30/12/2020

Danke für eine tolle Bikekurs-Saison 2020

Vielen herzlichen Dank an alle Fit for Trails Kunden! Dieses Jahr haben 502 Biker*innen einen Fahrtechnikkurs besucht, damit darf zum 9. Mal in Folge ein neuer Teilnehmerrekord vermeldet werden. Und dies trotz einer langen Corona-Zwangspause im Frühling. Unglaublich!

Ein grosses Dankeschön geht auch an alle Partner, Bikeshops und Freunde, die meine Kunden und mich in irgendeiner Weise unterstützt haben. Ihr seid alle ein Teil von diesem Erfolg.

Und danke auch an alle Leser von diesem Bike Blog. Wiederum haben Tausende von Radsportlern meine diesjährigen Beiträge angeklickt, kommentiert und geteilt. Das motiviert mich, um auch weiterhin interessante Themen zu Papier zu bringen.

Ich wünsche euch alles Gute für das neue Jahr und freue mich auf ein Wiedersehen im 2021!

2020 war ein Rekordjahr für Fit for Trails. Vielen Dank!

16/12/2020

Fit for Trails Jahresrückblick 2020

Das Jahr 2020 begann für mich ganz entspannt in der Toscana. Ich gönnte mir einige freie Wochen in unserer Wohnung in Caldana, genoss das schöne Wetter und das feine Essen und brachte mich mit täglichen Mountainbike- und Rennradtouren in Form.

In den Nachrichten wurde von einem neuen Virus in China berichtet, welches den gleichen Namen wie eine bekannte Biermarke trägt.

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Schwungvoll ins 2020! Und völlig unwissend, was dieses Jahr noch bringen würde...


Die Zeit vor Corona-Lockdown

Im Februar war ich zurück in der Schweiz und nahm meine Arbeit wieder auf. Die ersten Mountainbiker wollten ihre Fahrtechnik früh in der Saison verbessern und buchten Privatkurse. Mit den Gruppenkursen ging es dann im März richtig los.

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Die ersten Bikekurse starteten im Februar, hier am Üetliberg in Zürich.

In den Medien wurde nun täglich über dieses Coronavirus (oder Covid-19) berichtet und man merkte langsam, dass das wohl eine ernstere Sache werden wird. Das Virus wütete nicht nur in China, sondern breitete sich ziemlich schnell auch in den anderen Teilen dieser Welt aus.

Meine Kurssaison lief jetzt bereits auf Hochtouren, es kamen täglich Anmeldungen rein und alle bevorstehenden Kurse waren ausgebucht.

Das Coronavirus war mittlerweile in der Schweiz angekommen und es brach eine regelrechte Panik aus... Nachdem unsere Nachbarländer bereits einen Lockdown ausgesprochen hatten, zog jetzt auch die Schweizer Regierung nach und ab dem 16. März 2020 stand unser Land still.

Ich konnte am 15. März gerade noch den letzten Gruppenkurs durchführen, danach musste ich meine Arbeit einstellen. Super, ich durfte bereits wieder in die "Ferien"... Der Lockdown wurde vorerst auf vier Wochen festgesetzt.

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Herrliches Wetter am 15.03.2020. Der letzte Kurs vor dem Lockdown...


Die Zeit während Corona-Lockdown

Nun wurde es stressig für mich, ich hatte zu diesem Zeitpunkt 130 pendente Buchungen für Fahrtechnikkurse, welche ich jetzt verschieben musste. Also schrieb ich E-Mails, Newsletter und Social Media Einträge, bis meine Tastatur glühte. Ich musste meinen Kalender nun sicher bis in den Sommer komplett überarbeiten, damit ich alle meine Kunden bedienen konnte. Da ich an einen längeren Lockdown als vier Wochen glaubte, setzte ich die ersten neuen Termine auf Anfang Mai. Zum Glück waren alle Kunden sehr tolerant und verständnisvoll und die Umbuchung der Kurse lief nahezu reibungslos ab. In diesen Tagen schrieb ich über 300 E-Mails hin und her, bis alle ihren passenden Termin gefunden hatten.

Als alles soweit geregelt war, erfreute ich mich an meinen Zwangsferien. Wir durften weiterhin das Haus verlassen und Sport treiben. Das Wetter war im März und April perfekt und ich war jeden Tag draussen in der Natur unterwegs. Nach drei Wochen fiel mir aber trotz allem langsam die Decke auf den Kopf und ich musste wieder produktiv werden...

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Die Zwangspause wurde genutzt, um coole Fotos zu schiessen... (Foto: spitznagel.ch)

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...und um alle meine Velos wieder auf Vordermann zu bringen.

Per Zufall erhielt ich dann eine Anfrage von einem Kunden, der von mir wissen wollte, wie man mit dem Mountainbike auf dem Hinterrad hüpft. Da ich nicht wusste, wie ich ihm das per E-Mail erklären sollte, kam mir die Idee, ein kurzes Video darüber zu machen. Er hatte Freude daran und ich hatte meinen Spass bei der Videoproduktion. Also beschloss ich, dieses Thema professioneller anzugehen. Ich wurde spontan zum Online-Fahrtechnik-Trainer und hatte jeden dritten Tag ein Video mit einem Manöver gedreht und dieses ins Internet gestellt. Der Erfolg war riesig, ich bekam jede Menge positive Rückmeldungen und hatte zusätzlich einen wertvollen Werbeeffekt. Blogbeitrag Fahrtechnik-Videos.

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Meine Fahrtechnik-Videos aus der Tiefgarage.

Ängste und Sorgen hatte ich während dieser Zwangspause übrigens keine. Ich habe meine kleine Firma in den letzten neun Jahren behutsam und solide aufgebaut und war bereit, um auch eine längere Krise zu überstehen. Mühsam war mehr die Ungewissheit, da niemand sagen konnte, wie lange dieser Lockdown andauern würde und wie es danach weitergehen soll. Und das durchgehend schöne Wetter beunruhigte mich, ich wusste, dass es irgendwann noch nass werden wird. Ich sollte recht behalten, der Regen kam. Viel Regen.

Unsere Regierung hat sich zwischenzeitlich auch wieder zu Wort gemeldet und den Lockdown für sportliche Aktivitäten und Gruppenkurse bis zum 11. Mai 2020 verlängert. Das hiess für mich, dass ich nochmals ein paar dutzend E-Mails schreiben und bereits gebuchte Kurse nochmals nach hinten verschieben musste.


Die Zeit nach Corona-Lockdown

Ab dem 11. Mai 2020 galt dann wieder grünes Licht und ich durfte meine Arbeit wieder offiziell aufnehmen. Allerdings gab es noch Einschränkungen, die maximale Gruppengrösse wurde auf fünf Personen festgelegt. Das hiess pro Kurs nur vier Teilnehmer plus ich. Es war also genau die Hälfte von dem, was ich sonst für meine Kurse zulasse. Diese Regelung dauerte bis am 8. Juni 2020.

Jetzt wurde es abermals stressig für mich. Damit ich alle meine Kunden möglichst schnell bedienen konnte, führte ich zwei Gruppenkurse pro Tag durch. Eine Gruppe kam am Morgen bis Nachmittag und die andere von Nachmittag bis Abend: 12 Stunden Fahrtechnik unterrichten am Stück! Privatkurse hatte ich zum Teil sogar drei am Tag. Dazu kamen Hin- und Rückfahrt zu den Kursorten und am Abend noch die Büroarbeit erledigen. Das ergab Einsätze von bis zu 16 Stunden pro Tag...

Ich fühlte mich wie ein Roboter, kam nur nach Hause, um ein paar wenige Stunden zu schlafen und das nötigste zu erledigen und dann war ich wieder on the road. Aber es war alles absehbar, ich wusste, dass es sicher wieder ruhiger werden wird. Schlussendlich arbeitete ich zwischen Mai und Juni 42 Tage am Stück durch!

Zurückkommend auf das Wetter, wie befürchtet kam der Regen genau dann, als ich wieder mit den Bikekursen starten durfte. Als Bikeguide ist man ja auch ein bisschen Meteorologe und man entwickelt ein Gespür für das Wetter. Wie schon in den letzten Jahren gab es kein klassisches Aprilwetter mehr, das findet jetzt jeweils im Mai und Juni statt. Und so kam es, dass in diesen zwei Monaten sehr viele Kurse ins Wasser fielen...

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Dunkler Himmel und Regenjacke waren die ständigen Begleiter im Mai und Juni.

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Land unter... Da half nur noch die Flucht ins trockene Auto.


In den Sommermonaten Juli und August war die Nachfrage nach Bikekursen konstant hoch. Da die Leute nicht gross verreisen durften, blieben sie in der Schweiz. Das Mountainbike und das Velo allgemein boomten, wie noch nie zuvor. Das kam mir zugute, ich konnte in den Sommerferien fast täglich Privatkurse und Gruppenkurse durchführen. Mein geschäftlicher Spürsinn half mir zufälligerweise auch noch. Schon vor längerer Zeit entschied ich, dass ich keine Bikeweekends und Bikeferien im Ausland mehr anbiete, sondern mich zu 100% auf die Fahrtechnikkurse in der Schweiz konzentriere. Volltreffer!

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Volle Teilnehmerfelder im Juli und trockene Bedingungen.

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Viel Action an den beliebten Bunny Hop Kursen.

Ende Juli schaufelte ich mir noch eine Woche frei und reiste heimlich und alleine für eine Woche in die Toscana. Nach so viel Arbeit brauchte ich eine kurze Auszeit. Ich genoss einige Tage in der heissen Maremma und tankte wieder neue Energie für die zweite Saisonhälfte.

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Kurzer Abstecher in die Toscana im Juli. Training bei 38 Grad!

Der September war eine wunderbare Sommerverlängerung, alle Kurse konnten bei besten Bedingungen durchgeführt werden. Der Wechsel vom Spätsommer in den Herbst kam allerdings ziemlich abrupt.

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Super Verhältnisse bei den Kursen und auf den Trails im September.

Mein Lieblingsmonat Oktober stand vor der Türe, es wurde aber nichts mit einem goldenen Herbst. Wie schon im Juni nahm der Regen Überhand und fast alle Bikekurse wurden bei nassem und kaltem Wetter durchgeführt. Zum Glück nahmen es meine Kunden erstaunlich gelassen und sie standen immer pünktlich und motiviert auf dem Platz. Aber wie ich immer zu sagen pflege: Die guten Mountainbiker werden im Regen gemacht!

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Hallo Regen! Wir hatten dich vermisst...

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Wie der Juni, so der Oktober...

Der November machte wieder gut, was der Oktober verkackt hatte. Trockene Verhältnisse und Temperaturen im zweistelligen Bereich sorgten für ein gelungenes Saisonende. Bis zum Schluss durfte ich mich über volle Teilnehmerfelder freuen. Übrigens, dieses Jahr haben bis jetzt 502 Bikerinnen und Biker an einem meiner Kurse teilgenommen. Trotz verkürzter Saison ein neuer Rekord in der 9-jährigen Geschichte von Fit for Trails!

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Der perfekte November. Kurze Hosen im Spätherbst!

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Der Indian Summer hat voll erfüllt.

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Über 500 Personen haben in diesem Jahr einen Fit for Trails Bikekurs besucht. Vielen Dank!


Fazit

Das Jahr 2020 war für mich speziell, ereignisreich, stressig, schön, herausfordernd, regnerisch, aber auch sehr erfolgreich. Unter dem Strich war es vor allem ein Jahr der Rekorde: Die meisten Kursteilnehmer, die meisten Kurse im Regen, die meisten Arbeitstage am Stück und die meisten geschriebenen E-Mails.

Ich möchte mich bei allen Kunden ganz herzlich für das Vertrauen und das Interesse bedanken! Es war keine Selbstverständlichkeit in dieser Situation an Gruppenkursen mit fremden Leuten teilzunehmen. Es zeigte aber auch, dass die Hoffnung nicht verloren ging und sich alle nach einem Ausgleich sehnten. Unser schöner Sport bot die perfekte Abwechslung zum Alltag, brachte uns auf andere Gedanken, liess uns die Natur geniessen und sorgte immer wieder für ein Lächeln im Gesicht.

Ein grosses Dankeschön geht auch an alle Partner, Bikeshops und Freunde, die mich unterstützt und meine Dienstleistungen weiterempfohlen haben!

Ich freue mich, wenn ich euch im 2021 wieder an einem meiner Fahrtechnikkurse begrüssen darf. Alles Gute und bleibt gesund!

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Ich kann lachen, 2020 meinte es trotz allem gut mit mir! (Foto: spitznagel.ch)

10/12/2020

Keine Beschwerden beim Biken

An meinen Bikekursen kommen immer wieder Teilnehmer zu mir, die mich fragen, was sie gegen körperliche Beschwerden beim Biken unternehmen können. Die erwähnten Probleme sind dabei immer die gleichen: Eingeschlafene Hände oder Füsse, Kribbeln in den Fingern, Gesässschmerzen, Rückenschmerzen, Nackenverspannungen, Knieschmerzen.

Das darf und muss nicht sein, das einzige was beim Radsport weh tun soll sind die brennenden Beinmuskeln beim Treten.

Die Ursachen liegen normalerweise an einer falschen Einstellung am Mountainbike, schlechter Bekleidung oder an einem zu wenig starken Körperbau.

Vorab: Wenn du deine Beschwerden für immer aus der Welt schaffen willst, dann kommst du nicht daran vorbei, ein Bike-Fitting, ein gezieltes Krafttraining oder sogar einen Arzt zu besuchen. Beim Bike-Fitting wirst du per Laser und Kamera vermessen und dein Bike wird perfekt auf deine Körpermasse eingestellt. Zusätzlich empfiehlt sich ein Termin bei einem Sporttherapeuten, der deine schwachen Körperstellen findet und dir ein massgeschneidertes Training zusammenstellt.

Ist dir das zu viel Aufwand, dann kannst du es vorab mit den nachfolgenden Tipps versuchen.


Kontrolliere die Einstellungen am Bike


Dein Mountainbike und du müssen eine Einheit bilden. Wenn du damit fährst, dann musst du dich absolut wohl fühlen, auch wenn du viele Stunden auf dem Trail verbringst. Solltest du Schmerzen verspüren, liegt es oft an falschen Einstellungen. Vor allem die drei Kontaktpunkte Sattel, Lenker und Pedalen sollten kontrolliert werden.

Sattel


Der richtige Sattel ist massgebend für ein beschwerdefreies Fahren. Verabschiede dich baldmöglichst vom Originalsattel, der auf deinem Bike montiert ist. Erfahrungsgemäss passt dieser nur selten. Die Hersteller verbauen das gleiche Modell tausendfach und es wird dabei nicht berücksichtigt, dass die Menschen unterschiedliche Sitzknochen haben.

Lass dich hierfür beim Fachhändler beraten und ausmessen, damit du den perfekten Sattel erhältst. Die Probefahrt sollte nicht nur zwei Minuten vor dem Laden sein, sondern probiere den Sattel bei mehreren längeren Touren aus. Gut möglich, dass ein Sattel am Anfang bequem ist, später aber unbequem wird und umgekehrt. Ich behandle meine Sättel wie Gold und bei jedem Bikewechsel nehme ich den alten Sattel mit. Der fi'zi:k Arione auf meinem Rennrad ist mittlerweile 14 Jahre alt und er passt wie angegossen an meinen Hintern.

Hast du deinen Sattel gefunden, dann geht es noch um die korrekte Einstellung. Für die richtige Sattelhöhe gibt es eine einfache Faustregel: Sitze auf den Sattel, führe das Pedal auf den tiefsten Punkt und setze die Ferse darauf. Jetzt sollte das Bein fast ganz durchgestreckt sein.

Im Normalfall sollte der Sattel waagrecht stehen. Wenn du Druck im Schambeinbereich verspürst, dann kann die Sattelnase leicht nach unten absenkt werden. Aber nicht zu viel, sonst steigt die Belastung auf die Arme und Hände. Wie weit du den Sattel nach vorne oder hinten schieben musst, kann mit einem Lot geprüft werden. Pedalstellung mittig einnehmen, das Lot hinter die Kniescheibe halten und jetzt sollte der Faden durch die Pedalachse laufen.

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Der Sattel sollte möglichst waagerecht ausgerichtet sein.


Lenker/Vorbau/Griffe


Die heutigen Lenker sind mit bis zu 800 mm Länge oft zu breit. Nur Downhiller und sehr grossgewachsene Menschen benötigen einen solchen Lenker. Alle anderen tun sich gut daran, den Lenker schrittweise um 1-2 cm auf beiden Seiten zu kürzen. Grundregel: Je abfahrtslastiger und grösser, desto breiter der Lenker. Je tourenlastiger und kleiner, desto schmaler der Lenker. Im Normalfall sollten 720-780 mm für dich passen.

Die Vorbaulänge ist ebenfalls abhängig vom Einsatz und vom Wohlbefinden. Ist der Vorbau zu lang oder zu tief, kann das Nackenbeschwerden verursachen. Hier empfiehlt sich eine kürzere Variante, welche mit ein paar Spacern in der Höhe variiert werden kann. Nur Cross-Country-Racer, welche viel Druck auf das Vorderrad bringen müssen, fahren den Vorbau lang und den Lenker möglichst tief. Enduro- und Tourenpiloten sind mit einem kurzen Vorbau und einer aufrechteren Haltung besser bedient.

Lenkergriffe gibt es wie Sand am Meer. Je nach Handgrösse sind verschiedene Durchmesser erhältlich. Ob hart oder weich musst du selber entscheiden. Wenn du Probleme mit eingeschlafenen Händen oder Fingern hast, dann kann ein Ergonomiegriff helfen, welcher auf der Seite "Flügel" hat. Damit wird das Handgelenk weniger abgeknickt und der Druck auf die Handballen verringert.

Zusätzliche Tipps zum Cockpit findest du in diesem Blogbeitrag.

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Lenker, Vorbau und Griffe müssen genau für deine Körpermasse stimmen.


Bremshebel


Wichtigste Regel beim Bremsen: Nur der Zeigefinger ist am Bremshebel! Die anderen vier Finger halten den Lenker und somit kannst du Armpump und Verspannungen im Schulterbereich verhindern.

Die Einstellung der Bremshebel muss symmetrisch sein, das heisst beide Hebel müssen den gleichen Abstand und Winkel zum Lenkergriff haben. Das ist leider nicht immer der Fall, oft muss ich dies bei meinen Kursteilnehmern korrigieren.

Der Winkel der Bremshebel sollte so gewählt sein, dass sich eine gerade Linie über Zeigefinger, Handgelenk und Unterarm ergibt. So kannst du vermeiden, dass das Handgelenk zu fest abknickt und Blut- und Nervenbahnen gequetscht werden. Hier gibt es Ausnahmen, ich zum Beispiel fahre meine Hebel sehr flach, andere wiederum bevorzugen eine steile Einstellung. Probiere aus, was für dich am besten passt.

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Flach oder steil? Probiere verschiedene Winkel der Bremshebel aus.


Pedalen


Kaufe dir hochwertige Pedalen, damit du viel Grip und eine gute Kraftübertragung erreichst und schmerzfrei treten kannst. Auch hier gilt, die Originalpedalen sind oft billig und unbrauchbar. Ob du Klickpedalen oder Flat Pedals fährst ist deine persönliche Entscheidung.

Kontrolliere, dass deine Füsse richtig auf den Pedalen positioniert sind. Nur der Fussballen darf das Pedal berühren und das Gelenk vom grossen Zeh muss auf der Höhe der Pedalachse sein. Bei Klickpedalen muss die Schuhplatte am richtigen Ort sein. Bei Flat Pedals solltest du ab und zu einen Blick nach unten werfen, ob deine Füsse gut platziert sind. Hier besteht das Risiko, dass du Knieschmerzen bekommst, wenn du "zu verdreht" auf dem Pedal stehst.

Zusätzliche Tipps zu Pedalen findest du in diesem Blogbeitrag.

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Klickpedal oder Flat Pedal ist egal. Aber das Pedal muss hochwertig sein.


Kaufe ein neues Bike


Bevor du zu viel Geld in dein altes Mountainbike investierst, solltest du dir überlegen, ob eine Neuanschaffung nicht sinnvoller ist. Es ist viel passiert in letzter Zeit bei Geometrien, Laufradgrössen und Anbauteilen. Unter Umständen verschwinden so gewisse Beschwerden von alleine.

Kurze Vorbauten, breite Lenker, absenkbare Sattelstützen, starke Bremsen und breite Reifen helfen uns allen, damit wir sicherer und komfortabler unterwegs sind. Und Bikes mit 29" Zoll Laufrädern bieten grossgewachsenen Personen automatisch eine angenehmere Position.

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Keine Diskussion, ein modernes Bike fährt sich einfach besser, als ein altes Geländer.



Fahre mit hochwertiger Kleidung


Wer den Bikesport ambitioniert betreibt, der sollte in funktionelle und hochwertige Bekleidung investieren. Hier kann ich aus eigener Erfahrung sagen, teure Kleidung ist viel besser, angenehmer und langlebiger, als billiges Zeugs. Gute Kleider können Beschwerden verhindern, in dem sie dich richtig schützen und stützen.

Hosen


Wer lange im Sattel sitzt, muss unbedingt eine gute Radhose mit Sitzpolster benutzen. Hosen sind teuer, aber bei deinem Hintern solltest du nicht sparen. Es gibt nichts unangenehmeres, als wenn du auf einer langen Tour nicht mehr weisst, wie du auf dem Sattel sitzen sollst. So wird der Ausflug zur Qual. Zusätzlich kannst du auch noch eine Gesässcrème verwenden, gut geschmiert ist halb gefahren. Ich fahre eine klassische Trägerhose und ziehe darüber eine Shorts an.

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Unter meinen Shorts trage ich eine klassische Trägerhose mit Polster. (Foto spitznagel.ch)


Shirts und Jacken


Bei den Oberteilen ist auf eine komfortable Passform zu achten und die Materialien müssen den Schweiss nach aussen transportieren und atmungsaktiv sein. Ein Baumwoll T-Shirt und eine Fleece Jacke werden diesen Zweck sicher nicht erfüllen. Je nach Temperatur funktioniert das bekannte Zwiebelprinzip mit mehreren Schichten am besten. Die Jacke muss wind- und sogar wasserdicht sein, so bist du auch bei Schlechtwetter bestens geschützt. Wähle einen Schnitt, der gut anliegt, dich aber bei Bewegung und Atmung nicht einengt.

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Ein funktionelles Shirt sollte atmungsaktiv und bequem sein. (Foto: spitznagel.ch)


Schuhe


Kaufe dir spezifische Bikeschuhe. Laufschuhe oder Freizeitschuhe sind zum Biken ungeeignet. Sie müssen bequem sein und ein gutes Verschlusssystem oder eine gute Schnürung und eine griffige Sohle besitzen. Bedenke, dass sich der Fuss im Laufe des Tages leicht ausdehnt, du solltest die Schuhe also nicht zu klein kaufen. Falls die Füsse kribbeln oder sogar einschlafen ist der Schuh zu eng oder zu fest angezogen.

Zusätzliche Tipps zu Bikeschuhen findest du in diesem Blogbeitrag.

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Grip und Kraftübertragung. Nur spezifische Bikeschuhe funktionieren richtig.


Handschuhe


Auch auf die Handschuhe solltest du einen Blick werfen, diese können Druckstellen verursachen. Hier musst du selber herausfinden, ob du ein dünnes oder ein gepolstertes Modell benötigst. Es gibt Handschuhe, die haben extra grosse Geleinlagen, welche den Druck auf die Handballen verringern. Gleichzeitig kann so aber auch ein Druck erzeugt werden, was zu tauben Händen und Fingern führen kann. Bei Beschwerden lohnt es sich, verschiedene Handschuhe auszuprobieren und auch mal ohne Handschuhe zu fahren. Ich persönlich bevorzuge ganz dünne Handschuhe ohne Polsterung, die sich wie eine zweite Haut am Lenker anfühlen.

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Ich bevorzuge möglichst dünne Handschuhe für ein gutes Griffgefühl.



Stärke deinen Körper


Die Position auf einem Mountainbike ist unnatürlich. Man quetscht den Körper stundenlang zwischen Sattel und Lenker und dies ist eine grosse Belastung für Muskeln, Bänder und Sehnen. Radsportler trainieren ihre Beine und ihr Herz, die restlichen Rumpfteile werden aber meistens vernachlässigt.

Deshalb ist es ganz wichtig, dass du regelmässig auch den Oberkörper trainierst. Ein starker Rumpf ist die Basis für ein beschwerdefreies Biken. Dafür musst du nicht unbedingt in ein miefiges Fitnessstudio, du kannst auch draussen oder bei dir Zuhause verschiedene Übungen machen.

Ich habe in meiner Wohnung eine Stange zwischen den Türrahmen geklemmt, wo ich täglich meine Klimmzüge mache. Liegestützen, Rumpfbeugen, Planks und Dehnübungen lassen sich auch auf dem Fussboden erledigen. Und im Winter besuche ich regelmässig eine Pilates und TRX Lektion.

Für Schweizer empfehle ich unsere Vitaparcours, die überall zu finden sind. Diese können zu Fuss, oder falls kein Verbot, auch mit dem Bike absolviert werden. Die verschiedenen Posten bieten alle Übungen, die für unseren Körper wichtig sind.

Ein starker und stabiler Körper hilft übrigens auch, dass du dich bei einem Sturz weniger schwer oder gar nicht verletzt.

Zusätzliche Tipps zum alternativen Wintertraining findest du in diesem Blogbeitrag.

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Im Winter besuche ich regelmässig TRX und Pilates Lektionen.


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Der Vitaparcours eignet sich perfekt für ein Ganzkörpertraining an der frischen Luft.


Wie wichtig ein Ganzkörpertraining ist, erklärt der deutsche Mountainbiker Rob Heran in diesem Video.




Kontaktiere einen Arzt


Falls weder andere Einstellungen am Bike, noch ein Körpertraining eine Verbesserung bringen, dann hast du wahrscheinlich ein medizinisches Problem. Kontaktiere deinen Arzt, damit er dich an einen Spezialisten verweisen kann. Lass dich durchchecken und beraten, was die Ursachen für deine Beschwerden sein können. Eine verordnete Ergo- oder Physiotherapie, Medikamente oder im schlimmsten Fall eine Operation können schnell Abhilfe schaffen.

Auf dem Blog der Klinik Hirslanden findest du zusätzlich einen interessanten Artikel zum Thema: https://blog.hirslanden.ch/2015/06/14/warum-schlafen-die-haende-beim-radfahren-ein/#