte vom Vorbaudeckel nicht angezogen wurde.

Wenn du deinen Vorbau löst und verstellst, dann musst du danach immer zuerst das Spiel einstellen und erst am Schluss die Schrauben auf der Seite anziehen. Das Steuerlager darf nicht zu fest angezogen sein, sonst klemmt die Lenkung. Am besten überprüfst du das, in dem du zwei Finger an den Steuersatz legst, die Vorderradbremse ziehst und das Bike vor und zurück bewegst. Wenn du kein Spiel spürst, dann ist das Steuerlager korrekt eingestellt.

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Richtige Reihenfolge: 1. das Lagerspiel einstellen. 2. den Vorbau festziehen.



Mach dein Mountainbike zu einem schönen Unikat


Wenn dein Mountainbike keine der oben genannten Fehleinstellungen aufweist, dann ist alles gut. Es gibt aber auch im optischen Bereich Details, auf welche du Wert legen solltest:
  • Der Markenname des Reifens muss über dem Ventil stehen. Das sieht schöner aus und bei einem Plattfuss ist es einfacher, den Defekt am Schlauch oder Reifen zu entdecken.
  • Ventildeckel und Rändelschraube für den Schlauch mit Presta-Ventil sind unnötig, diese paar Gramm kannst du dir sparen. Nur wenn du Tubeless fährst, dann braucht es die Rändelschraube, um das Ventil zu fixieren. Warum jeder Schlauch damit ausgerüstet ist, bleibt wohl das bestgehütete Geheimnis der Fahrradindustrie... Oder hast du eine Antwort darauf?
  • Entferne die kleinen orangen Warnkleber an der Shimano Bremsscheibe.
  • Schau, dass dein Cockpit nicht wie ein Christbaum aussieht. Die Hebel, Kabel, GPS-Halterung, Klingel, usw. sollten so angeordnet werden, dass alles sauber platziert und geführt ist.
Fahre dein Mountainbike nicht so, wie du es vom Shop erhalten hast. Das beginnt bei gewissen Einstellungen, die du sicherlich noch anpassen musst. Zum Beispiel einen zu breiten Lenker kürzen, den Vorbau höher oder tiefer stellen, einen anderen Sattel oder andere Lenkergriffe montieren, usw. Und du kannst deinem Bike natürlich auch den einen oder anderen Farbtupfer spendieren oder es mit leichten Teilen ein wenig aufmotzen.

Je mehr dir dein eigenes Bike gefällt, desto mehr wirst du damit fahren und es mit stolz über die Trails jagen!

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Der Markenname muss über dem Ventil stehen. Und den Ventildeckel kannst du in den Müll schmeissen.

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Der orange Warnkleber an der Bremsscheibe ist hässlich und für nichts. Entferne ihn sofort.

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Titanschrauben und Titanflaschenhalter. Sieht geil aus und ist super leicht.

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Setze farbige Akzente, z.B. Lenkergriffe, die zu Rahmen und Gabel passen.